Ab Mitte September beginnen in der NHL die Trainingscamps zur Vorbereitung auf die Saison 2021/22. Vom 16. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 jedes Team der Liga genauer unter die Lupe. Die Bestandsaufnahme umfasst die wichtigsten personellen Veränderungen, die Schlüsselspieler, die Stärken und Schwächen sowie die Playoff-Chancen der Klubs.
In dieser Ausgabe: Chicago Blackhawks
In Chicago ruhen große Hoffnungen auf Torhüter Fleury
NHL.com/de 32 in 32: Die Blackhawks wollen mit Macht zurück in die Playoffs und setzen dabei in Zukunft auch auf den Vezina-Gewinner
Nach dem Verpassen der Stanley Cup Playoffs 2021 ist der Druck auf den Stanley Cup Champion der Jahre 2010, 2013 und 2015 groß, es diesmal wieder besser zu machen. In Chicago haben sie die Offseason daher dazu genutzt, einige signifikante Veränderungen im Kader vorzunehmen.
Die herausragende Transaktion war die Verpflichtung von Torhüterveteran Marc Andre-Fleury, seines Zeichens immerhin der aktuelle Gewinner der Vezina Trophy, die dem besten Torhüter der Liga verliehen wird. Mit Fleurys Unterstützung soll es für die Blackhawks zurück an die Ligaspitze gehen. Ein Unterfangen, das durchaus gute Aussichten auf Erfolg zu haben scheint, denn der Goalie hat einige prominente Unterstützer im Team an die Seite bekommen.
Bilanz 2020/21: 24-25-7; 6. Platz in der Discover Central Division
Postseason 2021: Nicht qualifiziert
Trainer: Jeremy Colliton, dritte Saison
Zugänge: G Marc-Andre-Fleury, D Seth Jones, D Jake McCabe, F Tyler Johnson, F Juihar Khaira, D Caleb Jones
Abgänge: D Duncan Keith, D Adam Boqvist, D Nikita Zadorov, F Pius Suter, F David Kampf
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Die Blackhawks sorgten in dieser Offseason für einen großen Paukenschlag, als sie Torhüter Fleury von den Vegas Golden Knights direkt zu Beginn der Sommerpause erwarben. Es war einer von vielen großen Schritten, die sie in der Hoffnung unternahmen, ihren Kader für die Saison 2021/22 zu verbessern. Allerdings gab es zunächst noch einen Haken an der Geschichte. Ein paar Tage lang wurde gemunkelt, dass Fleury in den Ruhestand gehen würde, wenn er nicht länger ein Torwart der Golden Knights wäre. Zum Glück für die Blackhawks erhielten sie rasch doch gute Nachrichten. Fleury bekannte sich nicht nur zum Team aus Chicago, er gab sich sogar sehr motiviert, dazu beitragen zu dürfen, die Mannschaft in eine sportlich wieder erfolgreichere Zukunft zu führen.
Seine sportliche Klasse dürfte unbestritten sein. Mit einer Bilanz von 26-10-0 hat er Vegas geholfen, eines der besten Teams in der NHL zu sein. Er hatte einen Gegentorschnitt von 1,98 und eine Fangquote von 92,8 Prozent.
Fleury ist auch sehr erfahren, wenn es um die Playoffs geht. Zusammen mit seinen zukünftigen Teamkameraden Jonathan Toews und Patrick Kane hat er ebenfalls drei Stanley Cups (mit Pittsburgh 2009, 2016 und 2017) gewonnen. Fleury soll gemeinsam mit Kevin Lankinen, der in der Saison 2020/21 den Durchbruch in der Liga schaffte, eines der besten Torhütertandems der NHL stellen.
Doch Fleury ist längst nicht der einzige Neue im Kader, der der Mannschaft in Zukunft neues Selbstvertrauen verleihen soll. Die Verantwortlichen in Chicago haben über den Sommer auch versucht, ihr Bestes zu tun, um das zuletzt häufig vorherrschende Abwehrproblem zu lösen.

© Chase Agnello-Dean/Chicago Blackhawks
Seth Jones, der in der letzten Saison in 56 Spielen 28 Punkte (fünf Tore, 23 Assists) für die Columbus Blue Jackets erzielen konnte, ist einer der besten Verteidiger in der NHL und ab sofort ebenfalls für die Blackhawks aktiv. Er soll, geht es nach den Wünschen von General Manager Stan Bowman und seiner Kollegen, für das kommende halbe Jahrzehnt eine feste Größe unter den Verteidigern der Organisation sein. Adam Boqvist ging im Zuge des Tausches mit Jones zu den Blue Jackets.
Auch sein 24-jähriger Bruder Caleb Jones wurde im Rahmen des Transfers von Duncan Keith zu den Edmonton Oilers zu den Blackhawks geholt. Er mag nicht die Qualität haben, die seinen Bruder auszeichnet, aber auch er wird ab sofort ein fester Bestandteil im Kader sein.
Außerdem haben die Blackhawks Jake McCabe als Free Agent verpflichtet, was ihnen in Zukunft ebenfalls mehr Stabilität in der Abwehr verleihen dürfte. Mit diesen drei neuen Spielern, die sich zu den bereits vorhandenen Spielern gesellen, dürfte das Team im hinteren Bereich deutlich stärker sein als zuletzt.
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Zudem konnte mit den Lightning ein Tausch vereinbart werden, der Tyler Johnson zu den Blackhawks führte. Er wird ebenfalls eine wichtige Rolle in Chicago spielen, denn er ist zweifelsohne eine Bereicherung für die Stürmergruppe. In seinen letzten drei Jahren bei Tampa hatte er gute Statistiken mit genau 100 Punkten in 200 Spielen vorzuweisen. Im Zentrum des Eises gibt es im Kader nicht allzu viele Optionen. Johnson dürfte somit einen großen Einfluss auf die Offensive haben und darauf, wie die Stürmer in ihrem eigenen Drittel spielen.
Doch ein Selbstläufer wird die Qualifikation für die Playoffs in der Central Division trotz aller guten Nachrichten für die Blackhawks nicht, denn mit den Winnipeg Jets, Minnesota Wild, den Colorado Avalanche und den Dallas Stars stehen reichlich ambitionierte Kontrahenten parat. Auch die Nashville Predators, Arizona Coyotes und die St. Louis Blues werden ein Wörtchen um die ersten vier Plätze mitreden wollen. Daher liegt noch viel Arbeit vor der Mannschaft. Fest steht, dass Chicago zukünftig sicherlich ein besseres Team mit ernsthaften Playoff-Ambitionen stellen wird.

















