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Trainerpalette reicht von Diktator bis Kumpel

Einige Spieler sprechen mit NHL.com/de über die unterschiedlichen Typen, deren Entwicklung und wen sie bevorzugen

von Alexander Gammel @nhlde / NHL.com/de Autor

NHL.com/de hat sich kürzlich mit einigen Spielern aus der Liga unterhalten, um einen Einblick in breit gefächerte Themen zu bekommen. In dieser Ausgabe schreibt Alexander Gammel über Trainertypen, von Diktator bis Kumpel.

Zum guten Abschneiden einer Mannschaft tragen viele Faktoren bei, einer der wichtigsten ist aber sicherlich der Coach. Dabei unterscheiden sich die Philosophien der Trainer und ihr Umgang mit ihrem Team gravierend. Einige führen die Spieler an der kurzen Leine und sind als Diktatoren in der Kabine bekannt. Andere wiederum pflegen einen lockeren, fast kumpelhaften Umgang mit ihren Schützlingen. Beide Trainertypen haben Erfolge zu verzeichnen. Welche Herangehensweise die richtige ist, hängt auch vom Kader ab. Spieler und Coach müssen zusammenpassen.

 

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"Ich würde sagen, mir ist Ehrlichkeit lieber. Ich will eine Ansage, was ich tun soll", erklärt Eric Staal. Der 33-jährige Veteran der Minnesota Wild weiß wovon er spricht. In seinen 14 Saisons in der NHL spielte er für die Carolina Hurricanes, die New York Rangers und die Wild und erlebte dabei eine Menge Trainer. "Ob Lob oder Kritik, egal was, ich will vom Coach klare Worte. Ich denke, man bekommt von den Spielern bessere Reaktionen, wenn das so läuft. Jeder will gewinnen. Da braucht man einen Trainer, der bereit ist, Opfer zu bringen und das zu tun, was nötig ist, um das Team zum Erfolg zu führen."

Das sieht aber nicht jeder so. So wie sich der Stil der Trainer hinter der Bank und der Stil der Spieler auf dem Eis unterscheiden, so verschieden sind auch die Vorlieben der Akteure, was ihre Chef-Strategen angeht.

Evander Kane, Stürmer bei den San Jose Sharks, schwärmt beispielsweise von seinem Trainer Peter DeBoer, dessen Umgang mit der Mannschaft er als sehr angenehm beschreibt. "Er ist super. Er ist so entspannt, er ist wirklich ein Coach für die Spieler," sagt Kane über DeBoer, der in drei Jahren mit den Sharks immer die Playoffs erreichte und 2016 im Stanley Cup Finale stand, wie bereits 2012 mit den New Jersey Devils. "Er hat wirklich Ahnung. Die Spieler sind ihm wichtig. Er hat eigentlich zu jedem in der Mannschaft ein gutes Verhältnis. Das war für mich sehr erfrischend. Ich mag besonders an ihm, dass er voll bei der Sache ist, sobald es an der Zeit ist und es ernst wird. Aber er erlaubt uns als Spielern Spaß zu haben, ob abseits des Eises, in der Kabine, oder auf dem Eis. Das schafft eine Atmosphäre und eine Kultur, von der man ein Teil sein will."

Doch Diktator und Kumpeltyp sind nur die Extreme. Dazwischen liegt ein breites Spektrum. Anders als von Staal postuliert, ist eben nicht alles schwarz und weiß, besonders im modernen Eishockey. In einer Mannschaft mit 20 Spielern muss die Trainerelite sowohl klare Ansagen erteilen, als auch für Stimmung sorgen und die Spieler verstehen, um das Beste aus ihnen herauszuholen.

"Die beiden konträren Typen von Trainern gibt es natürlich. Aber viele wollen sich irgendwo dazwischen bewegen, auch wenn sie dann doch in eine Richtung tendieren", so Stürmer Anders Lee von den New York Islanders. "Ich persönlich habe kein Problem mit einem eher diktatorischen Auftreten, aber es muss auch eine persönliche Note geben. Ich denke, ich lerne mehr aus der offenen Kritik. Wenn man Dinge anspricht und gemeinsam eine Lösung sucht, ist das besser als herumzuschreien. Die Beziehung zwischen den Spielern und den Trainern ist über die Jahre enger geworden. Wir verfolgen alle das gleiche Ziel. Da ist es nicht sonderlich klug, sich immer nur anzumeckern."

Der strenge und unpersönliche Coach war einst groß in Mode. Einer der bekanntesten Vertreter war wohl Herb Brooks. Der legendäre Trainer aus Minnesota führte das US-Team zum Überraschungserfolg bei den Olympischen Spielen 1980 in Lake Placid, dem Miracle on Ice. Eine der berühmtesten Geschichten über ihn ist seine Reaktion auf die Niederlage gegen Norwegen in der Vorbereitung auf das Turnier. Nach dem Spiel ließ er seine Spieler so lange Linienläufe üben, bis das Licht in der Halle abgestellt wurde.

"Diese übertrieben harten Leute sind so gut wie nicht mehr zu finden", sagt Dylan Larkin von den Detroit Red Wings. "Deren Verhalten ist veraltet. Natürlich muss sich ein Trainer Respekt verschaffen und die Spieler in der Kabine fest im Griff haben. Aber das geht, denke ich, am besten durch sympathisches und ehrliches Auftreten."

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