Stärken
Die Avalanche weiß nun, wie sich eine Meisterschaft gewinnen lässt. In den Playoffs drehte Colorado regelrecht auf, stellte mit durchschnittlich 4,25 Toren pro Spiel und einer Powerplay-Quote von 32,8 Prozent die beste Offensive und das beste Überzahlspiel aller teilnehmenden Mannschaften.
In der regulären Saison rangierte das Offensivspiel der Avalanche mit einem Schnitt von 3,76 Treffern auf Platz 4 der NHL. Die Verteidigung ließ pro Spiel durchschnittlich 2,83 Tore zu. Dies genügte immerhin für Platz 9. Bemerkenswert war, dass die Defensive in den Playoffs durchschnittlich nur 27,9 Schüsse auf das eigene Tor zuließ. Dies war der niedrigste Wert aller Mannschaften.
Auch wenn es einige namhafte Abgänge gab, ist der Kern der Mannschaft eingespielt. Die Avalanche hat also gute Chancen, an die Erfolgssaison anzuknüpfen. Hinzu kommt, dass Colorado in den vergangenen Jahren bewiesen hat, bereits in der regulären Saison konstant zu funktionieren. In den letzten beiden Spielzeiten landeten sie auf Platz 1 ihrer Division, in den zurückliegenden drei Spielzeiten schnitten sie nie schlechter als auf Rang 2 ab.
Verbesserungspotenziale
Das Penalty Killing war in der zurückliegenden Spielzeit nur mittelmäßig. Mit einer Quote von 79,7 Prozent belegte die Mannschaft Platz 15 in der NHL. In den Playoffs funktionierte das Unterzahlspiel mit 80,4 Prozent nur unwesentlich besser.
Das größte Fragezeichen befindet sich allerdings zwischen den Torpfosten. In Kuemper verlor die Avalanche einen echten Routinier. Sein bisheriger Backup Francouz ist mit seinen 32 Jahren zwar genauso alt, hat allerdings erst 57 reguläre Saisonspiele in der NHL absolviert. Georgiev ist mit seinen 129 Einsätzen zwar etwas erfahrener, hat aber genauso wie Francouz noch nie mehr als 34 Partien in einer regulären Saison gespielt.
Ähnliches: [Avalanche-Goalies Francouz, Georgiev: wenig Erfahrung, viel Potenzial]
Spieler aus DACH
Der deutsche Nico Sturm wurde im März von Minnesota Wild nach Colorado getradet, stand in 13 Playoff-Partien auf dem Eis und feierte den Gewinn des Stanley Cups. Sein Vertrag lief danach aus, sodass er zu den San Jose Sharks wechselte. Aktuell befindet sich kein Spieler aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz im Kader.
Vielversprechende Talente
Der erst 21-jährige Verteidiger Bowen Byram hinterließ in seiner zweiten NHL-Saison einen starken Eindruck. In der regulären Saison gelangen ihm in 30 Spielen fünf Tore und zwölf Assists, in den Playoffs legte er mit neun Vorlagen nach. Auch der gleichaltrige Center Alex Newhook hat sich vergangene Saison etabliert. 13 Tore und 20 Assists erzielte er in der regulären Saison, vier Vorlagen in den Playoffs.
Beim NHL Draft 2022 war die Avalanche in den ersten fünf Runden lediglich Zuschauer. Die Picks wurden weggetauscht, um den Meisterschafts-Kader zusammenzustellen. Daher ist keine Soforthilfe aus der diesjährigen Draft-Klasse zu erwarten.
Playoff-Chancen
Die Playoff-Qualifikation sollte mit diesem starken Kader eine Selbstverständlichkeit sein. Ob die Avalanche allerdings genauso wie zuvor die Tampa Bay Lightning den Titel verteidigen kann, ist fraglich. Einer der beiden Torhüter müsste den Beweis erbringen, auch als dauerhafter Starter ein sicherer Rückhalt zu sein. Der Abgang von Burakovsky und womöglich auch von Kadri wiegen ebenfalls schwer.