Landeskogs Top 5 Tore in 2021/22

Ab Mitte September beginnen in der NHL die Training Camps zur Vorbereitung auf die Saison 2022/23. Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga genauer unter die Lupe. Die zweiteilige Bestandsaufnahme umfasst die wichtigsten personellen Veränderungen, die Schlüsselspieler, die Stärken und Schwächen sowie die Playoff-Chancen.
In dieser Ausgabe: Colorado Avalanche

Die Colorado Avalanche entwickelte sich schrittweise zum Meisterteam. Nachdem sie dreimal in Folge in der 2. Runde der Stanley Cup Playoffs gescheitert waren, sind sie vergangene Saison das überragende Team der NHL gewesen. Nach dem 1. Platz in der Central Division folgte ein imposanter Playoff-Lauf mit zwei Sweeps und lediglich vier Niederlagen. Das 4:2 gegen den Titelverteidiger Tampa Bay Lightning im Finale sorgte für den dritten Stanley-Cup-Sieg der Franchise-Geschichte.
Doch ist die Mannschaft dazu in der Lage, nun dauerhaft um den Titel mitzuspielen?

Das Beste der Colorado Avalanche

Schlüsselspieler
Der rechte Flügelspieler Mikko Rantanen (36 Tore, 56 Assists, 92 Punkte) war in der regulären Saison der Top-Scorer der Avalanche und rangierte vor dem Center Nathan MacKinnon. Während diese beiden Stars auch kommende Saison das Trikot von Colorado tragen, ist der Vertrag von dem drittbesten Scorer, gemeint ist Center Nazem Kadri (28-59-87), ausgelaufen. Seine Zukunft ist noch ungeklärt.
Der linke Flügelstürmer Andre Burakovsky, der mit 22 Toren und 39 Assists Platz 5 der internen Scorer-Liste belegte, hat sich zu den Seattle Kraken verabschiedet. Kapitän Gabriel Landeskog hingegen bleibt der Avalanche noch langfristig erhalten. Selbiges trifft auf Valeri Nichushkin zu. Der rechte Flügelstürmer, der in den Playoffs mit neun Toren der drittbeste Torschütze seiner Mannschaft gewesen ist, unterzeichnete in der Offseason einen neuen Vertrag über acht Jahre.
Der Top-Star der Verteidigung ist Cale Makar, der in den zurückliegenden Playoffs mit acht Toren und 21 Assists sogar der Top-Scorer der Avalanche war. Der 23-Jährige wurde vergangene Saison mit der Norris Trophy als bester Verteidiger und mit der Conn Smythe Trophy als wertvollster Spieler der Playoffs ausgezeichnet. Er ist erst der dritte Verteidiger der NHL-Geschichte nach Bobby Orr (1970, 1972) und Niklas Lidström (2002), der in einer Saison beide Auszeichnungen einheimste.
Colorados General Manager Chris MacFarland ist mit dem Kader zufrieden. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass unsere Sturm-Gruppe gut aufgestellt ist", sagte er und fügte in Bezug auf die Defensive hinzu: "Wir mögen den Mix. Die Verteidigung hat in den Playoffs wirklich gut gespielt. Samuel Girard kommt nach seiner Verletzung wieder gesund dazu. Das gibt uns ein gutes Gefühl."
Veränderungen gibt es bei den Torhütern. Darcy Kuemper hat sich zu den Washington Capitals verabschiedet und wurde durch Alexandar Georgiev ersetzt, der zuvor das Tor der New York Rangers hütete, allerdings hinter Igor Shesterkin lediglich die Nummer 2 war. Georgiev wird gemeinsam mit Pavel Francouz das Torwart-Duo bilden.

MacKinnons Top 5 Tore in 2021/22

Stärken
Die Avalanche weiß nun, wie sich eine Meisterschaft gewinnen lässt. In den Playoffs drehte Colorado regelrecht auf, stellte mit durchschnittlich 4,25 Toren pro Spiel und einer Powerplay-Quote von 32,8 Prozent die beste Offensive und das beste Überzahlspiel aller teilnehmenden Mannschaften.
In der regulären Saison rangierte das Offensivspiel der Avalanche mit einem Schnitt von 3,76 Treffern auf Platz 4 der NHL. Die Verteidigung ließ pro Spiel durchschnittlich 2,83 Tore zu. Dies genügte immerhin für Platz 9. Bemerkenswert war, dass die Defensive in den Playoffs durchschnittlich nur 27,9 Schüsse auf das eigene Tor zuließ. Dies war der niedrigste Wert aller Mannschaften.
Auch wenn es einige namhafte Abgänge gab, ist der Kern der Mannschaft eingespielt. Die Avalanche hat also gute Chancen, an die Erfolgssaison anzuknüpfen. Hinzu kommt, dass Colorado in den vergangenen Jahren bewiesen hat, bereits in der regulären Saison konstant zu funktionieren. In den letzten beiden Spielzeiten landeten sie auf Platz 1 ihrer Division, in den zurückliegenden drei Spielzeiten schnitten sie nie schlechter als auf Rang 2 ab.
Verbesserungspotenziale
Das Penalty Killing war in der zurückliegenden Spielzeit nur mittelmäßig. Mit einer Quote von 79,7 Prozent belegte die Mannschaft Platz 15 in der NHL. In den Playoffs funktionierte das Unterzahlspiel mit 80,4 Prozent nur unwesentlich besser.
Das größte Fragezeichen befindet sich allerdings zwischen den Torpfosten. In Kuemper verlor die Avalanche einen echten Routinier. Sein bisheriger Backup Francouz ist mit seinen 32 Jahren zwar genauso alt, hat allerdings erst 57 reguläre Saisonspiele in der NHL absolviert. Georgiev ist mit seinen 129 Einsätzen zwar etwas erfahrener, hat aber genauso wie Francouz noch nie mehr als 34 Partien in einer regulären Saison gespielt.
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Spieler aus DACH
Der deutsche Nico Sturm wurde im März von Minnesota Wild nach Colorado getradet, stand in 13 Playoff-Partien auf dem Eis und feierte den Gewinn des Stanley Cups. Sein Vertrag lief danach aus, sodass er zu den San Jose Sharks wechselte. Aktuell befindet sich kein Spieler aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz im Kader.
Vielversprechende Talente
Der erst 21-jährige Verteidiger Bowen Byram hinterließ in seiner zweiten NHL-Saison einen starken Eindruck. In der regulären Saison gelangen ihm in 30 Spielen fünf Tore und zwölf Assists, in den Playoffs legte er mit neun Vorlagen nach. Auch der gleichaltrige Center Alex Newhook hat sich vergangene Saison etabliert. 13 Tore und 20 Assists erzielte er in der regulären Saison, vier Vorlagen in den Playoffs.
Beim NHL Draft 2022 war die Avalanche in den ersten fünf Runden lediglich Zuschauer. Die Picks wurden weggetauscht, um den Meisterschafts-Kader zusammenzustellen. Daher ist keine Soforthilfe aus der diesjährigen Draft-Klasse zu erwarten.
Playoff-Chancen
Die Playoff-Qualifikation sollte mit diesem starken Kader eine Selbstverständlichkeit sein. Ob die Avalanche allerdings genauso wie zuvor die Tampa Bay Lightning den Titel verteidigen kann, ist fraglich. Einer der beiden Torhüter müsste den Beweis erbringen, auch als dauerhafter Starter ein sicherer Rückhalt zu sein. Der Abgang von Burakovsky und womöglich auch von Kadri wiegen ebenfalls schwer.