Inside the bubble blog 8.14

Fast 16 Monate nachdem die NHL die Saison 2019/20 aufgrund der Corona-Pandemie unterbrochen hatte, ging am 7. Juli 2021 die zweite Spielzeit zu Ende, die von dem Virus beeinträchtigt wurde. Die Tampa Bay Lightning setzten sich in beiden Saisons im Stanley Cup Finale durch und sicherten sich den zweiten und dritten Titel ihrer Franchise-Geschichte. Bis zur Postseason war es jedoch ein langer und beschwerlicher Weg für die gesamte NHL und es war anfangs unklar, ob und in welchem Format die Liga spielen würde.

"Angesichts der aktuellen Entwicklungen hinsichtlich des Coronavirus und nach Beratungen mit medizinischen Experten und einer Telefonkonferenz mit dem Board of Governors, gibt die NHL bekannt, dass sie die Saison 2019/20 beginnend mit den heutigen Spielen unterbrechen wird", ließ Commissioner Gary Bettman in einer Presseerklärung am 12. März 2020 wissen. Zuvor war ein Basketballspieler der NBA positiv auf das Virus getestet worden.
In den folgenden Monaten verschlechterte sich die Situation weltweit immer weiter und eine Fortsetzung der Saison schien auch in der NHL zunächst immer unwahrscheinlicher. Schließlich wurde der Rest der regulären Saison gestrichen.
Am 28. Juli fand die Rückkehr zum Spielbetrieb unter strengen Sicherheitsbedingungen in den sogenannten 'Bubbles' (Blasen), eigens eingerichteten Sicherheitszonen, in den Arenen von Toronto und Edmonton statt. Die Postseason war ein voller Erfolg. 24 der 31 NHL-Teams traten zur Playoff-Qualifikation an und die 16 danach verbliebenen Mannschaften lieferten weiterhin sehenswerte und spannende Spiele, an deren Ende die Lightning den lang ersehnten zweiten Stanley Cup der Klubgeschichte feiern durften. Während der zwei Monate in den Blasen wurden Spieler sowie anwesende Mitarbeiter ständig getestet und es kam zu keinem einzigen positiven Test-Ergebnis.

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Trotz der erfolgreichen K.o.-Phase blieben die Probleme rund um die Pandemie jedoch grundsätzlich auch über das Saisonende 2019/20 hinaus bestehen. Die Situation war weiterhin ungewiss. Es war auch im Herbst 2020 unmöglich abzusehen, ob sich die Zustände verschlechtern, oder verbessern würden.
Die Planung der folgenden Saison 2020/21 fand dadurch unter extrem schwierigen Bedingungen statt. Schließlich einigten sich alle beteiligten Parteien darauf die Saison mit einem Saisonstart im Januar 2021 auszutragen.
"Lassen sie mich eines klarstellen: Wir kehren diese Saison zum Spielbetrieb zurück, weil wir glauben, dass es wichtig für den Sport ist, weil unsere Spieler und unsere Fans es wollen und weil es hoffentlich den Menschen, vor allem denen in Isolation, oder an Orten mit Ausgangssperren, ein Gefühl der Normalität und eine Ablenkung bietet", äußerte sich Commissioner Gary Bettman anschließend.
Für den Start der Saison wurde ursprünglich der 1. Dezember anvisiert, später wurde der Termin auf den 1. Januar 2021 verschoben. Letztendlich startete die Liga am 13. Januar in die neue Spielzeit.
Es war abermals eine Saison wie keine andere zuvor. In den meisten Arenen waren zunächst keine, oder kaum Zuschauer erlaubt. Spieler und Trainer mussten sich abermals an strenge Sicherheits- und Hygienevorkehrungen halten und wurden ständig getestet. Die reguläre Spielzeit wurde von 82 auf 56 Spiele verkürzt und um möglichst wenig reisen zu müssen und Probleme an der Grenze zwischen Kanada und den USA zu vermeiden, wurden die Divisionen neu eingeteilt.

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Doch wie in so vielen Bereichen des Lebens auch, gilt auch im Eishockey: Man muss mit seinen Aufgaben wachsen. Trotz zahlreicher Herausforderungen und Probleme fand die Saison 2020/21 statt. Es gab zwar im Laufe der Monate einzelne positive Corona-Tests von Beteiligten und ein paar Spiele mussten terminlich verschoben werden, doch die Spielzeit fand am Ende wie geplant statt und brachte auch gute Seiten zutage.
Die Liga musste dabei leider auf einige liebgewonnene Events verzichten. So gab es zum Beispiel diesmal kein All-Star Game, die etablierten Freiluftspiele der vergangenen Jahre fanden mit Ausnahme des NHL Outdoors at Lake Tahoe, coronabedingt nicht statt und es gab in der Saisonvorbereitung auch keinen NHL-Besuch in Europa.
Der besondere Spielplan sorgte auf der anderen Seite aber auch für einige ungewöhnliche Leckerbissen. Alleine die Tatsache, dass zahlreiche traditionelle Rivalen in den neu eingeteilten Divisionen in dieser Spielzeit mindestens acht Mal gegeneinander anzutreten hatten, lieferte zahlreiche besonders emotionale Aufeinandertreffen. So kam es öfter als sonst zum Battle of Alberta zwischen den Calgary Flames und den Edmonton Oilers, ebenso wie zum Traditionsduell zwischen den Montreal Canadiens und den Toronto Maple Leafs. Die Lokalrivalen der New York Rangers, New York Islanders und New Jersey Devils trafen sich immer wieder zum Derby. In Florida kam es zu zahlreichen spektakulären Duellen zwischen den Florida Panthers und den Lightning und bei anderen Paarungen entwickelte sich eine ganz neue Intensität, etwa zwischen den Minnesota Wild und den Vegas Golden Knights, die sich ebenfalls etliche sehenswerte und hart umkämpfte Begegnungen lieferten.
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Die Saison 2020/21 sah zahlreiche neue Rekorde und Meilensteine. So brach Patrick Marleau zum Beispiel den eigentlich über Jahre hinweg als unschlagbar geltenden Rekord von Gordie Howe für die meisten NHL-Spiele. Größen wie Sidney Crosby und Patrick Kane bestritten jeweils ihr 1.000. NHL-Spiel. Torwart Jack Campbell von den Toronto Maple Leafs stellte mit elf Siegen zum Saison-Auftakt einen NHL-Rekord auf und Alex Ovechkin schob sich in der ewigen Torschützenliste mit seinen Treffern 707 bis 730 vom achten auf den sechsten Platz nach vorne.
Im Mai 2021 gelang dann auch der Start in die Stanley Cup Playoffs. In Kanada durften in der zweiten Runde erstmals wieder Fans in die Stadien. Die kanadische Regierung erleichterte den Grenzübertritt, um das Stanley Cup Halbfinale und dass Stanley Cup Finale zu ermöglichen, und die Montreal Canadiens begeisterten als Außenseiter mit ihrem Durchmarsch bis ins Finale.
Am Ende stand Commissioner Bettman im zweiten Jahr in Folge mit der gesamten Mannschaft der Lightning um den Stanley Cup versammelt. Es war die Krönung all der Anstrengungen der vergangenen Zeit und der Lohn der Mühen für all die Planungen unter schwierigsten Bedingungen.
Jeder hofft jeder auf ein Ende der Pandemie und die Rückkehr zur Normalität. In der NHL gab es trotz aller Herausforderungen und Schwierigkeiten der Vergangenheit zwei denkwürdige Saisons zu sehen, die etliche Momente lieferten, die unvergesslich sind.