Verletzungsgeschwächte Minnesota Wild fuhren am Montag gegen die Toronto Maple Leafs ihren zweiten Sieg in Folge ein. Sie gewannen auswärts in der Scotiabank Arnea mit 6:3. Angeführt wurden sie dabei von ihren Veteranen, allen voran Marcus Foligno, der in seinem 915. NHL-Spiel seinen ersten Hattrick erzielte.

„Es geht nicht darum wie man anfängt, sondern wie man aufhört“, scherzte Foligno, der in den ersten 36 Saisonspielen nur einen Treffer erzielt hatte, aber auf fünf Tore in den vergangenen vier Spielen kommt. „Ich musste mich einfach durch ein paar Verletzungen kämpfen und zu meinem Spiel finden. Das war kein guter Start, viele komische Situationen und da habe ich keinen Rhythmus gefunden. Jetzt fühle ich mich viel besser.“

Erster Hattrick für Foligno

Foligno legte zu einem wichtigen Zeitpunkt des Spiels los. Nach einer 2:0-Führung hatten die Maple Leafs im ersten Drittel den Anschluss geschafft. In der 27. Minute fälschte der 34-jährige Stürmer dann im Bullykreis einen Schuss von Verteidiger Brock Faber unhaltbar ab.

„Das erste Tor war unglaublich abgefälscht, erstklassig“, schwärmte Faber. „Das kann man nicht halten. Er hatte ein starkes Spiel. Selbst wenn er kein Tor geschossen hätte, wäre es ein gutes Spiel gewesen. Er bringt jeden Abend so viel, zermürbt die Gegner, es ist echt gut, ihn auf seiner Seite zu haben.“

46 Sekunden vor der zweiten Pause legte Foligno im Powerplay sein zweites Tor nach. Das gelang ihm erneut, indem er einen Schuss von Faber abfälschte und so sein fünftes Saisontor sammelte.

„Ich freue mich echt für ihn“, betonte Trainer John Hynes. „Wenn man so eine Phase durchmacht wie er, ist das schwierig. Was ich während der Geschichte aber am meisten an ihm respektiert habe, ist, dass er trotzdem ein Anführer war, weiter alles gegeben hat und er selbst war, auch wenn er nicht mit Punkten belohnt wurde.“

Am Ende komplettierte Foligno den Hattrick mit einem Empty-Netter in der 58. Minute. Die Vorarbeit kam dabei von seinem deutschen Center Nico Sturm. Der hatte die ersten 22 Saisonspiele aufgrund einer Rückenverletzung verpasst, sammelte nun aber bereits seinen neunten Punkt (drei Tore, sechs Assists) in 28 Spielen.

Veteranen sorgen für Unterstützung

Die Wild haben in einem herausfordernden Moment ihrer Saison aber noch mehr erfahrene Spieler, die ihren Beitrag leisten. Minnesota muss aktuell auf seine komplette zweite Reihe, bestehend aus Matt Boldy, Joel Eriksson Ek und Marcus Johansson verzichten. In der Abwehr fehlen zudem Jonas Brodin und Zach Bogosian.

Die Veteranen sind aber für ihr Team da. Vladimir Tarasenko erzielte im Powerplay das 1:0 (5.) und legte später das 4:1 (29.) nach. Damit knackte er die Marken von zehn Toren und 25 Punkten in dieser Saison. Ryan Hartman verlängerte mit dem 2:0 und der Vorarbeit zum 1:0 seine Punkteserie auf vier Spiele (drei Tore, zwei Assists). Mats Zuccarello verbuchte mit einer Vorlage seinen dritten Punkt in den vergangenen zwei Spielen.

„Wir haben heute nicht gut genug gespielt“, musste Torontos Trainer Craig Berube zugeben. „So einfach ist das. Wir haben zu viele Fehler gemacht. Ein Tor durch einen schlechten Wechsel, zwei im Powerplay, wir haben in einigen Bereichen nicht gut genug an den Details gearbeitet und das hat uns das Spiel gekostet.“

Mit Foligno, Tarasenko, Hartman, Zuccarello und Sturm lieferten vier Spieler, die alle mindestens 30 Jahre als sind, zusammen alle sechs Tore und zehn Punkte.

MIN@TOR: Foligno feiert den ersten Hattrick seiner Karriere

Starke Abwehr

Für die Wild sind drei Gegentore über dem Durchschnitt, sie stellen mit 2,8 Gegentoren pro Spiel die siebtbeste Abwehr der NHL. Angesichts der starken Form der Maple Leafs kann aber auch das als Erfolg verbucht werden. In den vorherigen fünf Spielen erzielte Toronto nur ein Mal weniger als vier Treffer und kam insgesamt auf 19 Tore. Am Montag ließ Minnesotas Torwart Filip Gustavsson bei 30 Schüssen aber nur drei Treffer zu.

„Wir verbringen viel Zeit in der Offensive und leisten da gute Arbeit“, lobte Gustavsson. „Selbst wenn wir dann einen Fehler machen, sind sie so müde, dass sie den Puck nur klären und dann wechseln. Dann können wir gleich wieder in den Angriff gehen.“

Die Verteidiger der Wild leisten zu dieser Spielweise starke Beiträge. Besonders das erste Abwehrpaar, Quinn Hughes und Brock Faber, bringen den Puck konsequent in die Offensive und halten ihn dort. Dieser Druck führt auch zu Punkten. Faber und Hughes lieferten gegen Toronto jeweils zwei Vorlagen. Fabers 30 Punkte (zehn Tore, 20 Assists) in 50 Spielen können sich sehen lassen, werden aber von Hughes noch in den Schatten gestellt. Seitdem er am 12. Dezember in einem Transfer von den Vancouver Canucks kam, erzielte er 20 Punkte (zwei Tore, 18 Assists) in 18 Spielen. Insgesamt kommt er in 44 Saisonspielen auf 43 Zähler (vier Tore, 39 Assists).

Siegesserie endet, Matthews macht weiter

Während die Wild mit dem zweiten Sieg in Folge ihre Punkte 64 und 65 einfahren und nach 50 Spielen (28-13-9) auf dem zweiten Platz der Central Division stehen, müssen die Maple Leafs sich von wichtigen Punkten verabschieden. Sie standen zwischenzeitlich auf dem letzten Platz der Eastern Conference. Dank eines gewaltigen Aufschwungs seit 23. Dezember sind sie aber mitten im Kampf um einen Platz in den Stanley Cup Playoffs. Mit 56 Zählern in 49 Partien (24-17-8) liegen sie nur einen Punkt hinter der zweiten Wildcard. Vor dem Spiel gegen die Wild hatten sie sieben Heimspiele in Folge gewonnen.

„Das Tempo war heute einfach nicht da“, erklärte Stürmer John Tavares. „Sie haben ihre Chancen verwertet und sich gut bewegt. Wir waren läuferisch unterlegen. Wir haben zu viele Fehler gemacht, die uns in schwierige Situationen gebracht haben. Im dritten Drittel haben wir gut gekämpft und ein Spiel daraus gemacht, aber wenn es nicht so läuft, müssen wir den Puck besser von unserem Tor fernhalten und das Spiel eng machen.“

Das Spiel ist ein Rückschlag, doch die wird es geben. Egal wie gut eine Mannschaft in Form ist, man kann nicht jedes Spiel gewinnen. Die Chance auf den Sieg ist für Toronto mittlerweile aber wieder in jedem Spiel gegeben, besonders da Kapitän Auston Matthews einen Lauf hat. Nach Treffern seiner Kollegen Tavares und Nicholas Robertson erzielte er gegen Minnesota das zwischenzeitliche 3:5. Es war sein 25. Saisontor und sein elftes Tor in den vergangenen zwölf Spielen. Mit dem 769. Punkt (426 Tore, 343 Assists) seiner Karriere überholte er Borje Salming als viertbester Scorer der Franchise-Geschichte.

Für die Maple Leafs steht am Mittwoch zu Hause mit den Detroit Red Wings der nächste schwierige Gegner an. Die Wild müssen bereits am Dienstag bei den Montreal Canadiens wieder ran.

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