Skip to main content

Verteidigung der Flames muss Abgänge verkraften

NHL.com/de 31 in 31: Calgary sehnt sich mit starker Offensive und Torhüter-Neuling nach dem Durchbruch

von Oliver Jensen @OliverJensen11 / NHL.com/de Freier Autor

Ab dem 1. November nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.

In dieser Ausgabe geht es um die Calgary Flames 

Die Calgary Flames blicken auf eine turbulente Saison zurück. Nach der Kontroverse um Bill Peters und dessen Rücktritt im November 2019 übernahm Geoff Ward zunächst interimsweise die Funktion des Trainers. 

 

[Ähnliches: Ward träumt mit den Calgary Flames vom Stanley Cup]

 

Der einstige Meistercoach der Adler Mannheim führte die Kanadier durch die Qualifizierungsrunde in die erste Runde der Stanley Cup Playoffs, wo die Flames an dem späteren Stanley-Cup-Finalisten Dallas Stars scheiterten. Dennoch hatte der Übungsleiter die Verantwortlichen überzeugt: Ward wurde als Dauerlösung bestimmt. 

Die Flames haben sich in vier der sechs letzten Spielzeiten für die Playoffs qualifiziert, erreichten aber lediglich in der Saison 2014/15 die 2. Runde. Stellt sich also die Frage: Wann gelingt den Calgary Flames auch in den Playoffs endlich der Durchbruch?

Die Schlüsselspieler

Matthew Tkachuk zählt zu den besten linken Flügelstürmern der Liga, war in der regulären Saison mit 23 Toren und 38 Assists der teamintern beste Scorer. Möglicherweise hätten die Flames in den Playoffs gegen die Stars bessere Chancen gehabt, hätte sich der US-Amerikaner keine Verletzung zugezogen. Mit seinen erst 22 Jahren dürfte die Entwicklung von Tkachuk noch längst nicht abgeschlossen sein. 

Video: NYI@OTT: Tkachuk trifft im Alleingang

Sean Monahan, Sam Bennett und Johnny Gaudreau sind weitere Offensivspieler, die sich als Mittzwanziger im besten Eishockey-Alter befinden, ihre gesamte NHL-Karriere in Calgary verbracht haben und seit mehreren Jahren Identifikationsfiguren sowie Schlüsselspieler zugleich sind. Rund um Gaudreau rankten sich zuletzt Trade-Gerüchte, die sich bislang allerdings nicht bestätigt haben. 

Mikael Backlund bringt mit seinen 31 Jahren noch mehr Routine mit, spielt bereits seit 2008/09 für die Flames und erweist sich als konstanter Scorer. Die Verteidigung wird von dem 37-jährigen Kapitän Mark Giordano angeführt und wurde durch die Verpflichtung von Christopher Tanev, zuletzt Vancouver Canucks, verstärkt. 

Die namhafteste Neuverpflichtung ist im Tor zu finden und stammt ebenfalls von den Canucks: Jacob Markstrom übernimmt die Rolle des abgewanderten Schlussmanns Cam Talbot. "Es passiert nicht oft, dass ein Top-Nr.-1-Goalie auf den Markt kommt. Er war für uns der beste verfügbare Torwart", sagte General Manager Brad Treliving.

Markstrom galt als Kandidat für die Vezina Trophy, bis er sich kurz vor der Liga-Unterbrechung am 12. März eine Knieverletzung zuzog. In den Playoffs spielte er auf hohem Niveau und erreichte eine Save-Quote von 91,9 Prozent. 

Tobias Rieder hat Calgary verlassen

In Tobias Rieder wanderte der zuletzt einzige deutschsprachige Spieler der Calgary Flames zu den Buffalo Sabres ab. Der Landshuter war aufgrund seines Unterzahlspiels ein wichtiger Bestandteil des Kaders, kam in den Playoffs zudem auf drei Tore und zwei Assists. 

Der Center ist keineswegs der einzige namhafte Abgang. Auch die Verteidiger T.J. Brodie (Toronto Maple Leafs), Erik Gustafsson (Philadelpha Flyers) und Derek Forbort (Winnipeg Jets) schlossen sich neuen Teams an.   

Sie könnten nachrücken

Die Calgary Flames haben in den vergangenen Jahren bewiesen, junge Spieler weiterentwickeln zu können. Monahan, Bennett, Gaudreau und Tkachuk zählen zu den prominentesten Beispielen. Diese Entwicklung könnte weitergehen. Der 22-jährige Center Dillon Dube hat in den Playoffs mit vier Toren und einem Assist sein Potenzial unterstrichen.

Über viel Potenzial verfügt auch der finnische Verteidiger Juuso Valimaki. Der Erstrunden-Pick aus dem Jahre 2017 absolvierte bereits in der Saison 2018/19 insgesamt 26 Spiele für die Flames. Dann der Rückschlag: Ein Kreuzbandriss kostete ihn die Saison 2019/20. 

Um Spielpraxis zu sammeln, wurde der 22-Jährige nun in sein Heimatland nach Finnland zu Ilves verliehen. "Er macht dort einen sehr guten Eindruck, weil er einfach ein guter Spieler ist", sagt Treliving. Kommende Saison wird Valimaki vermutlich in Calgary gebraucht, um die Abgänge in der Verteidigung zu kompensieren.   

Flügelstürmer Jakob Pelletier, den die Flames 2019 in der 1. Runde gepickt hatten, erwies sich in der QMJHL bei den Moncton Wildcats erneut als sehr effektiv (32 Tore, 50 Assists) und dürfte auf seine Chance in der NHL lauern.  

Stärken

Die Flames sind in der Offensive stark besetzt. Monahan, Bennett, Gaudreau, Tkachuk oder Elias Lindholm sind noch verhältnismäßig jung und können Spiele dennoch im Alleingang entscheiden. Die Produktivität, die in der regulären Saison teilweise hinter den Erwartungen blieb, steigerte sich in den Playoffs. 3,3 Tore pro Spiel waren der drittbeste Wert aller 24 teilnehmenden Teams. 

Video: LAK@CGY: Monahan verwertet den Pass von Gaudreau

Ebenfalls beachtlich: 28,6 Prozent aller Powerplays führten zum Tor. Dies war der zweithöchste Wert der Postseason. In der Defensive dürfte die Verpflichtung von Torwart Markstrom für mehr Sicherheit im Tor sorgen. 

Entwicklungspotenzial

Die Defensive verfügte vergangene Saison über eine gute Kadertiefe. Sechs Zu-Null-Siege waren der beste Wert die Liga. Die Abgänge in der Verteidigung wiegen allerdings schwer, weshalb sich dieser Mannschaftsteil erst noch finden muss. 

Die 26 Tore, die die Verteidiger der Flames in der letzten Saison zustande brachten, sind ebenfalls ausbaufähig. 

Das Wichtigste ist aber, dass die Spieler mit der Erwartungshaltung im eishockeybegeisterten Calgary zurechtkommen. Die insgesamt positive Entwicklung, die die Flames in den letzten Jahren gemacht haben, endete meist mit einem frühen Playoff-Aus. 

Dies lässt darauf schließen, dass die vielen jungen Spieler dem Druck nicht gewachsen waren. 

Playoff-Chancen

Der Einzug in die Playoffs ist für die Calgary Flames eine Pflichtaufgabe. In der Offensive und im Tor sind die Kanadier sehr gut aufgestellt. Die Lücken in der Verteidigung müssen unter anderem durch junge Spieler, wie zum Beispiel Valimaki, gefüllt werden. Sofern Trainer Ward hierbei ein glückliches Händchen beweist, könnten die Flames in den Playoffs eine gute Rolle spielen.

Mehr anzeigen

Die NHL hat ihre Datenschutzrichtlinien mit Wirkung zum 27. Februar 2020 aktualisiert. Wir bitten Sie, diese sorgfältig durchzulesen. Die NHL verwendet Cookies, Web Beacons und andere ähnliche Technologien. Durch die Nutzung von NHL-Websites oder anderen Online-Diensten stimmen Sie den in unserer Datenschutzrichtlinien und unseren Nutzungsbedingungen beschriebenen Praktiken zu, einschließlich unserer Cookie-Richtlinie.