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Die Detroit Red Wings haben ihr Auswärtsspiel am Mittwochabend in der PPG Paints Arena bei den Pittsburgh Penguins mit 5:4 n.V. gewonnen. Dabei gelang den Red Wings ein historisches Vier-Tore-Comeback.

"Das war ein großartiges Spiel", sagte Matchwinner Jake Walman, der Detroits Siegtreffer in der Overtime erzielte. "Die Jungs haben eine Menge Widerstandsfähigkeit gezeigt. Wir wussten, dass das erste Drittel nicht gut genug war, also haben wir danach eine Reaktion gezeigt."
5:4 nach 0:4: Detroits Vier-Tore-Comeback
Zur ersten Pause hätte wohl keiner mehr auf die Red Wings gewettet, denn die Penguins lagen bereits komfortabel mit 4:0 vorne: Drew O'Connor (3.), Jeff Carter (11., im Powerplay) und Doppelpacker Jason Zucker (15., 20., im Powerplay) hatten den Arbeitstag von Detroits Starter Ville Husso (acht Saves, 66,7 Prozent Fangquote) bereits nach 20 Minuten beendet.

DET@PIT: Perron erzielt den Ausgleich in Überzahl

Ab dem zweiten Drittel stand Backup-Torwart Magnus Hellberg (19 Saves, 100 Prozent Fangquote) zwischen den Pfosten und hielt sich schadlos. Mit ihm kam die Wende, denn fortan starteten die Red Wings eine furiose Aufholjagd: Dylan Larkin (28., im Powerplay), Joe Veleno (35.), Jonatan Berggren (56.) und David Perron (57., im Powerplay) glichen noch in der regulären Spielzeit auf 4:4 aus und erzwangen eine Verlängerung. Dort wurde Walman zum großen Helden: In einer 2-auf-1-Situation passte Andrew Copp scharf auf den zweiten Pfosten, wo Walman per Tip-in mit der Rückhand den nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg der Gäste unter Dach und Fach brachte (63.).
"Wir waren nicht fürchterlich, wir waren nicht so schlecht, wie es das 0:4 hätte glauben lassen können", sagte Detroits Trainer Derek Lalonde. "Wir hatten sogar mehr Schüsse als sie und auch das Chancenverhältnis war ziemlich gleich. Wir waren dann exzellent im zweiten und dritten Drittel und haben das bekommen, was wir verdient haben."
Die Red Wings hatten in allen drei Dritteln Schussvorteile (14:12, 16:9, 14:8) und trafen in der Overtime (2:2) mit dem zweiten Versuch (insgesamt 46:31 Schüsse).
"Nachdem wir das zweite Tor geschossen hatten, wurde unser Glaube größer und größer und wir konnten es wieder spannend machen", so Stürmer Perron. "Es hat sich so angefühlt, also konnten wir unser Spiel entwickeln. Es war toll, dass wir einen Weg gefunden haben. Das war großartig."
Eine historische Aufholjagd

DET 5, PIT 4 - F/OT

Detroit ist erst das zweite Team in der laufenden Saison, das es geschafft hat, auf einen Vier-Tore-Rückstand zurückzukommen. Zuvor gelang das schon den Vancouver Canucks beim 7:6-Erfolg n.V. gegen die Montreal Canadiens.
In der Franchise-Geschichte der Red Wings gelang bereits dreimal zuvor ein Vier-Tore-Comeback: Beim 7:6 gegen die Toronto Maple Leafs am 4. Dezember 1984, beim 5:4 gegen die Maple Leafs am 22. Februar 1972 sowie beim 8:5 gegen die Boston Bruins am 3. November 1960.
"Sie sind ein gutes Team. Sie haben hart gespielt und haben weiter gedrückt, auch als sie vier Tore hinten waren. Dafür haben sie sich Lob verdient", musste auch Pittsburghs Torwart Casey DeSmith anerkennen.
Seider mit +2 - Red Wings hoffen auf mehr Konstanz

DET@PIT: Walman gewinnt OT für die Red Wings

An dieser historischen Aufholjagd war mit Moritz Seider auch ein Deutscher beteiligt. Der 21-jährige Verteidiger aus Zell (Mosel) spulte 23:46 Minuten Eiszeit ab (davon 1:37 im Powerplay und 1:05 im Penalty Killing) und verbuchte zwei Torschüsse, vier Checks, einen Block sowie eine Plus-Minus-Bilanz von +2. Seider spielte im ersten Verteidigerpaar an der Seite von Ben Chiarot.
Der Schweizer Stürmer Pius Suter hatte indes zwei Torschüsse in 15:56 Minuten Eiszeit für die Red Wings.
Detroit hofft, dass das erste Vier-Tore-Comeback seit 1984 eine belebende Wirkung auf den weiteren Saisonverlauf hat. In den letzten sechs Spielen hatten die Red Wings eine 4-4-2-Bilanz, hatten also Probleme mit der Konstanz. Mit einem 15-11-7-Record nach 33 Spielen rangiert Detroit auf Rang vier in der Atlantic Division und hat fünf Punkte Rückstand auf die New York Rangers (19-12-5) für den letzten Wildcard-Platz in der Eastern Conference bzw. den dritten Platz der Tampa Bay Lightning in der Atlantic Division.
Zum Jahresausklang spielen die Red Wings zunächst "back-to-back" und sind bereits am heutigen Donnerstag auswärts bei den Buffalo Sabres gefordert. An Silvester steht noch ein Heimspiel in Motor City gegen die Ottawa Senators auf dem Spielplan. Es kommt also zu gleich zwei deutschen Duellen: Erst trifft Seider auf Buffalos Flügelstürmer JJ Peterka, dann auf Ottawas Center Tim Stutzle. Doch auch abgesehen davon sind es richtungsweisende Spiele für Detroit, denn beide Kontrahenten aus der Atlantic Division stehen in der Tabelle hinter den Red Wings.