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Am Ende jubelt der Schweizer Oldie

Eidgenossen mit starkem Jahr, Österreichs Grabner in den Playoffs - Die Saisonanalyse von NHL.com/de, Teil 2

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Bereits vor Beginn der Finalserie zwischen den Pittsburgh Penguins und den Nashville Predators stand fest, dass es in diesem Jahr auf jeden Fall einen Stanley-Cup-Sieger aus der Schweiz geben würde. Das Rennen machte schließlich der 39-jährige Penguins-Routinier Mark Streit. Seine Landsleute Roman Josi, Yannick Weber und Kevin Fiala vom Kontrahenten aus der Musikstadt gingen dagegen leer aus. Allerdings standen von den vier genannten Akteuren im Finale nur die beiden Verteidiger Josi und Weber auf dem Eis. Streit wurde für keine der sechs Begegnungen nominiert, Fiala fehlte wegen eines Oberschenkelbruchs, den er sich in der zweiten Runde gegen die St. Louis Blues zugezogen hatte.

Der Freude bei Streit über den ersten Cup-Gewinn seiner langen NHL-Karriere tat die fehlende Präsenz in den Endspielen keinen Abbruch. Der Berner ist zugleich der erste Schweizer Feldspieler, der der den Titel holte. Seine Vorgänger David Aebischer (2001) und Martin Gerber (2006) hüteten das Tor ihrer Mannschaften.

Streit war im März von den Philadelphia Flyers nach Pittsburgh gekommen. Für beide Teams zusammen bestritt der Verteidiger in der Hauptrunde 68 Partien, in denen er auf 27 Scorer-Punkte (sechs Tore, 21 Vorlagen) kam. In den Playoffs lief er dreimal für die Penguins auf und verbuchte zwei Assists.

Bei den Predators zählten die beiden Defensivspieler Josi und Weber zu den Leistungsträgern. Sie absolvierten alle 22 Playoff-Spiele für ihren Klub. In der Hauptrunde 2016/17 kam Josi auf 72 Einsätze und 49 Punkte (zwölf Tore, 37 Vorlagen). Einen Auftritt mehr und acht Zähler (ein Tor, sieben Assists) hatte Weber am Ende auf dem Konto.

Video: PIT@NSH, Sp3: Josi hämmert ihn in Überzahl rein

Eine bärenstarke Saison legte Angreifer Fiala hin. Der 20-jährige Rookie stand in der Hauptrunde 54mal auf dem Eis, erzielte elf Treffer und gab fünf Vorlagen. In den Playoffs mischte er bei fünf Begegnungen mit, in denen ihm zwei Tore gelangen. Sein verletzungsbedingter Ausfall in der entscheidenden Saisonphase stellte für die Predators einen schmerzlichen Verlust dar.

Wie geschmiert lief es in der Hauptrunde für Nino Niederreiter von den Minnesota Wild. Der rechte Flügelstürmer erzielte mit 57 Punkten (25 Tore, 32 Assists) eine neue persönliche Bestmarke. Streits Schweizer Rekord von 62 Punkten verfehlte er nur knapp. In den Playoffs schied er nach fünf Auftritten und einem Assist in den Duellen gegen die Blues aus.

Sein Landsmann Christoph Bertschy kam bei den Wild dagegen in seiner ersten Saison nur sporadisch zum Einsatz. Fünf Spiele und ein Assist aus der Hauptrunde stehen für ihn zu Buche. In den Playoffs war er nicht dabei.

Keine Chance auf den Einzug in die Playoffs hatten in diesem Jahr die Vancouver Canucks mit Luca Sbisa und Sven Baertschi. Mit ihrer persönlichen Bilanz können beide dagegen zufrieden sein. Verteidiger Sbisa machte alle 82 Hauptrunden-Spiele mit und bot durchweg ansprechende Leistungen. Für die Scorer-Wertung sammelte er 13 Punkte (zwei Tore, elf Vorlagen). Bärtschi trug sich bei seinen 68 Einsätzen insgesamt 18mal in die Torschützenliste ein und assistierte darüber hinaus bei 17 Treffern.

Nichts mit der angestrebten Playoff-Teilnahme wurde es auch für die Florida Panthers, bei denen Denis Malgin und Reto Berra auf der Gehaltsliste stehen. Rookie Malgin hatte einen fulminanten Start in seine NHL-Karriere. Gleich im zweiten Spiel gelang ihm eine Torvorlage. Mit überzeugenden Auftritten in der Folge sicherte er sich einen Stammplatz im Angriff der Panthers. Nach einer Verletzung im Januar fehlte er jedoch einige Spiele und kam erst gegen Saisonende wieder richtig in Tritt. Malgin bestritt 47 Partien und erzielte dabei zehn Scorer-Punkte (sechs Tore, vier Assists). Ersatzgoalie Berra stand siebenmal zwischen den Pfosten des Teams aus Florida.

Video: STL@FLA: Malgin per Onetimer vom Bullykreis

Für Sven Andrighetto hat sich der Wechsel von den Montreal Canadiens zur Colorado Avalanche bezahlt gemacht. Bei der Franchise aus Denver gehörte er sofort zur Stammformation und kam in 19 Spielen auf 16 Punkte (fünf Tore, elf Vorlagen). Das waren exakt doppelt so viele, wie er zuvor in den 27 Einsätzen für die Canadiens verbucht hatte.

Erste Playoff-Erfahrungen sammelte Timo Meier von den San Jose Sharks. Er lief bei fünf der sechs Erstrunden-Matches gegen die Edmonton Oilers auf, bleib dabei allerdings ohne Punkte. In der Hauptrunde hatte er in 34 Spielen drei Tore geschossen und drei Vorlagen geliefert.

Sein NHL-Debüt feierte Joel Vermin von den Tampa Bay Lightning. Er trug während der Hauptrunde 18mal das Trikot mit dem markanten Blitz und sammelte mit drei Vorlagen zugleich seine ersten Scorer-Punkte.

Als einziger Österreicher war in der abgelaufenen Saison Michael Grabner von den New York Rangers in den Playoffs vertreten. Er stürmte in allen zwölf Endrunden-Partien der Rangers. Dabei gelangen ihm sechs Punkte (vier Tore, zwei Vorlagen). Die Hauptrunde hatte der Angreifer mit 27 Treffern als zweitbester Torschütze der Rangers abgeschlossen.

Nur eine Zuschauerrolle in den Playoffs blieb Thomas Vanek und Michael Raffl vorbehalten. Vanek spielte in der Hauptrunde zunächst für die Detroit Red Wings und ab März für die Florida Panthers. Insgesamt kam der Routinier auf 68 Begegnungen, wobei ihm 48 Scorer-Punkte (17 Tore, 31 Assists) gelangen. Raffl von den Philadelphia Flyers musste sich immer wieder mit Verletzungen herumplagen und verpasste 30 Spiele in der Hauptrunde. Als Leistungsnachweis sind in der Statistik elf Punkte (acht Tore, drei Vorlagen) aus 52 Einsätzen für ihn festgehalten.

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