Bis zum Start der NHL-Saison 2021/22 dauert es noch eine Weile. Um die Wartezeit zu verkürzen, präsentiert NHL.com/de eine Serie mit Bestenlisten in verschiedenen Kategorien im Hinblick auf die kommende Spielzeit.
In dieser Ausgabe: Die Top 10 der Center

Bei der Einschätzung der Leistung eines Spielers auf der Centerposition reicht es nicht alleine sich seine persönlichen Statistiken anzuschauen. Diese Akteure nehmen auch entscheidenden Einfluss auf die Darbietungen der Flügelstürmer neben ihnen und sogar der kompletten Mannschaft. Sie können durch Führungsstärke und Persönlichkeit auf und neben dem Eis massiv auf die Darbietungen des kompletten Kaders einwirken. Bei ihrer Bewertung spielt daher immer auch ein Stück weit Subjektivität mit hinein.
1. Connor McDavid, Edmonton Oilers
Der große Teamerfolg blieb für McDavid und seine Oilers bisher zwar noch aus, doch kein anderer Spieler der Gegenwart verfügt über eine ähnliche Kombination aus Offensivklasse und herausragender Fähigkeiten im Transition-Game wie er. Es ist erwähnenswert, dass McDavid (2020/21: 105 Punkte in 56 Spielen, dazu vier in vier Playoff-Spielen) zum jetzigen Zeitpunkt seiner Karriere in der Defensivarbeit noch Steigerungspotenzial hat. Seit seinem Eintritt in die Liga im Jahr 2015 rangiert er in der Offensive ganz vorne und seine Auftritte befördern ihn auch in unserer Rangliste ganz nach vorne. McDavid ist bereits ein Generationstalent, und er könnte ein Allzeit-Großer werden, wenn er sein Defensivspiel in Zukunft noch weiter verbessert.
2. Brayden Point, Tampa Bay Lightning
Point hat nicht den ganz großen Namen, so wie andere auf unserer Bestenliste, doch die Leistungen der Vergangenheit sprechen für ihn. Dass er in unserem Ranking sogar vor MacKinnon liegt, mag einige Leute irritieren, doch die beiden Stanley Cup Titel der vergangenen Jahre sind entscheidend. Es war schlicht unmöglich zu ignorieren, wie unglaublich dominant Point (zuletzt 48 Zähler in 56 Einsätzen, dazu 23 Punkte in 23 PO-Spielen) in allen Bereichen des Spiels mit seinen 25 Jahren ist. Selten kann ein Spieler ein Eishockeyteam in dieser Art und Weise anführen. Point spielte bereits in den Playoffs 2019/20 eine unersetzliche Rolle für die Lightning und trug mit der Unterstützung einiger anderer Superstars dazu bei, den Stanley Cup auch im Frühsommer 2021 nach Tampa zu holen. Es gibt aktuell vielleicht keinen clevereren Eishockeyspieler als Point.
3. Nathan MacKinnon, Colorado Avalanche

STL@COL, Sp2: MacKinnon mit Hattrick in Spiel 2

Ähnlich wie auch McDavid ist MacKinnon der große sportliche Wurf mit seiner Mannschaft, den Colorado Avalanche, bisher noch nicht gelungen. Unbestrittener Weise ist er jedoch schon jetzt einer der unterhaltsamsten Spieler der Liga, die man sich derzeit ansehen kann. Seine Vielseitigkeit und Schnelligkeit sind dabei seine größten Trümpfe. Er kann auf dem Eis wirklich alles. In der Saison 2019/20, in der ein großer Teil seines Teams in der entscheidenden Saisonphase verletzt ausfiel, erzielte er trotz aller Nackenschläge immer noch starke Offensivwerte und führte die Avalanche an. Auch in der abgelaufenen Spielzeit 2020/21 überzeugte MacKinnon in Denver (65 Punkte aus 48 Spielen, dazu 15 Zähler in zehn Playoff-Begegnungen) und hat mit seinen 25 Jahren noch viel Potenzial nach oben.
4. Leon Draisaitl, Edmonton Oilers
Aus Sicht eines deutschsprachigen Eishockeyfans könnte man dazu neigen, Draisaitl (84 Zähler in 56 Einsätzen, dazu fünf Punkte in vier Spielen der Postseason) in unserem Ranking ganz an die Spitze zu setzen. Doch mit den Darbietungen eines McDavid kann der gebürtige Kölner noch nicht ganz schritthalten. Welch immenses Potenzial er hat, vermochte der Gewinner der Hart Trophy des Jahres 2020 bereits in der Vorsaison zu zeigen, als er eine unglaubliche Offensivsaison, die die Oilers in die Postseason geführt hat, ablieferte. In den Playoffs 2021 tauchte er, wie sein Teamkamerad McDavid, noch zu häufig ab, konnte sein Team nicht zum angestrebten Erfolg führen, als es in der K.o.-Phase wirklich darauf ankam.
5. Auston Matthews, Toronto Maple Leafs
Mit einem der besten ersten Spiele in der Geschichte der NHL (4 Tore, Hattrick mit den ersten drei Torschüssen) hat Matthews vom ersten Tag an in der Liga für Furore gesorgt. Seit einiger Zeit spielt er inzwischen auch defensiv deutlich stärker als zuvor, konnte sich dadurch unter den großen seiner Zunft endgültig etablieren. In unserer Bestenliste hätte er auch sicherlich noch ein Stück weiter oben landen können, doch enttäuschen die Maple Leafs in der abgelaufenen Saison einmal mehr in den Playoffs, was zu verhindern auch Matthews (66 Punkte in 52 Spielen der regulären Saison, plus fünf Zähler in sieben K.o.-Spielen) nicht gelang. In Sachen Teamführung hat er noch Reserven, die er, will er mit Toronto in absehbarer Zeit den Stanley Cup erringen, schon in Kürze ausschöpfen sollte.
6. Sidney Crosby, Pittsburgh Penguins

PHI@PIT: Crosby gewinnt Overtime für Penguins

Der Altmeister nur auf dem sechsten Rang? Crosby (zuletzt 62 Punkte aus 55 Einsätzen, zzgl. zwei Zähler in sechs Playoff-Begegnungen) gehört mit den immensen Erfolgen seiner bisherigen Karriere unzweifelhaft zu den ganz großen seiner Zunft. Im Alter von 34 Jahren dürften seine besten Tage inzwischen zwar schon ein Stück weit hinter ihm liegen, doch gehört er unzweifelhaft noch zu den Besten. Die Nummer sechs mag für den wohl besten Spieler seiner Generation ein wenig niedrig erscheinen, ist er doch noch immer ein fantastischer Spieler und Führungspersönlichkeit, aber die Position des Centers ist in der Gegenwart mit vielen, neuen Stars besetzt.
7. Elias Pettersson, Vancouver Canucks
Bei den Vancouver Canucks lief es zunächst nicht nach Wunsch. Nach der starken Saison 2019/20 mit dem Einzug in die zweite Playoff-Runde gelang es den Westkanadiern zuletzt nicht daran anzuknüpfen und scheiterten deutlich an der Playoff-Qualifikation. Top-Talent Pettersson (21 Punkte aus 26 Spielen in 2020/21) hatte dabei dem Verletzungspech zu trotzen. Der Center, seines Zeichens immerhin der Calder Trophy Gewinner 2018/19, hat sich ungeachtet dessen, zu einem der besten Zwei-Wege-Spieler der NHL entwickelt. Während viele junge Spieler noch offenkundige Schwächen haben, präsentierte dieser sich mit vielen durchweg starken Darbietungen. Mit seinen erst 22 Jahren ist Pettersson auf dem besten Weg, einer der besten Spieler des Jahrzehnts und darüber hinaus zu werden.
8. Sean Couturier, Philadelphia Flyers
Couturier (41 Punkte aus 45 Einsätzen in 2020/21) unter unseren Top-10? Und das, nachdem die Flyers in der vergangenen Saison doch so sehr enttäuscht haben? Natürlich, denn der Center, der durchaus mit Spielern wie Draisaitl und Matthews verglichen werden kann, ist trotz der jüngsten Rückschläge eine beständige Zwei-Wege-Kraft, was ihn insbesondere in einem Kader, in dem es gerade nicht besonders gut läuft, auszeichnet. Seine durchweg beeindruckenden persönlichen Leistungen in den vergangenen Spielzeiten machen ihn in den letzten Jahren zu einem der konstant besten Spieler der NHL auf dieser Position. Die Abwehrleistung eines Akteurs wird im Eishockey gerne einmal übersehen, aber bei der Bewertung eines Centers ist sie wichtig, gilt es doch beide Seiten des Eises zu betrachten, weshalb Couturier es in unser Ranking der Ligabesten geschafft hat.

9. Steven Stamkos, Tampa Bay Lightning
Im Sport kommt es nicht selten vor, dass die Karriere eines hoch gehandelten Spielers durch Verletzungen überschattet wird und Fragen nach dem "Was wäre wenn..." aufgeworfen werden. Stamkos ist ein Spieler, der in seiner Karriere mehrere schwere Verletzungen erlitten hat, von denen ihn eine sogar den größten Teil der Meister-Saison 2019/20 seines Teams aus Tampa Bay kostete. Doch auch dort konnte man sehen, wie talentiert er unabhängig von Verletzungen ist. Seit er 2008 in die Liga kam ist Stamkos (zuletzt 34 Zähler aus 38 Spielen, plus 18 Punkte aus 23 Playoff-Einsätzen in 2020/21), wenn er gesund ist, ein sehr effektiver Spieler und hat sich als einer der besten Kufencracks seiner Generation etabliert. Der Stanley Cup Titel im Jahr 2021 war hierfür ein weiterer Beweis.
10. Mathew Barzal, New York Islanders
Als Spieler der Islanders wird man gerne und häufig unterschätzt. Zu dieser Kategorie von Aktiven zählt zweifelsohne auch der 24-jährige Center Barzal (45 Scorerpunkte in 55 Einsätzen der regulären Saison 2020/21, plus 14 Zähler aus 19 K.o.-Spielen). Für viele Beobachter galt er lange Zeit lediglich als "der Junge, der den Calder gewann" (2018). Inzwischen präsentiert sich der Center deutlich gereifter und half mit die New Yorker Vorstädter unter Coach Barry Trotz in der Ligaspitze zu etablieren. Zweimal in Folge zogen die Islanders in das Eastern Conference Finale bzw. Stanley Cup Halbfinale ein.