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Wenige Tage vor dem Ende der regulären Saison 2020/21 kommt die Zeit eine erste Bilanz zu ziehen. Nach der Unklarheit, ob und wann es aufgrund des Coronavirus zum Start der Spielzeit kommen würde, folgte eine spannende Hauptrunde voller großer Momente. Von großartigen Leistungen vieler Rookies, über spektakuläre Szenen bis hin zu historischen Momenten, hatte die vergangenen Monate trotz des auf 56 Partien verkürzten Spielplans in der NHL vieles zu bieten. Hier eine Auswahl einiger der besten, emotionalsten und denkwürdigsten Momente.

10. Endlich wieder Eishockey (13. Januar):
In den schwierigen Zeiten der Pandemie herrschte zunächst Unklarheit darüber, ob, wann und wie die Saison 2020/21 zustande kommen würde. Am 13. Januar war es dann endlich so weit. 308 Tage nach dem letzten Spiel der regulären Saison 2019/20 läuteten die Philadelphia Flyers die neue Spielzeit mit einem 6:3-Heimsieg gegen die Pittsburgh Penguins im Wells Fargo Center ein.
9. Kaprizovs Debüt (14. Januar):
Video: MIN@LAK: Kaprizov gewinnt Spiel in OT mit erstem Tor
Die Ankunft von Rookie Kirill Kaprizov bei den Minnesota Wild wurde im State of Hockey lange herbeigesehnt und der Russe übertraf umgehend alle Erwartungen. In seinem ersten NHL-Spiel führte er die Wild im Staples Center mit zwei Vorlagen und dem sehenswerten Siegtor zu einem 4:3-Auswärtssieg gegen die Los Angeles Kings. Es war das erste Vorzeichen einer überragenden Rookie-Saison, in der Kaprizov mit 51 Punkten (27 Tore, 24 Assists) trotz starker Leistungen anderer Neulinge wie Tim Stutzle, Jason Robertson und Ty Smith beim Rennen um die Calder Trophy dominierte und unter Beweis stellte, dass die NHL ihren nächsten Superstar gefunden hat.
8. Zibanejads historischer Moment (25. März):
Es wäre nur verständlich, wenn Mika Zibanejad in den Albträumen der Philadelphia Flyers auftauchen würde. Der Stürmer der New York Rangers wurde zum ersten Spieler der NHL-Geschichte, der in zwei Spielen in Folge gegen ein Team sechs Punkte erzielte. Am 17. und 25. März sammelte er gegen die Flyers jeweils drei Tore und drei Assists und sorgte für ein 9:0 und ein 8:3 der Rangers.
7. McDavid und Draisaitl punkten zweistellig (31. Januar):
Connor McDavid und Leon Draisaitl dominierten die Scorerliste der NHL die gesamte Saison über. Zwei Spiele vor Ende der regulären Saison liegt McDavid mit 102 Punkten (33 Tore, 69 Assists) auf dem ersten Platz, Draisaitl mit 81 Zählern (30 Tore, 51 Assists) auf Rang zwei. Die Vorherrschaft der beiden Stürmer der Edmonton Oilers war in keinem Spiel deutlicher, als bei ihrem 8:5-Sieg gegen die Ottawa Senators Ende Januar. Gemeinsam verbuchten sie elf Punkte. Draisaitl bereitete sechs Tore vor, McDavid erzielte einen Treffer und lieferte vier Assists.

6. Oshies emotionaler Hattrick (5. Mai):
Video: WSH@NYR: Oshie vollendet mit 3 Toren seinen Hattrick
Die Washington Capitals erlebten eine Saison voller wichtiger und emotionaler Momente. Die wohl bewegendste Szene war jedoch die Freude des Teams über den Hattrick von T.J. Oshie am 5. Mai gegen die New York Rangers. Nur einen Tag zuvor war Oshies Vater, "Coach" Tim Oshie, im Alter von 56 Jahren gestorben. Nach dem dritten Tor wurde Oshie mit Tränen in den Augen von der gesamten Mannschaft gefeiert und umarmt, ein bewegendes Bild, das sicher keiner der Spieler vergessen wird.
5. Matthews' 40. Tor (6. Mai):
Aufgrund der verkürzten Saison war klar, dass in absoluten Zahlen wohl keine Saisonrekorde aufgestellt werden würden. Auston Matthews von den Toronto Maple Leafs war aber einer der Spieler, die trotzdem für beeindruckende Statistiken sorgten. Er erzielte in seinem 49. Spiel sein 40. Saisontor gegen die Montreal Canadiens und führt die Liga mit sieben Toren Vorsprung vor Connor McDavid an. Sein Durchschnitt von 0,8 Toren pro Spiel würde in einer vollen Saison 66 Treffer bedeuten, eine Zahl die nie erreicht wurde, seit die Rocket Richard Trophy für den besten Torschützen 1999 erstmals verliehen wurde.

MTL@TOR: Matthews mit einem Schuss vom Kreis zum 40.

4. Crosby macht die 1.000 voll (20. Februar):
Einer der größten Spieler aller Zeiten feierte einen besonderen Meilenstein. Gegen die New York Islanders bestritt der Kapitän der Pittsburgh Penguins zu Hause in der PPG Paints Arena sein 1.000. Spiel. Der dreifache Stanley Cup Sieger wurde vor der Partie in einer emotionalen Zeremonie von den Penguins geehrt, während der Videos mit Glückwünschen von einigen der größten Spieler der Liga eingespielt wurden. Neben Crosby erreichten diese Saison Patrick Kane, Keith Yandle, Shea Weber, Travis Zajac, Jordan Staal, Nicklas Backstrom, Milan Lucic, Paul Stastny die Marke von 1.000 NHL-Spielen.
3. Ovechkin überholt Esposito (16. März):
An Alex Ovechkins Platz unter den besten Spielern und vor allem besten Torschützen aller Zeiten, besteht längst kein Zweifel mehr. Am 16. März machte der Kapitän der Washington Capitals den nächsten Schritt in der ewigen Torschützenliste. Bei einem 3:1-Sieg gegen die New York Islanders erzielte er mit dem 2:0 sein 718. NHL-Tor. Damit überholte er Phil Esposito und übernahm den sechsten Platz. Mit seinen mittlerweile 730 Toren liegen nur noch Marcel Dionne (731), Brett Hull (741), Jaromir Jagr (766), Gordie Howe (801) und Wayne Gretzky (894) vor ihm.

NYI@WSH: Ovechkin überholt Esposito mit 718. NHL-Tor

2. McDavid sprintet zum 100. Punkt (8. Mai):
Video: VAN@EDM: McDavid holt mit Tor, 3 Assists 100. Punkt
Zu Beginn der verkürzten Saison erschien die Marke von 100 Punkten absolut utopisch zu sein. Doch für Connor McDavid scheint nichts unmöglich, solange er Schlittschuhe an den Füßen und Eis unter den Kufen hat. Im Mai startete der Topscorer zu einem furiosen Finale der regulären Saison, erzielte innerhalb von sechs Spielen 18 Punkte (5 Tore, 13 Assists), erreichte am 8. Mai 100 Punkte und erhöhte zwei Tage später auf 102. Ein besonderes Bild bot sich bei McDavids 100. Punkt, einem Assist. Obwohl Draisaitl das Tor erzielte, stürzten sich alle Spieler auf ihren Kapitän und feierten seine Errungenschaft.
1. Marleau überholt Howe (19. April):
Video: SJS@VGK: Marleau ist neuer NHL-Rekordspieler
Patrick Marleau stellte in dieser Saison einen Rekord auf, der lange bestehen bleiben wird. Bei einer 2:3-Niederlage nach Penaltyschießen seiner San Jose Sharks gegen die Vegas Golden Knights bestritt er sein 1.768. Spiel in der NHL und nahm damit Gordie Howe den Rekord für die meisten Spiele der Ligageschichte ab. Howes Bestwert bestand seit 1980 und galt lange als uneinholbar. Marleau wurde während des Auswärtsspiels von der NHL mit einer Rede von Commissioner Gary Bettman geehrt und von den Golden Knights und ihren Fans bejubelt. Die Reaktionen in Vegas zeigten, wie bereits beim Spiel zuvor die Glückwünsche der Minnesota Wild, den besonderen Respekt, den Marleau selbst bei seinen Gegnern genießt.