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Erfahrene Spieler sind wichtig für ein Team

NHL.com/de hat mehrere Spieler danach befragt, welchen Stellenwert Routiniers im Kader haben

von Bernd Rösch @nhlde / NHL.com/de Chefautor

NHL.com/de hat sich kürzlich mit einigen Spielern aus der Liga unterhalten, um einen Einblick in breit gefächerte Themen zu bekommen. In dieser Ausgabe schreibt Bernd Rösch über die Bedeutung erfahrene Spieler im Kader zu haben:

Sie schießen nicht mehr unbedingt die meisten Tore, sie sind nicht mehr zwingend die schnellsten auf dem Eis, und ihre besten Zeiten liegen eventuell schon Jahre zurück, doch ihr Wert für die Mannschaft ist unbezahlbar. Die Rede ist von NHL-Routiniers, die durch ihre langjährige Erfahrung jungen Spielern Tipps geben, sie bei ihrer Entwicklung weiterbringen, ein vollkommener Spieler zu werden, und die sich auch nicht scheuen, in der Kabine das Wort zu ergreifen, wenn es einmal nicht perfekt läuft.

 

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Florida Panthers Stürmer Aleksander Barkov, 23, geht in seine sechste NHL-Saison und ist sich sicher, dass er ohne die erfahrenen Spieler, die ihm stets zur Seite standen, nicht da stünde, wo er jetzt steht, wie er NHL.com/de verriet.

"Es zieht sich durch meine ganze Karriere, schon seit Beginn, als ich mit 16 in die Finnische Liga kam. Ich hatte immer zwei Veteranen entweder in meiner Reihe oder im Team, die zwar alt waren, aber immer noch spielten, weil sie den Eishockeysport liebten. Und ich habe eine Menge von ihnen gelernt. In Tampere war es Ville Niemenen, der lange in der NHL gespielt hatte und den Stanley Cup gewann [2001 mit den Colorado Avalanche]. Ihm zuzusehen, wie er es macht und wie er das Spiel liebt, hat mich vorangebracht."

Nachdem Barkov beim NHL Draft 2013 in der ersten Runde (Nr. 2) von den Panthers ausgewählt wurde, fand er auch Vorbilder beim Team aus Sunrise, Florida.

"Natürlich, Kerle wie (Roberto) Luongo, (Ed) Jovanovski, (Jaromir) Jagr ... Jagr hat mich vermutlich am meisten beeinflusst, da ich mit ihm in der gleichen Sturmformation stand. Ich wollte Eishockey genauso lieben wie er und nach den Partien wollte ich trainieren, um besser zu werden als jeder andere."

Barkov hatte das Glück, sich mit einem der verdientesten Spieler in der Geschichte der NHL aufs Eis begeben zu dürfen, doch auch der deutsche Stürmer Tobias Rieder fand am Anfang seiner NHL-Laufbahn, die 2014/15 bei den Arizona Coyotes begann, einen herausragenden Führungsspieler im Team.

"Das ist wichtig. Es beginnt schon in der Umkleide, wenn man dort einen Spieler um sich hat, der mal etwas lauter wird, der weiß was los ist. In meinen ersten drei Jahren spielte ich mit Shane Doan und bis zum heutigen Tag habe ich keinen besseren Leader gesehen. Er war ein großartiger Teamkollege und er brachte mir eine Menge bei. Er wusste genau, wie man mit manchen Spielsituationen umzugehen hat. Wenn man nicht eine solche Spielerpersönlichkeit hat, dann handelt man vielleicht falsch", hob Rieder den Wert von Doan hervor.

 

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Zum Ende der vergangenen Spielzeit waren Rieder und Adrian Kempe Teamkollegen bei den Los Angeles Kings. Der 22-jährige Kempe bestritt 2017/18 seine erste volle NHL-Saison. Er verglich die Bedeutung eines Veteranen im Kader mit der des Trainers.

"Ich glaube Veteranen sind wirklich wichtig. Ein guter erfahrener Spieler im Team kann dir viel helfen. Natürlich kannst du mit Trainern, Betreuern und so weiter reden, aber es ist eine ganz andere Sache, es aus Spielersicht zu hören. Sie sind schon so lange in der Liga, sie kennen sich aus. Ich denke, das hilft einem sehr. Wenn ein routinierter Mitspieler zu mir kommt, ist es ein wenig anders, als wenn ein Coach zu mir spricht. Es ist ein anderes Gefühl, weil ich weiß, dass er als junger Spieler in der gleichen Situation war wie nun ich.

Umso jünger eine Mannschaft aufgestellt ist, umso wichtiger ist es, dass es im Team Spieler gibt, die sie anführen, weiß Vancouver Canucks Stürmer Bo Horvat zu berichten.

"Sie tragen dazu bei eine Kultur und ein gutes Team aufzubauen. Wir haben nun Jay Beagle und Antoine Roussel. Das sind Kerle, die in der Kabine präsent sind. Beagle hat den Stanley Cup gewonnen und bringt jene Erfahrung mit, die uns massiv weiterbringt. Auf Leute mit einer solchen Präsenz schauen junge Spieler. Erfahrene Kerle werden definitiv nicht überbewertet. Wenn sie hart arbeiten, dann machen es ihnen die jungen nach. Die Vorbildfunktion ist wirklich sehr wichtig."

In die gleiche Kerbe wie Horvat schlug auch Alexander Wennberg von den Columbus Blue Jackets: "Auf jeden Fall. Wir sind im Moment ein junges Team, aber als wir einige ältere Jungs hatten und sie gingen, musste dieser Platz neu besetzt werden. Egal, was du sagst, diese Jungs sind schon eine Weile länger dabei, sie kennen die Liga, sie wissen, wie man sich zu Wort meldet und Stellung bezieht. Also braucht man sie, ihre Persönlichkeiten. Jetzt, da die Liga immer jünger wird, kommen manchmal Spieler dazu, die unsicher sind, also braucht man ältere, die einen beruhigen, die einen sagen, was man richtig macht. Dadurch wird man besser und irgendwann gibt man diese Erfahrung selbst weiter."

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