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Am 28. Juli wird die NHL Free Agency eröffnet. NHL.com/de informiert im Vorfeld und nach Beginn des Spielermarktes über die wichtigsten Transfers, Vertragsunterzeichnungen und weitere interessante Geschehnisse.

In dieser Ausgabe: Die Situation eine Woche vor Beginn der Free Agency
Die Free Agency gehört in jeder Offseason zu den Höhepunkten des NHL-Kalenders und ist meist mit spektakulären Wechseln von prominenten Spielern verbunden. Lange schon war die Auswahl an vertragslosen Spieler mit einem klangvollen Namen nicht mehr so groß wie in diesem Sommer. NHL.com/de hat zehn der bekanntesten Unrestricted Free Agents (UFAs) herausgepickt.
1. Alex Ovechkin
Der 35-jährige Angreifer ist unbestritten der prominenteste Akteur auf der Liste der diesjährigen UFAs. Der Stürmer verdiente zuletzt 9,5 Millionen US-Dollar bei den Washington Capitals.

WSH@BOS, Sp3: Ovechkin nutzt Manthas Pass in Überzahl

Der langjährige Kapitän der Washington Capitals verhandelt gerade intensiv mit GM Brian MacLellan über einen Anschlussvertrag. Ovechkin und MacLellan hatten bereits nach dem Ende der Saison 2019/20 ein intensives Gespräch, um die Parameter für eine Verlängerung festzulegen.
Im November 2020 gab Ovechkin dem russischen Fernsehen ein Interview und sprach darin offen über seine Vorstellung, wie er seine Spielerkarriere einmal beenden möchte. "Es ist keine Frage des Geldes", sagte er in Bezug auf seinen Wunsch, in der US-Hauptstadt zu bleiben. "Es ist einfach eine Frage des Prinzips. Ich habe nur für zwei Teams gespielt, Dynamo Moskau und Washington. Natürlich werde ich noch zwei, drei, vier oder fünf Jahre bei Washington bleiben. Und dann würde ich gerne auf einem hohen Niveau abschließen und mein letztes Spiel mit Dynamo machen."
"Ich bin mir ziemlich sicher, dass bald etwas passieren wird", sagte Ovechkin bei der Saisonabschluss-Pressekonferenz. Um den Capitals einen weiteren Schutzslot für den Expansion Draft zu ermöglichen, lag die Vermutung nahe, dass ein neuer Vertrag bereits in der Schublade liegen könnte. Alles andere als eine Verlängerung bei den Capitals wäre eine Überraschung.
2. Dougie Hamilton
Der 28-jährige Verteidiger, der am Ende bei den Carolina Hurricanes 5,75 Millionen US-Dollar pro Jahr verdiente, ist ebenfalls heiß begehrt. Für ihn dürfte eine deutliche Gehaltserhöhung fällig sein. Da Carolina bereits vier andere Verteidiger für mehr als 4 Millionen Dollar pro Jahr unter Vertrag hat und sich die Gespräche über eine Vertragsverlängerung während der Saison abgekühlt haben, könnte es in seinem Fall zu einem Bruch zwischen den beiden Parteien kommen.
"Ich habe nichts Schlechtes über meine Erfahrung hier bei den Carolina Hurricanes zu sagen und ich habe es wirklich genossen, ein Teil des Teams zu sein", sagte er. Nicht ohne noch nachzuschieben: "Hoffentlich können wir so weitermachen."
3. Gabriel Landeskog
Der 28-jährige Stürmer nahm bei den Colorado Avalanche zuletzt 5,57 Millionen US-Dollar pro Spielzeit ein. Es gilt als wahrscheinlich, dass der Kapitän in Denver verlängert. Alles andere würde den Kern der Mannschaft in Mitleidenschaft ziehen.

VGK@COL, Sp1: Makar und Landeskog erhöhen Führung

Kein Mitglied der UFA-Klasse 2021 hat mehr Punkte (52) oder Punkte pro Spiel (0,96) erzielt als Landeskog, der im Schnitt 20 Minuten pro Match an der Seite der jüngeren Stars Mikko Rantanen und Nathan MacKinnon in einer der herausragenden Formationen der NHL agierte. Sicherlich ist eine Menge Geld nötig, um den Anführer zu halten.
Landeskog ist im Expansion Draft nicht geschützt und sagte gegenüber The Athletic, dass er unzufrieden sei, so kurz vor dem 28. Juli noch ohne Vertrag zu sein. "Ich muss ehrlich sagen, dass ich ein bisschen enttäuscht bin, dass es so weit gekommen ist und dass es zu diesem Punkt kommen musste", so Landeskog. "Ich bin aber immer noch hoffnungsvoll, dass wir uns auf etwas einigen können."
4. Philipp Grubauer
Der 29-jährige Goalie wurde die letzten drei Jahre mit 3,33 Millionen US-Dollar pro Spielzeit entlohnt. Grubauer absolvierte eine fabelhafte Saison für den Stanley-Cup-Anwärter. Die Nummer eins im Tor der Avalanche lieferte eine glänzende 30-9-1-Bilanz, einen GAA von 1,95, eine Fangquote von 92,2 Prozent und eine Karriere-Bestleistung von sieben Shutouts ab.
GM Joe Sakic hat sich bisher nicht zu Grubauers nächstem Vertrag geäußert. Fest steht, dass der Deutsche gerne beim Team bleiben würde. "Im Moment ist alles ungewiss. Jedes Team wartet auf den Expansion Draft. Ich würde gerne hierbleiben. Denver ist mein Zuhause geworden. Ich mag das Team und die Organisation. Es wäre also schön, wenn sich etwas ergeben würde." Im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Landeskog ist Grubauer im Expansion Draft vor einem Zugriff der Seattle Kraken geschützt.

LAK@COL: Grubauer verbucht seinen 7. Saison-Shutout

5. Zach Hyman
Der Stürmer, der Ende Juli 29 Jahre alt wird, verdiente vorige Saison bei den Toronto Maple Leafs 2,25 Millionen US-Dollar. "Ich würde gerne in Toronto bleiben. Hier bin ich aufgewachsen. Ich möchte für eine lange Zeit ein Leaf sein. Das ist das Allerwichtigste", sagte Hyman bereits im April 2020.
Der Flügelstürmer, der in allen Bereichen eingesetzt werden kann, steigerte seinen Marktwert mit einer weiteren starken Saison. GM Kyle Dubas betonte, er sei "sehr daran interessiert", Hyman zu halten. Ob das gelingt, ist allerdings offen.
6. Taylor Hall
Der Stürmer brachte es in der Saison 2020/21 auf eine Einnahme von acht Millionen US-Dollar. Nach dem Saisonstart bei den Buffalo Sabres war Hall im Saisonendspurt für die Boston Bruins aktiv. Der Spieler würde nach eigener Aussage gerne in Boston bleiben. "Ich sehe, dass es passt, und hoffentlich sehen sie das auch so. Ich weiß, dass sie eine Menge Dinge zu tun haben und sich um einige andere Spieler kümmern müssen, die schon länger hier sind als ich", sagte Hall. "Danach werden wir herausfinden, ob wir etwas auf die Beine stellen können. Das ist mein Ziel." Es wird gemunkelt, dass eine Verlängerung kurz bevorsteht.
7. David Krejci
In Boston kassierte der 35-jährige Offensivspieler 7,25 Millionen US-Dollar. Der bestbezahlte Akteur der Bruins wird vermutlich eine Gehaltskürzung hinnehmen müssen. Krejcis gute Leistung in der Saison 2020/21 (44 Punkte in 51 Spielen) bestätigte den hohen Wert, den ein zuverlässiger Akteur wie er noch immer in ein Team einbringen kann.
"Es geht nicht um Geld", sagte Krejci über seine Zukunft. "Ich denke, das ist alles, was ich sagen kann: Mein nächster Vertrag wird nicht vom Geld abhängig sein." Krejci hatte zuvor angedeutet, seine Karriere in seiner Heimat Tschechien beenden zu wollen.
8. Tyson Barrie
Der 30-jährige Abwehrstratege nahm vorige Spielzeit 3,75 Millionen US-Dollar bei den Edmonton Oilers ein. Er glänzte häufig im Powerplay. Nach 48 Punkten aus 56 Spielen sollte ein neuer Vertrag in diesem Sommer die Kasse klingeln lassen. "Wenn es für mich eine Möglichkeit gibt, langfristig in Edmonton zu bleiben, würde das gut passen", meinte Barrie.

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9. Phillip Danault
Bei den Montreal Canadiens bezog Danault zum Schluss jährlich gut drei Millionen US-Dollar Jahressalär. Der 28-Jährige kann nach der erfolgreichen Postseason mit Montreal jetzt den Markt ausloten.
Danault hat zwar nicht gerade Traum-Statistiken vorzuweisen, denn er hat bislang nie mehr als 13 Tore erzielt und nur einmal in seiner NHL-Laufbahn die 50 Punkte-Marke erreicht, aber er gehört dennoch stets zu den Anführern seiner Mannschaft. "Wir lieben Phil", bekannte GM Marc Bergevin am Ende der Saison. "Er ist immer noch in unseren Plänen, und wir hoffen, dass er bei unserem Team bleibt."
10. Tuukka Rask
Mit seinen 34 Jahren gehört der Goalie zu den Routiniers der Liga. Der Torhüter kassierte in Boston mit sieben Millionen US-Dollar pro Jahr deutlich mehr als zum Beispiel sein Kollege Grubauer in Denver.
Die Frage ist in seinem Falle nicht, ob der frühere Gewinner der Vezina Trophy und Stanley Cup Champion eine Verlängerung verdient hat, sondern vielmehr, ob sein Körper für eine weitere Saison bereit ist. Wegen einer Verletzung würde er auf jeden Fall die ersten Monate verpassen.
Rask hat in der vergangenen Saison offen über einen möglichen Rücktritt im Jahr 2021 gesprochen. "Ich werde für niemand anders als die Bruins spielen. Das ist mein Zuhause", sagte Rask. "An diesem Punkt meines Lebens und meiner Karriere sehe ich keinen Grund, woanders hinzugehen, vor allem nicht bei meinem derzeitigen Gesundheitszustand und einer Genesungszeit von fünf oder sechs Monaten. Hoffentlich klappt es, dass ich mich gut erhole. Wir können über Verträge sprechen, wenn die Zeit dafür reif ist."