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Colorado: Playoffs auch ohne Landeskog?

Trotz des Ausfalls ihres 33-Tore-Stürmers setzten die Avalanche gegen die Sabres ein starkes Signal

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de

Schock für die Colorado Avalanche! Mit Gabriel Landeskog verletzte sich nicht nur ihr zweitbester Torjäger (33 Treffer) und drittbester Scorer (69 Punkte), sondern zugleich der Kapitän und Erstreihen-Flügelspieler. Im ersten Spiel ohne Landeskog zeigten die Avs eine gute Reaktion und schlugen die Buffalo Sabres mit 3:0. Kann in Denver auch ohne den Schlüsselspieler noch der Sprung in die Stanley Cup Playoffs gelingen?

Vier bis sechs Wochen Zwangspause

Landeskog zog sich bei der 0:4-Auswärtsniederlage bei den Dallas Stars eine nicht näher definierte Oberkörperverletzung zu, die den Flügelstürmer nach Klubangaben rund vier bis sechs Wochen außer Gefecht setzten wird. Damit kann Colorado im Playoff-Rennen nicht auf seinen Kapitän zurückgreifen und müsste selbst in einer möglichen ersten Runde auf den 26-jährigen Schweden verzichten.

Ein herber Schlag für die Avalanche, die zwei Punkte Rückstand auf einen Wildcard-Rang in der Western Conference haben. Immerhin bildete Landeskog zusammen mit Nathan MacKinnon und Mikko Rantanen eine der gefährlichsten Sturmreihen der Liga. Zusammen erzielten sie 98 Tore und zeichneten damit für 44 Prozent aller Avs-Treffer in der laufenden Saison verantwortlich. Landeskogs Ausfall könnte daher das Ende der Playoff-Träume bedeuten.

Video: LAK@COL: Rantanen mit Rückhand zum zweiten Tor

Ein starkes Signal

Ein starkes Signal gegen diese Befürchtungen sendete Colorado im ersten Spiel ohne Landeskog: Das Team bezwang im heimischen Pepsi-Center die Sabres klar mit 3:0. Eine feine Einzelaktion von MacKinnon brachte das 1:0 (24.). Im Powerplay sorgte ein durchbohrender Handgelenksschuss von Rantanen vom rechten Bullykreis in den rechten Winkel für das 2:0 (51.). Den Deckel machte schließlich noch Gabriel Bourque drauf, der von der eigenen Grundlinie ins leere Tor zum Endstand traf (59., erster Saisontreffer!).

"Von Anfang bis Ende war es wahrscheinlich unser bestes Spiel in dieser Saison. So eine Partie haben wir gebraucht und wir haben sie bekommen", sagte Verteidiger Erik Johnson hinterher. "Es war wichtig, dass jeder eingesprungen ist", resümierte MacKinnon. "Das Problem ist, dass wir nicht einfach vergessen können, dass Gabriel nicht mehr spielt. Wir müssen genau diesen Einsatz auch weiterhin zeigen, um diese Lücke zu schließen. Wir können keinen 35-Tore-Schützen oder 80-Punkte-Mann einfach so ersetzen. Damit zählt er immerhin zur Elite in dieser Liga."

 

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Neue erste Reihe

Avalanche-Trainer Jared Bednar brach seine so zuverlässige erste Reihe komplett auf: MacKinnon centerte die Top-Linie mit Derick Brassard und J.T. Compher. Rantanen beflügelte den zweiten Sturmblock neben Colin Wilson und Carl Soderberg. Eine erfolgreiche Mischung, wie sich herausstellte: Brassard zeigte viele "Screenings" und nahm wie beim zwischenzeitlichen 2:0 dem gegnerischen Goalie die Sicht. MacKinnon riss das Spiel über 60 Minuten wie ein Magnet an sich und stach mit seiner Dynamik, Technik und Abschlussstärke heraus. In seinen letzten zehn Spielen kam der Mittelstürmer auf zehn Scorerpunkte (sechs Tore, vier Assists). Neben diesem MacKinnon dürfte wohl kein anderer Spieler Anlaufschwierigkeiten haben. Aufsteigende Form bewiesen zuletzt auch seine neuen Linemates: Brassard machte seit seinem Trade von den Florida Panthers nach Colorado zwei Tore in sieben Spielen - Compher hat mit 15 Toren und 30 Scorerpunkten bereits neue Karriere-Bestwerte aufgestellt. Diese neu zusammengestellte Reihe soll es nun für die Avs richten.

Doch auch als Team setzten die Avalanche Akzente: Colorado hatte 43:18 Torschüsse gegen Buffalo. Allein 16 davon kamen von Verteidigern. Je fünf verzeichneten die schießwütigsten Spieler Compher, Brassard und Tyson Jost. Hoffnung macht zudem das Comeback von Verteidiger Nikita Zadorov, der ein Defensiv-Pärchen mit Patrik Nemeth bildete.

Grubauer gibt Sicherheit

In Top-Form präsentierte sich erneut der deutsche Torwart Philipp Grubauer. In seinen letzten drei Starts holte er zwei Siege (2-1-0) bei einem Gegentorschnitt von 0,67, einer Fangquote von 97,5 Prozent sowie zwei Shutouts. Gegen die Sabres musste der Rosenheimer 18 Schüsse parieren - die drittwenigsten für einen Shutout in der laufenden Saison. "So etwas ist mental und physisch anstrengender, als ein Spiel mit 35 oder 40 Schüssen. Du weißt nie, wann einer kommt und musst immer bereit sein", so Grubauer. "Ich glaube, sie hatten in den in den letzten beiden Minuten mehr Schüsse als im gesamten Spiel. Das war eine Herausforderung, denn du kommst so nicht wirklich ins Spiel. Mental musst du trotzdem wachsam sein, denn sie haben talentierte Jungs."

Nach vier Schüssen im ersten und drei im zweiten Durchgang bekam "Grubi" deren elf im Schlussabschnitt aufs Tor. Es war der zweite Saison- und achte Karriere-Shutout für den 27-jährigen Goalie, der Colorado mit seinen jüngsten Auftritten viel Sicherheit gab.

Viele Heimspiele

Was zusätzlich Hoffnung macht: Das 3:0 gegen Buffalo war der Beginn einer Heimspiel-Serie von vier Spielen in Denver. Der Reihe nach kommen nun die Carolina Hurricanes (12. März, 2 Uhr MEZ), die Anaheim Ducks (16. März, 2 Uhr MEZ) und die New Jersey Devils (17. März, 20 Uhr MEZ) ins Pepsi Center. Für Colorado sind es richtungsweisende Spiele in Sachen Playoff-Qualifikation. "Diese Heimspiele sind wichtig für uns. Wir brauchen nicht auf die Tabelle schauen, sondern auf unsere Spiele. Wenn wir unsere Hausaufgaben machen, dann stehen wir am Ende der Saison hoffentlich da, wo wir hinwollen", betont Johnson.

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