In einer neuen Serie präsentiert NHL.com/de die aktuell zehn Besten der Liga auf jeder Position. In dieser Ausgabe geht allerdings nicht um die Profis auf dem Eis, sondern um die Verantwortlichen hinter der Bande: Die Top 10 der Trainer.
Von Ralph Krueger über Barry Trotz bis hin zu Jon Cooper
NHL.com/de hat die Top 10 der aktuell besten Trainer der Liga zusammengestellt

10. Ralph Krueger, Buffalo Sabres
Auf den ersten Blick erscheint die Nominierung von Krueger für unsere Bestenliste vielleicht überraschend. Doch die Fortschritte, die der Schweizer mit den Buffalo Sabres machte, waren schon aller Ehren wert. Nur knapp um zwei Punkte verpassten die Sabres in der abgelaufenen Spielzeit die Postseason. Der Aufwärtstrend unter Krueger, der das Amt des Coaches erst im Mai 2019 von Phil Housley übernahm, war nicht zu übersehen. In dieser Offseason weiter durch Neuzugänge wie Tobias Rieder und Taylor Hall verstärkt, ist das Ziel des Franchise das Erreichen der Stanley Cup Playoffs. Mit Krueger hinter der Bande, der einst 350 Partien als Stürmer in der deutschen Eishockey-Bundesliga absolvierte, stehen die Chancen dazu sicherlich gut. Im September 2016 fungierte Krueger sehr erfolgreich als Trainer von Team Europa beim World Cup of Hockey und erreichte mit der Mannschaft überraschend den zweiten Platz.
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9. Rod Brind'Amour, Carolina Hurricanes
Brind'Amour, einst selber ein erfolgreicher Spieler in Reihen der Hurricanes, scheint ideal auf den Posten des Trainers beim Team aus Raleigh zu passen. Stets als Underdog im Rennen um den Stanley Cup, sorgten die Hurricanes in den vergangenen Jahren immer wieder für Aufsehen. Unter Führung des 50-jährigen Kanadiers steigerte sich das Team aus Carolina zu einer verlässlichen Größe der NHL. In der Postseason 2019/20 setzte es gegen die klar favorisierten Boston Bruins zwar in der ersten Runde der Playoffs eine 1:4-Serienniederlage, doch zeigte die junge Mannschaft beim 3:0-Erfolg in der Qualifikation gegen die New York Rangers, dass sie einiges an Potenzial aufzubieten hat. Brind'Amour ist auf einem guten Wege in den kommenden Jahren mit seinem Kader noch für einige Leistungssteigerungen und Erfolge zu sorgen.
8. Paul Maurice, Winnipeg Jets
Der 53-jährige Maurice betreut die Organisation der Jets bereits seit Januar 2014. In diesen knapp sieben Jahren formte er die Mannschaft zu einer attraktiv spielenden Einheit und ist in den Playoffs inzwischen ein regelmäßiger Gast. In diesem Jahr scheiterte Winnipeg zwar in der vorgeschalteten Qualifikation an den Calgary Flames mit 1:3, doch ändert diese frühe Pleite in der Postseason nichts an der Tatsache, dass die Jets unter Maurice zu einer etablierten Mannschaft in der NHL geworden sind. Gerade ihre Offensive gehört zu den stärksten der Liga. Der Coach, der die Erfahrung eines Stanley Cup Finales mit den Hurricanes im Jahre 2002 mitbringt, hat den Ehrgeiz mit seiner Mannschaft in Kürze den Titel zu erringen. Seine kontinuierliche Arbeit und sein akribisches Vorgehen auf dem Weg, lassen die Jets hoffnungsvoll in die Zukunft blicken, trotz des Rückschlages in diesem Jahr.
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7. Alain Vigneault, Philadelphia Flyers
Zu einer der größten Überraschungen der Saison mauserten sich die Flyers mit ihrem neuen Trainer Alain Vigneault. Etwas unerwartet zog das Franchise in die zweite Runde der Eastern Conference ein, wo sie den New York Islanders mit 3:4 unterlagen. In den Augen vieler ist der 59-jährige Coach an dieser positiven Entwicklung maßgeblich beteiligt. Der erfahrene Kanadier, der zuvor unter anderem Erfahrungen in Diensten der Vancouver Canucks (2006 bis 2013) und New York Rangers (2013 bis 2018) sammelte und mit diesen Teams 2011 und 2014 im Stanley Cup Finale stand, trat sein Amt in Philadelphia im April 2019 an. In der vergangenen Saison präsentierte sich sein Team insbesondere in der Defensive deutlich verbessert und entwickelte sich zu einer sehr unangenehm zu bespielenden Mannschaft.
6. Jared Bednar, Colorado Avalanche
Bednar übernahm den Posten des Trainers bei den Avalanche im Jahr 2016, wurde damals Nachfolger vom zurückgetretenen Patrick Roy. Unter dem Calder Cup-Meistertrainer des Jahres 2016 entwickelten sich die Avalanche positiv. Auch nachdem die erste Saison 2016/17 unter Bednar mit einer der schlechtesten Bilanzen des Franchise aller Zeiten endete, hielt General Manager Joe Sakic wie sich zeigte zurecht an ihm fest. In der zurückliegenden Saison und den Playoffs bewies Bednar, dass er auch mit einem von zahlreichen Verletzungen gebeutelten Kader eine konkurrenzfähige Mannschaft auf die Beine stellen kann. Der 1972 in Kanada geborene Trainer formte aus Colorado eine gut funktionierende Einheit, die nur knapp am späteren Stanley Cup Finalisten Dallas Stars mit 3:4 in der Serie am Einzug in das Western Conference Finale scheiterte. Der zum Zeitpunkt seiner Vorstellung drittjüngste aktive NHL-Coach (hinter Jeff Blashill und John Hynes) hat jedoch eindrucksvoll gezeigt, dass die Avalanche mit ihm noch vieles erreichen können. Bednar ist zweifelsohne einer der überzeugendsten Trainer der vergangenen Monate.
5. Travis Green, Vancouver Canucks
Seit 2017 trainiert Green die Vancouver Canucks. Der angekündigte Umbau des Kaders nach dem Karriere-Ende der Sedin-Zwillinge Daniel und Henrik trug in diesem Jahr erstmals deutlich sichtbare Früchte. Das Team spielte unter Coach Green, der im Jahr 1970 in British Columbia das Licht der Welt erblickte, nicht nur eine Nebenrolle in der Postseason, es wurde zu einem der positiven Überraschungsteams in der abgelaufenen Spielzeit. Maßgeblichen Anteil an der tollen Entwicklung der Canucks hat der hauptverantwortliche Trainer, dessen Arbeit den Underdog aus West-Kanada in diesen Playoffs nach einem Sieg über den Titelverteidiger St. Louis Blues immerhin bis in die zweite Runde gegen die Favoriten Vegas Golden Knights führte. Die 3:4-Niederlage in der Endabrechnung war im ersten Augenblick für die Protagonisten sehr enttäuschend, doch darf sie im Rückblick als eine tolle Darbietung Vancouvers angesehen werden. Green formte aus seiner Mannschaft der (noch) relativ namenlosen Spielern eine echte Einheit, der man in Zukunft durchaus mehr zutrauen kann. Die vielen jungen Talente im Kader sollten ihren begonnenen sportlichen Reifeprozess fortsetzen und werden über Playoff-Erfahrung verfügen, die sie in diesem Sommer sammeln durften. Green und sein Kader sind auf der Seite der großen Gewinner dieses Eishockeyjahres. Daran besteht kein Zweifel.
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4. Peter DeBoer Vegas Golden Knights
Auch wenn die Golden Knights im Western Conference Finale den Dallas Stars mit 1:4 deutlich unterlagen, dürfen Trainer DeBoer und seine Spieler diese Saison als eine erfolgreiche verbuchen. Als deBoer im Januar 2020 die Nachfolge von Gerard Gallant antrat, weil die Klubführung die Saisonziele mit diesem hinter der Bande ernsthaft in Gefahr sah, da war nicht damit zu rechnen, dass es die Organisation in der Postseason so weit bringen würde. DeBoer, der den Stanley Cup Finalisten des Jahres 2018 sportlich innerhalb weniger Wochen stabilisierte und souverän in die Playoffs führte, bestätigte die damals in ihn gesetzten Hoffnungen auf ganzer Linie. Der 52-Jährige untermauerte damit zugleich seinen guten Ruf in der Branche, den er spätestens nach dem Erreichen des Stanley Cup Finales mit den New Jersey Devils (2012) und San Jose Sharks (2016) besitzt. Mit DeBoer dürfen die Golden Knights optimistisch in die Zukunft blicken.
3. Barry Trotz, New York Islanders
Der Meistertrainer des Jahres 2018, der mit den Washington Capitals den ersten Titel ihrer Franchisegeschichte gewinnen konnte, setzt seine gute Arbeit bei den Islanders nahtlos fort. Mit einem Team ohne große Stars nicht nur zum zweiten Mal hintereinander in die Playoffs zu kommen, sondern dort auch noch für Furore zu sorgen, dass ist eine echte Spitzenleistung. In dieser Postseason konnten die von Trotz betreuten Islanders erst im Eastern Conference Finale vom späteren Titelträger, den Tampa Bay Lightning, mit 4:2 in der Serie gestoppt werden. Für eine Mannschaft ohne klangvolle Namen, die überwiegend über ihren Teamgeist und ihre Geschlossenheit kommt, eine stolze Saisonbilanz. Fragt man nach den Gründen für den Erfolg, fällt immer wieder der Name des 58-jährigen Trotz, der sich bereits einst in Diensten der Nashville Predators über 15 Jahre hinweg einen guten Namen als Ausbilder erwarb, den er dann in Washington veredelte. In Diensten der Islanders setzt sich diese gute Arbeit beeindruckend fort, wenn er dort auch noch nicht in den Meisterschaftskampf entscheidend eingreifen konnte. Aber das kann ja noch kommen.
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2. Rick Bowness, Dallas Stars
Kommt ein Interims-Trainer mit einer Mannschaft überraschend bis in das Stanley Cup Finale, dann wird er im Regelfall befördert. Und genau dies geschah in dieser Woche mit Bowness bei den Stars. Nachdem sein Vorgänger Jim Montgomery am 10. Dezember aufgrund unprofessionellen Verhaltens von seinen Aufgaben entbunden wurde, verpflichteten die Stars Bowness als Übergangslösung. In 38 Spielen unter seiner Leitung kamen die Stars auf eine Bilanz von 20-13-5 und zogen in das Finale ein, wo sie den Lightning in sechs Spielen unterlagen. Der Erfolgstrainer wurde am 22. Juni 2018 ursprünglich 'nur' als Assistenztrainer verpflichtet, nachdem er zuvor fünf Spielzeiten lang im Trainerstab von Tampy Bay verbracht hatte. Der 65-Jährige, der als Coach zuvor bei den Winnipeg Jets (1988/89), Boston Bruins (1991/92), Ottawa Senators (1992/93), New York Islanders (1996-98), Phoenix Coyotes (2003/04) tätig war, überzeugte in Dallas in der Verantwortung auf ganzer Linie.
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1. Jon Cooper, Tampa Bay Lightning
Holt ein Trainer mit seiner Mannschaft den Stanley Cup, kommt man an ihm in der Auflistung der besten Coaches der Liga kaum vorbei. Coopers Auftreten überzeugt umso mehr, nachdem er mit den Lightning im Vorjahr noch, nach einer grandiosen regulären Saison (überlegener Gewinn der Presidents Trophy), direkt zum Playoff-Auftakt mit 0:4 an den Columbus Blue Jackets scheiterte. Cooper bekam von den Verantwortlichen in Tampa die Chance es besser zu machen und triumphierte eindrucksvoll. Nicht nur, dass er die Hürde Columbus in diesem Jahr mit seiner Mannschaft klar überwand, er legte im Anschluss daran den kompletten Weg in der K.o.-Phase erfolgreich zurück und bezwang auch die Stars nach hartem Kampf unter ungewöhnlichen Umständen in der Blase von Edmonton mit 4:2-Siegen. Logisch, dass unser Top-Trainer der NHL nach dieser beeindruckenden Vorstellung seiner Mannschaft der 53-jährige Kanadier Cooper ist.
TBL@DAL, Sp6: Gary Bettman gibt den Lightning den Cup

















