COL 5, DET 2

Die Colorado Avalanche bleiben heiß und haben sich am Mittwochabend in der Little Caesars Arena mit einem 5:2-Auswärtssieg bei den Detroit Red Wings zurückgemeldet. Damit haben die Avalanche seit Anfang November keine zwei Spiele in Folge mehr verloren.

Ausgerechnet Helm bringt die Lawine ins Rollen
Zuvor musste Colorado eine 1:5-Niederlage bei den Boston Bruins einstecken und die Vorzeichen standen vor dem Spiel in Detroit nicht gerade gut: Nummer-1-Center Nathan MacKinnon fiel mit einer Unterkörperverletzung aus. Für ihn sprang ausgerechnet Darren Helm ein, der die Top-Reihe der Avalanche neben Mikko Rantanen und Gabriel Landeskog centern sollte. Helm verbrachte die ersten 14 Jahre seiner NHL-Karriere bei den Red Wings und lief an alter Wirkungsstätte sofort heiß: Gerade einmal 72 Sekunden waren gespielt, da legte der 35-jährige Kanadier gleich in seinem ersten Wechsel den frühen Führungstreffer mit auf.
Helm schickte den Puck mit einem Pass über die Bande hoch an die blaue Linie zu Cale Makar, der seinen Gegenspieler mit einer gekonnten Körpertäuschung narrte, dann ein Solo samt Abschluss startete. Am Ende staubte Landeskog zum 1:0 ab (2.). "Das war ein perfekter Start ins Spiel. Jeder hat sich für Helm gefreut, denn wir alle wussten, was ihm diese Stadt und dieses Team bedeutet. Das hat unserer Mannschaft einen Schub gegeben", sagte Avalanche-Trainer Jared Bednar.
"Das war schön von Bednar", sagte Helm. "Ich habe zu schätzen gewusst, die Chance zu bekommen, mit diesen Jungs zu spielen. Es war schön, dass der reingegangen ist."
Auch Seider und Greiss können die Avalanche nicht stoppen
Ein weiterer Rebound brachte Colorado den 2:0-Vorsprung: Tyson Jost staubte in einem druckvollen Wechsel aus der Nahdistanz ab (12.).
Im zweiten Drittel kämpften sich die Red Wings dann zurück und lieferten ein Spiel auf Augenhöhe. Der deutsche Verteidiger Moritz Seider drang in die Offensivzone ein und zog ab. Die abgewehrte Scheibe landete vor der Kelle von Filip Zadina, der auf 1:2 verkürzte (32.). Den sekundären Assist bei diesem Treffer erhielt übrigens Dylan Larkin, der damit die Schallmauer von 200 NHL-Vorlagen durchbrach.
"Ich dachte nicht, dass der 0:2-Rückstand unüberwindbar war, denn wir wussten, dass wir gegen diese Mannschaft zu Chancen kommen würden", sagte Red-Wings-Trainer Jeff Blashill. "Ich hatte den Eindruck, dass uns das dritte Gegentor getötet hat. Wir waren auf 1:2 dran und hatten die Kontrolle übernommen, doch das dritte Gegentor hat alles verändert."
Dieses fiel nach demselben Rezept: Schneller Angriff, Abschluss, Abstauber: Dieses Mal stand Nazem Kadri goldrichtig und stellte auf 3:1. "Sie sind einfach so gut in der Offensivzone und mit schnellen Angriffen, selbst ohne MacKinnon. Es ist beeindruckend, wie gut sie auch ohne ihn spielen können", war Blashill ob der Qualität und Tiefe der Avalanche beeindruckt."

COL@DET: Kadri nutzt Nachschuss mit der Rückhand

Anfang des Schlussdrittels ließ Valeri Nichushkin Detroits deutschen Torwart Thomas Greiss (26 Saves, 86,7 Prozent Fangquote) mit einer Finte ins Leere laufen und schob dann mit der Rückhand zum 4:1 ein (43.). Im Powerplay kamen die Red Wings noch einmal auf 2:4 heran, als Seider erneut auflegte, dieses Mal für Robby Fabbri (50.). Doch Torwart Pavel Francouz (32 Saves, 94,1 Prozent Fangquote) ließ in seinem zweiten Start im Monat Februar nichts mehr zu und hielt seinen ersten Sieg seit dem 28. Januar fest. Ein Empty-Net-Treffer von Colorados Kapitän Landeskog brachte schließlich noch den 5:2-Endstand.

COL@DET: Nichushkin nutzt Schlittschuh zum Treffer

Erfolgreicher Roadtrip für Colorado
"Das war wichtig, denn wir wollten nicht zwei Spiele in Folge verlieren. Gute Teams machen so etwas nicht", sagte Stürmer Tyson Jost. "Wir wussten, dass wir eine Antwort geben mussten, so wie wir in Boston gespielt hatten."
Damit ging für Colorado ein Vier-Spiele Roadtrip (2:0 bei den Vegas Golden Knights, 5:3 bei den Buffalo Sabres, 1:5 bei den Boston Bruins, 5:2 bei den Detroit Red Wings) mit drei Siegen (3-1-0) zu Ende. "Es ging heute darum, den Road Trip positiv abzuschließen", sagte Avalanche-Trainer Jared Bednar. "Wir waren viel unterwegs und haben gegen ein paar richtig gute Teams gespielt. Wir sind glücklich über unsere Ausbeute und freuen uns auf Zuhause."
Die Avalanche sind mit einer 37-10-4-Bilanz das beste Team in der NHL.
Rückschlag für Detroit - Lob von Helm
Für die Red Wings (23-23-6) war es ein Rückschlag bei der Aufholjagd für einen Wildcard-Spot in der Eastern Conference (zehn Punkte Rückstand). Lob aber kam von Ex-Spieler Helm: "Sie werden in Zukunft ein gutes Team haben und haben in dieser Saison schon große Entwicklungsschritte genommen."
Einen großen Anteil daran hat Seider, der auch gegen Colorado wieder 24:14 Minuten Eiszeit (davon 3:26 im Powerplay und 2:24 im Penalty Killing) abspulte. Auch der Schweizer Mittelstürmer Pius Suter (15:30 Minuten Eiszeit, davon 0:58 in Über- und 3:29 in Unterzahl) kam wieder für Detroit zum Einsatz.