Grubauer 11.9

Denver bleibt ein gutes Pflaster für Philipp Grubauer und die Seattle Kraken. Am Donnerstag feierten sie einen 4:3-Sieg in der Ball Arena bei den Colorado Avalanche und weckten damit Erinnerungen an die heiß umkämpfte Erstrundenserie zwischen beiden Teams in den Stanley Cup Playoffs im Frühjahr. Mit drei Auswärtssiegen in Colorado hatte Seattle seinerzeit den Grundstein für das überraschende Weiterkommen gegen den Titelverteidiger nach sieben Duellen gelegt. Beim Showdown in Spiel 7 trug Grubauer mit 33 Saves entscheidend zum 2:1-Erfolg bei.

Die Messlatte lag diesmal zwar nicht so hoch, doch die Kraken erwiesen sich erneut als extrem widerborstiger Kontrahent. Grubauer parierte 23 von 26 Schüssen auf sein Gehäuse und feierte seinen dritten Sieg im achten Einsatz. Seine Fangquote in der laufenden Saison beträgt 90,0 Prozent, der Gegentorschnitt beläuft sich auf 3,01 pro Partie.

Matchwinner für die Kraken beim jüngsten Vergleich mit Colorado war Oliver Bjorkstrand. Er schoss 32 Sekunden vor Schluss den vielumjubelten Siegtreffer und machte dadurch zugleich seinen Doppelpack perfekt. Der Angreifer hatte sich bereits beim letzten Auftritt in Denver zweifach in die Torschützenliste eingetragen.

SEA@COL: Bjorkstrand schießt sein zweites Tor des Spiels

„Nachdem Colorado zurückgekommen ist, sind wir nicht in Panik geraten. Das ist gegen einen derart starken Gegner gar nicht so leicht. Doch wir sind drangeblieben und haben bis zuletzt an uns geglaubt. Schließlich haben wir uns für unseren unermüdlichen Einsatz belohnt“, lautete das Fazit von Bjorkstrand.

Eine starke Leistung bot zudem Jaden Schwartz, dem ein Tor und ein Assist gelangen. Auf diese Weise baute der Angreifer seinen Punktestreak auf acht Spiele aus. Zehn Zähler (fünf Tore, fünf Assists) verbuchte er in diesem Zeitraum. Grund zum Jubeln hatte auch Matty Beniers, der seinen ersten Saisontreffer markierte. Im Anschluss an die vergangene Spielzeit war er als Rookie des Jahres mit der Calder Trophy ausgezeichnet worden.

„Das fühlt sich großartig an. Ich hatte in den letzten Spielen einige hochkarätige Chancen. Aber manchmal will der Puck einfach nicht reingehen. Heute hatte ich endlich das nötige Quäntchen Glück“, sagte Beniers über sein Premierentor. Nicht nur mit seinem Auftritt, sondern mit dem der gesamten Mannschaft sei er rundum zufrieden. „Wir wollten unter allen Umständen vermeiden, dass sie zu einfachen Offensivaktionen oder schnellen Gegenstößen kommen. Das ist uns gelungen“, beschrieb Beniers einen wesentlichen Bestandteil des Matchplans gegen die Avalanche.

Nichts zu kritisieren hatte auch Seattles Trainer Dave Hakstol. „Mir hat alles an unserem Spiel gefallen. In dieser Arena ist es nie einfach zu gewinnen. In der Schlussphase haben wir unsere Widerstandskraft ganz besonders unter Beweis gestellt und einen Weg gefunden, das Siegtor zu erzielen. Das war ein wichtiger Erfolg für uns“, gab er zu Protokoll.

Ein wesentlicher Faktor war das Penalty Killing der Kraken. Sie ließen den Kontrahenten bei dessen drei Powerplays nicht zum Zug kommen. Damit zeigte Seattle einmal mehr, wie gut es sich darauf versteht, den Avalanche in Überzahl den Zahn zu ziehen. In den sieben Spielen der regulären Saison seit dem 1. Januar 2022 musste das Team keinen einzigen Gegentreffer bei numerischer Überlegenheit von Colorado hinnehmen.

Nach dem Triumph vom Donnerstag gegen die Avalanche haben die Kraken nunmehr 13 Punkte (5-6-3) aus 14 Begegnungen auf dem Konto. Mit dieser Ausbeute rangieren sie in der Pacific Division an fünfter Stelle. Zu den drei direkten Playoff-Plätzen hat sich allerdings schon eine kleine Lücke aufgetan. Der Rückstand auf die drittplatzierten Los Angeles Kings beträgt sechs Punkte. Doch das Tabellenbild ist schief, weil die Kalifornier noch ein Spiel in der Hinterhand haben.

Bereits in der nächsten Woche gibt es ein weiteres Aufeinandertreffen zwischen den Kraken und Avalanche, dieses Mal jedoch in der Climate Pledge Arena in Seattle. Die Partie ist für kommenden Montag angesetzt (10 p.m. ET; NHL.tv; Di. 4 Uhr MEZ). Dazwischen liegt für Grubauer und seine Teamkollegen noch ein Heimspiel am Samstag (10 p.m. ET; NHL.tv; So. 4 Uhr MEZ) gegen die zuletzt schwer gebeutelten Edmonton Oilers mit Leon Draisaitl.

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