Die Avalanche kamen erstmals in der Serie mit viel Tempo aus der Kabine und dominierten das Match von Beginn an. Insgesamt 13-mal prüfte Colorado in den ersten 20 Minuten den deutschen Schlussmann der Kraken, der lediglich einmal überwunden werden konnte. Der Treffer von Mikko Rantanen zum 1:1 fiel 20 Sekunden vor Ende des Abschnitts und schien den Gästen noch mehr Energie zu geben.
Es hätte auch anders laufen können. Einem vermeintlichen Treffer von Bowen Byram wurde, nach einer Coaches Challenge, aufgrund einer Abseitsstellung die Anerkennung verweigert. Colorado ließ sich jedoch weder davon noch von dem folgenden Rückstand verunsichern.
"Es war das kompletteste Spiel der Serie für uns, weil wir einen besseren Start hatten", reflektierte Jared Bednar nach dem Match. "Vom ersten Wechsel an waren unsere Top-Spieler sehr stark und der Rest der Mannschaft folgte ihnen. Wir waren engagiert, physisch, fokussiert und mental voll auf der Höhe. Wir treffen, es wird zurückgenommen und sie treffen zuerst. Wir sind einfach drangeblieben und haben weiter mit Selbstvertrauen gespielt."
Das 1:0 der Kraken war ein übliches Bild in der Serie. In allen sechs Partien waren es die Kraken, die zuerst treffen konnten. Seattle übertraf damit einen Rekord aus dem Jahr 1918, als die Toronto Arenas in den fünf ersten Playoff-Matches der Franchisehistorie immer die 1:0-Führung erzielten. In den vergangenen 15 Jahren konnten lediglich die Winnipeg Jets (2018, 6) und die Avalanche (2008, 7) zu Beginn der Postseason eine solche Auftaktstärke demonstrieren.
Nach der ersten Pause drehten die Avalanche noch weiter auf und dominierten Seattle in deren sechsten Franchise-Playoff-Match. Der Druck auf den Kasten von Grubauer war enorm und die Entlastungen seiner Vorderleute nur selten von Dauer. 14-mal musste der Kraken-Goalie im Mittelabschnitt eingreifen und konnte zwölfmal parieren. Gegen sein ehemaliges Team wehrte er einige Male spektakulär ab und sorgte so dafür, dass die Kraken mit nur zwei Toren Rückstand ins letzte Drittel starteten.