Dallas Stars v Los Angeles Kings

Kevin Fiala ist trotz einer sportlich schwierigen Phase bei den Los Angeles Kings optimistisch. In einem Mediengespräch am Montag, an dem auch NHL.com/de Fragen stellte, beschrieb der Schweizer Flügelstürmer die Stimmungslage in L.A.s Kabine und sprühte angesichts der nahenden Olympischen Spiele Milano Cortina 2026 viel Vorfreude aus.

Mittendrin im Playoff-Rennen

Die Kings wollen im fünften Jahr in Folge den Einzug in die Stanley Cup Playoffs schaffen. Aktuell steht Los Angeles aber knapp unter dem Strich, der Wildcard- von Nicht-Playoff-Plätzen trennt. Allerdings: L.A. (19-16-13; 6.) ist punktgleich mit den kalifornischen Rivalen Anaheim Ducks (24-21-3; 5.) und San Jose Sharks (24-20-3), die auf dem letzten Playoff-Rang positioniert sind.

„Ich erwarte, dass wir die Playoffs schaffen“, sagt Fiala. „Wir spielen für den Stanley Cup, haben ein gutes Team. Jede Mannschaft hat sich zum Ziel gesetzt, es in die Playoffs zu schaffen. Es ist eng, überall in der ganzen Liga. Gerade die Western Conference und die Pacific Division ist sehr stark. San Jose hat mich überrascht, auch Anaheim ist um einiges besser als in den letzten Jahren.“

Die Kings haben vier Spiele in Folge (0-1-3) sowie sechs der letzten sieben Partien (1-2-4) verloren. Darunter auch gegen die Sharks (3:4 n.V.) und zweimal gegen die Ducks (2:3 n.P., 1:2 n.V.).

VGK@LAK: Fiala schießt erst selbst und staubt kurz darauf zum 1:1 ab

„Die Stimmung ist echt gut“, beteuert Fiala. „Wir haben ein bisschen verloren in letzter Zeit. Schlussendlich spielen wir aber gutes Hockey und sind nah dran. Wir bekommen Punkte, aber leider keine Siege. Jetzt müssen wir an den kleinen Details feilen.“

Der 29-Jährige aus St. Gallen ist nach 48 Spielen der beste Torjäger (17 Treffer) und zweitbeste Scorer (17-17-34) in L.A. und bleibt optimistisch.

„Wir hatten keinen so super Start, sind aber immer noch im Playoff-Rennen. Das Positive ist, dass wir noch nicht unser bestes Hockey gespielt haben. Wir können uns also noch steigern. Momentan resultiert aus jedem Fehler ein Gegentor. Es ist eine schwierige Situation. Am Ende des Tages müssen wir einfach weitermachen. Wir spielen besser, haben mehr Chancen, müssen jetzt aber probieren, mehr Tore zu schießen und an uns glauben.“

Herausforderung Olympia als „Riesenhighlight“

Nur noch neun NHL-Partien stehen auf dem Spielplan, ehe der Ligabetrieb für die Olympischen Spiele 2026 in Italien unterbrochen wird.

„Es ist ein Riesenhighlight! Ich freue mich sehr und bin sehr dankbar, dass ich dabei bin. Das war schon immer mein Traum. Ich freue mich unglaublich auf die ganze Atmosphäre und darauf, andere Schweizer in ihren Sportarten anzuschauen. Das wird riesig“, sprüht Fiala vor Vorfreude.

Er selbst möchte mit der Schweizer Nati voll angreifen: „In den letzten zwei Jahren haben wir sehr gut bei den Weltmeisterschaften gespielt und zweimal Silber geholt. Bei Olympia spielen die Besten gegen die Besten. Alle Spieler werden dabei sein. Alle Nationen sind voll mit Top-Spielern. Das gab es seit 2014 nicht mehr. Es ist geil, wir freuen uns auf diese Herausforderung. Aber das ändert sich nichts für uns: Wir sind ein sehr gutes Team. Ich glaube, dass es ein Turnier ist, in der wir es Schritt für Schritt und von Spiel zu Spiel angehen müssen. Dann sehen wir weiter.“

SJS@LAK: Fiala findet den Puck in einem Durcheinander vor dem Tor und trifft

Wiedersehen mit Josi und Niederreiter

Bei Olympia wird Fiala mit vielen Landsmännern vereint, die ebenfalls in der NHL, aber in anderen Klubs spielen. Insbesondere auf Verteidiger und Ex-Teamkollege Roman Josi (Nashville Predators) und Angreifer Nino Niederreiter freut sich Fiala am meisten.

„Nino ist ein sehr guter Spieler, der dem Schweizer Hockey viel bedeutet. Er hat den jungen Spielern viel geholfen, sie sehen in ihm ein Vorbild. Er ist eine super Person, Mit Roman habe ich ja schon zusammengespielt. Er ist ein unglaublicher Spieler. Ich könnte stundenlang positive Sachen über ihn sagen. Als ich von Nashville gedraftet wurde, hat er mir sehr geholfen, wenn ich Hilfe gebraucht habe. Er hat eine unglaubliche Aura, die jeder Spüren kann. Er ist ein gebürtiger Anführer und Kapitän. Ich freue mich unglaublich auf beide!“

Die Nati als „große und enge Familie“

Neben Fiala, Josi und Niederreiter stehen mit Akira Schmid (Vegas Golden Knights), J.J. Moser (Tampa Bay Lightning) und Jonas Siegenthaler, Nico Hischier, Timo Meier (alle New Jersey Devils), Philipp Kurashev (San Jose Sharks) und Pius Suter (St. Louis Blues) alle zehn Schweizer NHL-Profis im Aufgebot.

„Wir sind jetzt mehr NHL-Spieler. Ich hoffe, dass die Träume größer werden - auch für die jungen Schweizer“, so Fiala.

MIN@LAK: Kuzmenko bedient Fiala

Neben diesen Schlüsselspielern soll aber vor allem der Teamgeist die entscheidende Zutat für ein erfolgreiches Olympisches Turnier werden.

„Einzelne gibt es in der Schweizer Nati nicht“, betont Fiala. „Alle unterstützen sich und spielen füreinander. Auch der Stab. Es ist eine große enge Familie. Das muss so bleiben.“

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