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Andrighetto und Avalanche passen zusammen

Der Schweizer Angreifer genießt große Wertschätzung in Colorado - Vorfreude auf NHL Global Series

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Jeden Donnerstag im Laufe der Saison 2017/18 widmet NHL.com/de einem deutschsprachigen Spieler einen speziellen Bericht. Dabei stellen wir sowohl junge Spieler, die sich einen Namen machen wollen, als auch etablierte Akteure und Teamleader ins Rampenlicht.

In dieser Ausgabe geht es um Sven Andrighetto.

Im Eishockey ist es wie im wirklichen Leben: Meist spürt man schon zu Beginn einer Beziehung, ob es passt oder nicht. Jene von Sven Andrighetto und den Colorado Avalanche fällt eindeutig in die erste Kategorie. Seit seinem Debüt im März dieses Jahres genießt der Schweizer große Wertschätzung beim Klub aus Denver und zahlt das ihm entgegengebrachte Vertrauen regelmäßig mit starken Vorstellungen zurück. Mit sechs Punkten (drei Toren, drei Vorlagen) steht der Angreifer aktuell in den Top 5 der vereinsinternen Scorer-Wertung und hat mit seinem Team den Kurs in Richtung Playoffs eingeschlagen.

Video: BOS@COL: Andrighetto trifft im Powerplay

Der wendige Flügelstürmer war in der vergangenen Spielzeit im Rahmen der Trade Deadline von den Montreal Canadiens nach Colorado gekommen. Für die Canadiens, die ihn beim NHL Draft 2013 in der dritten Runde an Gesamtposition 86 ausgewählt hatten, bestritt er von Dezember 2014 bis Februar 2017 insgesamt 83 Hauptrunden-Partien. Dabei schoss er elf Tore und lieferte 17 Assists.

Die Lage von Andrighettos neuem Arbeitgeber zum Zeitpunkt des Wechsels war trostlos, die Playoff-Teilnahme außer Reichweite. Der Züricher ließ sich von den negativen Umständen jedoch nicht beirren und zeigte sich produktiv wie nie zuvor in seiner Laufbahn. In den 19 Partien bis zum Saisonende verbuchte er 16 Scorer-Punkte (fünf Tore, elf Vorlagen).

Dieser ansehnliche Leistungsnachweis machte es dem Avalanche-Management leicht, den 24-jährigen Schweizer mit einem neuen Vertrag bis zum Sommer 2019 auszustatten. Er ist mit insgesamt 2,8 Millionen Dollar dotiert. Eine Investition, die Colorados General Manager Joe Sakic nach eigenem Bekunden gerne tätigte. "Sven hat eine glänzende Spielübersicht und reichlich Scorer-Potenzial. Darüber hinaus bringt er Tempo in unser Team", meinte er im Gespräch mit den Medien.

Video: COL@BOS: Andrighetto trifft zuerst

Damit sich das Debakel aus der Vorsaison nicht wiederholt, zogen die Avalanche in der Vorbereitung auf die Serie 2017/18 die Zügel an und muteten ihrer Belegschaft ein anstrengendes Trainingscamp zu. Das bestritt Andrighetto in körperlich guter Verfassung. Er hatte die Sommerpause dazu genutzt, um mit Hilfe eines Osteopathen seine Leistenbeschwerden in den Griff zu bekommen. Der Fachmann zeigte ihm spezielle Aufwärmübungen, die der Stürmer nun konsequent absolviert.

Die Maßnahmen des Trainerstabs und die harten Übungseinheiten während der Preseason fruchteten. Nach neun Begegnungen liegt Colorado auf dem dritten Platz der Central Division, was in der Endabrechnung für die Playoffs reichen würde. Andrighetto ist mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden. "Wir sind mit vier Siegen aus den ersten fünf Spielen gut gestartet. Dann folgte ein kleines Tief mit drei Niederlagen hintereinander. Umso wichtiger war der Erfolg im letzten Match zu Hause gegen Dallas", sagte er gegenüber NHL.com/de.

Andrighetto will seinen Teil dazu beitragen, dass die Saison für die Avalanche nicht erneut nach der Hauptrunde beendet ist. "Ich will dem Team mit meinen Offensivqualitäten helfen, möglichst viele Spiele zu gewinnen. Persönlich würde ich mich gerne in der Mannschaft als Stürmer unter den Top 6 bis Top 9 festsetzen", betonte er. Zugleich machte der Schweizer Nationalspieler deutlich, dass man einen Angreifer nicht nur an der Zahl seiner Scorer-Punkte messen dürfe. "Genauso wichtig ist es, eine solide Defensivarbeit zu leisten."

Auf ein Ereignis im kommenden Monat freuen sich Andrighetto und seine Mannschaftskameraden ganz besonders - die beiden Partien der NHL Global Series am 10. und 11. November in Stockholm gegen die Ottawa Senators. "Das wird ein einzigartiges Erlebnis, vor allem für alle europäischen Spieler in unserem Team. Die Familien und Freunde können leichter anreisen und diesen speziellen Event mit uns genießen." Auf dem Eis werde es jedoch wie gewohnt mit aller Ernsthaftigkeit zur Sache gehen. "Schlussendlich haben wir in Stockholm zwei wichtige Saisonspiele. Die stehen natürlich im Vordergrund", hob Andrighetto hervor.

Bevor der Flieger mit dem Avalanche-Tross an Bord nach Schweden abhebt, stehen zunächst noch fünf Begegnungen auf amerikanischem Boden auf dem Spielplan. Colorados nächstes Match findet am Freitag beim starken Liga-Neuling Vegas Golden Knights statt.

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