Zuletzt sorgten die Expansion Teams Seattle Kraken (seit 2021 im Spielbetrieb) und Vegas Golden Knights (seit 2017) für Aufsehen und positive Diskussionen in der NHL. Vor 30 Jahren war in dieser Hinsicht besonders viel los. Mit den Tampa Bay Lightning und Ottawa Senators stießen 1992/93 gleich zwei neue Mannschaften in den elitären Kreis der Kontrahenten. Die Minnesota North Stars verabschiedeten sich zudem aus der alten Heimat, zogen um und gingen in der Folgesaison als Dallas Stars an den Start.
Es kam zu Veränderungen, die auch indirekt betroffene Akteure nicht kalt ließen. So erinnert sich beispielsweise Uwe Krupp, damals in Diensten der New York Islanders, noch gut an die mit den Veränderungen in der Ligastruktur verbundenen Umwälzungen: "Die Expansion in Richtung Florida (Lightning, 1992/93) und Kalifornien (San Jose Sharks im Jahre 1991/92) hatte damals schon etwas Exotisches", erinnerte sich der heutige Trainer des DEL-Klubs Kölner Haie auf Nachfrage von NHL.com/de. "Es veränderte unsere Auswärtstrips. Mehr und mehr Mannschaften bekamen im Zuge dessen ihre eigenen Flugzeuge, anstatt mit Linienflügen zu reisen. Auch Ottawa kam 1992 dazu. Generell gesehen verschob sich das bis dahin besonders in den USA eher regionale Interesse am Eishockey mehr auf den gesamten Kontinent."
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Sportlich war der Erfolg der Liganeulinge in der Saison 1992/93 überschaubar. Die ein Jahr zuvor in den Wettbewerb eingestiegenen Sharks beendeten die Hauptrunde im Frühjahr 1993 auf dem zwölften und letzten Platz in der Clarence Campbell Conference. Ihre Statistik nach 84 Hauptrundenspielen belief sich auf magere elf Siege und 24 Punkte (11-71-2). Der Rückstand auf den Tabellenelften, die Lightning, betrug 29 Zähler. Tampa Bay schaffte es immerhin 23 Saisonsiege einzufahren und 53 Punkte zu sammeln.
Den Senators erging es in der Prince of Wales Conference nicht besser. Zehn doppelte Punktgewinne konnten sie in den 84 Auftritten ihrer ersten NHL-Spielzeit einfahren. Mit einer Bilanz von 10-70-4 und den daraus resultierenden 24 Punkten belegte Ottawa das Tabellenende der Conference. Der Vorletzte, das Team der Hartford Whalers (heute Carolina Hurricanes), brachte es auf 58 Punkte (26-52-6).
Es war also noch ein weiter Weg, bis die Senators und Lightning zu den Ligagrößen wurden, die sie einige Jahre später waren. Umso höher ist die Leistung der Golden Knights zu bewerten, die in ihrer ersten Ligasaison auf Anhieb den Einzug ins Stanley Cup Finale 2018 gegen die Washington Capitals (1:4) schafften. Von einer solchen Überraschung waren die Neulinge aus Tampa und Ottawa in ihrer Premierensaison weit entfernt.
Immerhin zogen die Lightning in der Saison 2003/04 in das Finale gegen die Calgary Flames ein und gewannen ihren ersten Stanley Cup (4:3 in der Serie). Zwei weitere Meisterschaften folgten 2020 und 2021. Noch ohne Stanley Cup Titel, aber immerhin eine Finalteilnahme, können inzwischen auch die Senators vorweisen. Im Jahre 2007 unterlag das Team aus der kanadischen Hauptstadt den Anaheim Ducks im Endspiel.