Die Canucks hatten Boeser beim NHL Draft 2015 in der ersten Runde an Gesamtposition 23 ausgewählt. Zunächst spielte er für die Fighting Hawks der Universität von North Dakota in der National Collegiate Athletic Association (NCAA). In seiner ersten Saison kam er auf 60 Scorerpunkte (27 Tore, 33 Vorlagen). Damit landete er auf Platz drei der NCCA-Scorerliste. Nach einer weiteren Saison in North Dakota erhielt Boeser im vergangenen Frühjahr den ersehnten NHL-Einstiegsvertrag. Noch am Tag der Vertragsunterzeichnung durfte der talentierte Offensivmann das Canucks-Trikot überziehen und bestätigte durch sein fulminantes Debüt die in ihn gesteckten Erwartungen.
Durch die ansprechenden Leistungen zum Ende der vergangenen Spielzeit und in der Vorbereitung auf die Saison 2017/18 sicherte sich Boeser einen festen Platz im NHL-Kader der Canucks. Seinen größten Coup landete er am 4. November beim 4:2-Heimsieg gegen die Pittsburgh Penguins. Dabei war Boeser an allen vier Treffern beteiligt. Drei schoss er selbst, einen legte er auf.
Der Nachwuchstorjäger bildete zuletzt mit Sven Baertschi und Bo Horvat die erste Angriffsformation bei den Canucks. Boeser besetzt vornehmlich den rechten Flügel. Außerdem kommt er regelmäßig in der ersten Powerplay-Einheit des Teams zum Zuge. In der laufenden Serie stand Boeser in 49 Partien auf dem Eis und schaffte dabei 46 Scorerpunkte (25 Tore, 21 Vorlagen). In der vereinsinternen Wertung liegt er damit deutlich an der Spitze, vor den Routiniers Thomas Vanek (37 Punkte) und Henrik Sedin (34).
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Aufgrund seiner starken Darbietungen in der Liga war die Berufung ins All-Star-Team der Pacific Division folgerichtig. Beim 5:2 im Halbfinale gegen das Team Central trug er sich ebenso in die Torschützenliste ein, wie beim 5:2-Erfolg seiner Mannschaft im Finale gegen die Vertretung der Atlantic Division. Am Vortag der beiden Duelle hatte Boeser schon bei der NHL All-Stars Skills Competition den Wettbewerb um den genauesten Schuss gewonnen.
Von der Ernennung zum wertvollsten Spieler (MVP) des All-Star Games zeigte sich der Canucks-Stürmer überrascht und erfreut zugleich. "Das hat mich wirklich umgehauen. Ich war ja schon froh, überhaupt mitmachen zu dürfen", gab er im Anschluss zu Protokoll. Dem letzten NHL-Rookie, dem diese Ehre zuteilwurde, war Mario Lemieux im Jahr 1985. Sollte Boeser in dem Maße auftrumpfen wie in den vergangenen Wochen und Monaten, dürfte er nach Saisonende womöglich einen weiteren Preis überreicht bekommen: die Calder Memorial Trophy für den besten NHL-Rookie 2017/18.