CHI@CBJ: Laine schönes Tor vom Ende zum anderen

Ab Mitte September beginnen in der NHL die Trainingscamps zur Vorbereitung auf die Saison 2021/22. Vom 16. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 jedes Team der Liga genauer unter die Lupe. Die Bestandsaufnahme umfasst die wichtigsten personellen Veränderungen, die Schlüsselspieler, die Stärken und Schwächen sowie die Playoff-Chancen der Klubs.
In dieser Ausgabe: Columbus Blue Jackets

Die Blue Jackets haben in der Offseason eine ganze Reihe von Veränderungen vorgenommen. Keine große Überraschung war das Aus für Trainer John Tortorella, nachdem die Mannschaft in der abgelaufenen Spielzeit die Qualifikation für die Stanley Cup Playoffs verpasst hatte. Zwischen Coach und einigen Spielern soll es außerdem atmosphärische Störungen gegeben haben, um es vorsichtig auszudrücken. Mit 227 Siegen in der regulären Saison und 13 Erfolgen in den Playoffs ist Tortorella dennoch der erfolgreichste Coach in der Geschichte der Blue Jackets. Als Nachfolger berief die Klubleitung mit Brad Larsen einen Mann aus dem eigenen Lager. Er war die vergangenen sieben Jahre als Assistenzcoach in Columbus tätig.
Ähnliches: [Kuemper tritt in Grubauers große Fußstapfen]
Einschneidende Umgestaltungen gibt es darüber hinaus im Kader. Die Blue Jackets tradeten Verteidiger Seth Jones zu den Chicago Blackhawks und holten dafür Adam Boqvist. Angreifer Cam Atkinson wechselte im Tausch für Jakub Voracek zu den Philadelphia Flyers. Jones und Atkinson gehörten in den vergangenen Jahren zu den Leistungsträgern des Teams.
Neu bei den Blue Jackets sind zudem Stürmer Sean Kuraly, dessen Vertrag bei den Boston Bruins ausgelaufen war, und Blueliner Jake Bean, der bei einem Trade mit den Carolina Hurricanes verpflichtet wurde. Vom Schweizer Meister EV Zug kommt Flügelstürmer Gregory Hofmann nach Ohio.
Defensivmann Michael Del Zotto verabschiedete sich zu den Ottawa Senators, Center Mikhail Grigorenko zog es zurück in seine russische Heimat. Er schloss sich dem KHL-Spitzenklub ZSKA Moskau an.
Die Schlüsselspieler
Im Tor setzten die Blue Jackets weiter auf das bewährte Duo Elvis Merzlikins und Joonas Korpisalo. Beide teilten sich 2020/21 den Job zwischen den Pfosten auf, wobei Merzlikins (8-12-5; GAA 2,70; Fangquote 91,6 Prozent, zwei Shutouts) besser abschnitt als Korpisalo (9-13-7; GAA 3,30; 89,4 Prozent; kein Shutout). Nach dem Weggang von Jones ist Zach Werenski der unumstrittene Anführer des Defensivcorps. Mit ihm verlängerte Columbus vorzeitig um sechs Jahre. Der neue Vertrag tritt ab 2022/23 in Kraft und hat einen Gesamtwert von 57,5 Millionen US-Dollar. Mit Center Alexandre Texier (zwei Jahre, 3,05 Mio.) und Linksaußen Patrik Laine (ein Jahr, 7,5 Mio.) bleiben der Mannschaft wichtige Stützen in der Offensive erhalten. Große Hoffnungen ruhen auf Neuzugang Voracek und dem letztjährigen Topscorer Oliver Bjorkstrand (44 Punkte). Ein Fragezeichen steht dagegen hinter Max Domi. Der Mittelstürmer fällt wegen einer Operation an der Schulter vermutlich bis Dezember aus.

DET@CBJ: Merzlikins stoppt Red Wings beim Sieg

Spieler aus D/CH/A
Mit den Verteidigern Dean Kukan und Tim Berni sowie Angreifer Hofmann stehen bei den Blue Jackets in der kommenden Saison drei Schweizer unter Vertrag. Kukan erwies sich in den zurückliegenden fünf Spielzeiten als solider Arbeiter in der Defensive. Er bestritt bis dato 112 Einsätze für Columbus in der regulären Saison und sammelte 19 Punkte (zwei Tore, 17 Assists).
Berni war 2020/21 an die ZSC Lions ausgeliehen, bei denen er mit guten Leistungen auf sich aufmerksam machte. In der Hauptrunde der National League bestritt er 52 Spiele für die Zürcher und brachte es auf sieben Punkte (vier Tore, drei Assists). In neun Playoff-Auftritten standen ein Treffer und zwei Vorlagen zu Buche.
Hofmann hatte großen Anteil daran, dass der EV Zug in diesem Jahr den Schweizer Meistertitel holte. In der regulären Saison erzielte er 41 Punkte (18 Tore, 23 Assists) in 36 Spielen. In den Playoffs gelangen ihm 14 Zähler (sechs Tore, acht Assists) in 13 Partien. Die Blue Jackets hatten die Rechte für den 28 Jahre alten Angreifer am 21. Februar in einem Trade von den Carolina Hurricanes erworben. Vom Klub aus Raleigh war Hofmann beim NHL Draft 2011 in der vierten Runde an Gesamtposition 103 gezogen worden. Auf einen NHL-Einsatz brachte er es bisher aber noch nicht. Das könnte sich in der kommenden Saison ändern.

DAL@CBJ: Kukan jagt den Puck unter die Latte

Vielversprechende Talente
Im Trainingscamp werden einige Nachwuchsleute versuchen, sich für einen Platz im NHL-Team zu empfehlen. Die größten Chancen werden dabei dem 20 Jahre alten Angreifer Yegor Chinaknov eingeräumt. Der Erstrundenpick der Blue Jackets beim NHL Draft 2020 (Gesamtposition 21) legte eine starke Saison bei Avangard Omsk in der KHL hin. In der regulären Saison hatte er 32 Einsätze und 17 Punkte zu verzeichnen. Am Ende gewann Chinaknov mit Omsk die Meisterschaft. Falls im Laufe der Saison eine Veränderung auf der Torhüterposition nötig sein sollte, stünde mit dem 22-jährigen Daniil Tarasov ein aufstrebendes Talent parat. Er spielte in der zurückliegenden Saison für Salavat Yulaev Ufa in der KHL und die Cleveland Monsters in der AHL.
Stärken
So richtig überzeugen konnten die Blue Jackets zuletzt weder in der Offensive noch in der Defensive. In beiden Bereichen werden die Karten jedoch ab sofort neu gemischt. Der Sturm ist nach den Trades und den Vertragsverlängerungen auf jeden Fall der nominell stärkere Mannschaftsteil. Die beiden Torhüter sind ebenfalls eine Bank.
Entwicklungspotenzial
Die Blue Jackets leisteten sich in der zurückliegenden Saison zwölf Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen. Dadurch ließen sie viele wertvolle Punkte liegen. Außerdem müssen sie ihre latente Auswärtsschwäche (Matchbilanz 2020/21: 7-17-4) überwinden, wenn sie in den Kampf um ein Playoff-Ticket eingreifen wollen. Verbesserungsbedarf besteht ferner bei den Special Teams. Die Erfolgsquote im Powerplay lag vorige Saison bei gerade einmal 15,4 Prozent (Platz 27) und im Penalty Killing bei 79,0 Prozent (Platz 21)
Playoff-Chancen
Die Blue Jackets haben definitiv das Potential, ihre Kontrahenten in der Metropolitan Division zu ärgern. Um jedoch in die Nähe der Playoff-Plätze zu kommen, müssten sie schon über sich hinauswachsen. Am Ende dürfte es auf Rang fünf oder sechs in der Gruppe hinauslaufen.