Andersen

Es war Darnell Nurse, der am ersten Tag der Free Agency für umfangreiche Transferaktivitäten der Edmonton Oilers die Tür geöffnet hat. Er teilte dem Klub mit, dass für ihn die Zeit für eine Veränderung gekommen sei. Das Management nutzte die Gelegenheit und beseitigte mit dem nun zusätzlich zur Verfügung stehenden Finanzmitteln einige Baustellen im Kader.

Der am Mittwoch vollzogene Tausch von Nurse zu den San Jose Sharks für die Verteidiger Shakir Mukhamadullin und Zack Sharp verschaffte Edmonton den nötigen Spielraum unter der Gehaltsobergrenze, um Torwart Frederik Andersen, Verteidiger Ryan Shea sowie die Stürmer Kasperi Kapanen, Max Jones, Eduards Tralmaks und Mathieu Joseph neu oder wieder zu verpflichten und zudem Torwart Devon Levi per Trade zu holen.

Für Edmontons General Manager Stan Bowman erwies sich der Tag als äußerst produktiv.

„Ich möchte zunächst Darnell Nurse würdigen“, sagte Bowman am Mittwoch, noch vor den Verpflichtungen von Kapanen, Jones, Andersen und Joseph. „Wir haben die schwere Entscheidung getroffen, uns von einem echten Wettkämpfer, einem ‚Oiler‘ durch und durch und einem großartigen Teamkollegen zu trennen. Ich habe es sehr geschätzt, Darnell kennengelernt und ihn im Team gehabt zu haben. Er ist ein vorbildlicher Mensch. Niemand kämpft härter für seine Mannschaft als Darnell. Solche Entscheidungen sind daher immer schwer. Wir wünschen ihm und seiner Familie natürlich alles Gute.“

Nurse hatte noch vier Jahre Laufzeit bei seinem Achtjahresvertrag über 74 Millionen Dollar (mit einem durchschnittlichen Jahreswert von 9,25 Millionen Dollar), den er am 6. August 2021 bei den Oilers unterzeichnet hatte.

San Jose übernahm den gesamten Vertrag. Das bedeutet, dass Edmonton keinen Teil des Gehalts weiterzahlen muss, was einen entscheidenden Aspekt des Geschäfts ausmachte.

„Dass kein Gehalt einbehalten werden musste, war für uns sehr wichtig“, betonte Bowman. „Aufgrund ihrer Situation hinsichtlich der Gehaltsobergrenze verfügen die Sharks über den nötigen Spielraum. Wir hatten Glück, diesen Deal abschließen zu können.“

Der Transfer erforderte jedoch etwas Überzeugungsarbeit. Nurse gab zu, dass San Jose ursprünglich nicht auf seiner Liste der Wunschziele stand, nachdem er sich bereit erklärt hatte, auf seine Vertragsklausel zu verzichten, die einen Wechsel ohne seine Zustimmung untersagte. Schließlich konnte er sich jedoch mit dem Transfer zu den Sharks anfreunden und freut sich nun auf einen Neuanfang nach elf kompletten Spielzeiten in Edmonton.

„Ich habe mich intensiv damit auseinandergesetzt, was für mich am besten ist, und auch mit vielen Menschen gesprochen, die ich respektiere – sowohl innerhalb als auch außerhalb der Eishockeybranche. Wann immer ich San Jose erwähnte, hieß es, ich wäre verrückt, dieses Angebot nicht anzunehmen“, erklärte Nurse. „Es ist eine großartige Chance für mich, und ich bin jetzt doch sehr froh, dass es geklappt hat.“

Mit dem Abschied von Nurse geht in Edmonton eine Ära zu Ende. Er war neben den Stürmern Connor McDavid und Leon Draisaitl einer der Eckpfeiler beim Neuaufbau vor einigen Jahren. Das Trio spielte ab der Saison 2015/16 zusammen, nachdem McDavid im NHL Draft 2015 an erster Stelle ausgewählt worden war.

Die Oilers erreichten 2024 und 2025 das Stanley Cup Finale, unterlagen jedoch beide Male den Florida Panthers. In der zurückliegenden Postseason schieden sie bereits in der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs in der Western Conference nach sechs Spielen gegen die Anaheim Ducks aus.

Nurse wurde von Edmonton an siebter Stelle beim NHL Draft 2013 ausgewählt. Während seiner Zeit bei den Oilers erzielte er 324 Punkte (88 Tore, 236 Assists) in 798 Spielen und kam auf eine durchschnittliche Eiszeit von 22:30 Minuten. 2025/26 verbuchte er 24 Zähler (sieben Tore, 17 Assists) in 82 Partien. In der ersten Playoff-Runde gegen Anaheim blieb er ohne Scorerpunkt.

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„Ich habe viele schöne Erinnerungen an Edmonton, aber dieses Kapitel schließt sich nun“, sagte Nurse. „Manchmal ist es einfach an der Zeit zu gehen. Man spürt das persönlich und muss auf sein Bauchgefühl hören.“

Bowman glaubt, dass Mukhamadullin und Shea helfen werden, die durch den Weggang von Nurse entstandene Lücke zu füllen.

Der 24-jährige Mukhamadullin ist ein Restricted Free Agent und muss sich noch auf einen neuen Vertrag mit den Oilers einigen. In der vergangenen Saison spielte er mit einem Einjahresvertrag, der mit einer Million Dollar dotiert war.

Shea unterzeichnete einen Fünfjahresvertrag über 20 Millionen Dollar (durchschnittliches Jahresgehalt von 4 Millionen Dollar). Er lief in den zurückliegenden drei Saisons für die Pittsburgh Penguins auf und brachte es zuletzt auf 35 Punkte (sechs Tore, 29 Assists) in 80 Spielen.

„Mukhamadullin ist ein groß gewachsener Bursche, der sich gerade erst richtig entwickelt“, sagte Bowman. „Uns sind einige Dinge an seiner Spielweise aufgefallen. Er hat in diesem Jahr mehr auf der rechten als auf der linken Seite gespielt, obwohl er Rechtsschütze ist. Er hat eine enorme Reichweite und eine imposante Statur. Für meinen Geschmack könnte noch etwas an Gewicht zulegen, aber er nimmt bereits jetzt viel Raum auf dem Eis ein, und sein Spiel hat uns gefallen.“

Der 29-jährige Shea war von den Chicago Blackhawks an 121. Stelle beim NHL Draft 2015 ausgewählt worden. Er geht in seine vierte NHL-Saison.

„Ryan Shea ist ein Spieler, den ich gut kenne. Ich habe ihn seinerzeit sogar gedraftet“, verriet Bowman. „Er hat sich seit damals enorm weiterentwickelt. Meiner Meinung nach hat er letzte Saison herausragende Leistungen gezeigt. Er gehörte zu den Spielern, die wir bei unseren Besprechungen im Vorfeld des heutigen Tages ins Auge gefasst hatten – in der Hoffnung, ihn verpflichten zu können, falls wir entsprechenden Spielraum unter der Gehaltsobergrenze schaffen würden.“

Zudem nahmen die Oilers noch Kapanen (Einjahresvertrag; 2,6 Millionen Dollar), Jones (Einjahresvertrag; 850.000 Dollar), Tralmaks (Zwei-Wege-Vertrag mit einem Jahr Laufzeit; 850.000 Dollar) und Joseph (Einjahresvertrag; eine Million Dollar) unter Vertrag.

Darüber hinaus zogen die Oilers zwei neue Leute für die Torhüterposition an Land. Sie nahmen mit Andersen einen frischgebackenen Stanley Cup Champion der Carolina Hurricanes für ein Jahr und 2,8 Millionen Dollar unter Vertrag.

Der 36-jährige Goalie bestritt 16 Playoff-Spiele für Carolina in diesem Jahr und kam auf eine Matchbilanz von 13 Siegen und 2 Niederlagen, einen Gegentorschnitt von 1,89 sowie eine Fangquote von 91,0 Prozent. In den letzten drei Spielen des Finales gegen die Vegas Golden Knights musste er jedoch für Brandon Bussi Platz machen.

In einem Deal mit den Buffalo Sabres sicherten sich die Oilers die Dienste von Levi sowie einen Siebtrunden-Pick für den NHL Draft 2028 im Austausch gegen einen Drittrunden-Pick – ebenfalls für 2028.

Der 24-jährige Levi spielte in der vergangenen Saison für Rochester in der American Hockey League. Er kam in 52 Begegnungen auf eine Bilanz von 23-20-9, einen Gegentorschnitt von 2,83 und eine Fangquote von 90,4 Prozent.

Ferner absolvierte Levi absolvierte 39 Partien (davon 36 als Starter) in drei Spielzeiten für die Sabres und verbuchte eine Bilanz von 17-17-2 bei einem Gegentorschnitt von 3,29 und einer Fangquote von 89,4 Prozent.

Tristan Jarry ist der Dritte im Bunde der Torhüter von Edmonton. Er war in der vergangenen Saison von den Pittsburgh Penguins verpflichtet worden.

„Das Wichtigste war, einen guten, jungen Torhüter zu finden, dessen Spielweise meiner Meinung nach vielversprechend ist“, erläuterte Bowman. „Devon Levi hat in Buffalo fast 40 NHL-Spiele bestritten, ist also nicht völlig unerfahren in diesem Bereich. Seine jüngsten Erfolge feierte er jedoch in der American Hockey League. Jetzt klopft er an die Tür für eine neue Chance in der NHL.“

Levi gewann mit dem Team Canada Gold bei der IIHF-Weltmeisterschaft 2023 und Silber bei der U20-Weltmeisterschaft 2021. Zudem stand er im Aufgebot für die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking, kam dort jedoch nicht zum Einsatz.

„Es ist eine tolle Gelegenheit für mich“, verdeutlichte Levi. „Ich habe mich in den letzten Jahren einfach in Geduld geübt und an meinem Spiel gearbeitet, in dem Wissen, dass sich die Gelegenheit ergeben würde. Ich habe mir die Zeit genommen, mich zu verbessern, damit ich bereit bin, wenn der Moment gekommen ist. Es fühlt sich so an, als käme dieser Moment genau zum richtigen Zeitpunkt.“

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