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Am heutigen Freitag (8:30 p.m. ET; NHL.tv; Sa. 2:30 Uhr MESZ) startet in den Stanley Cup Playoffs 2023 das Western Conference Finale zwischen den Vegas Golden Knights und den Dallas Stars. In Spiel 1 in der T-Mobile Arena stehen sich talentierte Spieler, physische Verteidiger und Torhüter mit besonderen individuellen Geschichten gegenüber.

Die heutigen fünf Schlagschüsse vom Playoff-Geschehen:

Treffen zweier torgefährlicher Teams

Mit den Vegas Golden Knights und den Dallas Stars treffen sich zwei der vier besten Offensiven in den Stanley Cup Playoffs 2023: Vegas erzielte im Schnitt 3,73 Tore pro Spiel (2.), Dallas kommt auf 3,62 (4.). Die Golden Knights sind besonders gefährlich bei Gleichzahl: Bei 5-gegen-5 (31) und 4-gegen-4 (2) schossen sie 33 Tore, was einen Anteil von 80,5 Prozent an allen Treffern ausmacht. Bei den Stars ist dieser Wert deutlich geringer (29 von 47; 61,7 Prozent), dafür aber glänzen die Texaner im Powerplay: 13 Tore fielen in Überzahl (27,65 Prozent aller Tore; 31,7 Prozent Erfolgsquote im Powerplay).

Besten Playoff-Momente der Golden Knights und Stars

Während des Spiels ist Vegas insbesondere im zweiten Drittel gefährlich, konnte hier schon 19 Treffer erzielen und hat in diesem Abschnitt eine Tordifferenz von +14. Das Mitteldrittel ist auch das stärkste von Dallas (22 Treffer, +6). Den größten Unterschied zu den Golden Knights, was geschossene Tore angeht, gibt es aber im dritten Durchgang (DAL: 14 Treffer, +1; VGK: zehn Tore, -1). Kaum Unterstützung erhalten beide Mannschaften übrigens von der blauen Linie: Sowohl Golden Knights als auch Stars erhielten jeweils erst zwei Tore von Verteidigern.

Eichel und Hintz im Privatduell

In den Playoffs geht es um Tiefe, aber auch um Qualität in der Spitze. Diese bringen beide Kontrahenten mit: Bei Vegas trumpft Jack Eichel groß auf. Der Center ist mit einer 6-8-14-Ausbeute der Top-Scorer bei den Golden Knights und führt eine brandgefährliche erste Reihe neben dem spielstarken Jonathan Marchessault (5-5-10) und dem physisch starken Ivan Barbashev (4-5-9) an.

SEA@DAL, Sp7: Hintz erobert die Scheibe und trifft

Bei Dallas avancierte Mittelstürmer Roope Hintz mit einer 9-10-19-Bilanz zum Playoff-Monster. Er ist einer der komplettesten Center in der NHL und weiß mit Jason Robertson (2-10-12) und Joe Pavelski (8-2-10) zwei weitere Weltklasse-Spiele in der Top-Reihe an seiner Seite. Wer also wird im direkten Duell der Superstars heller strahlen können? In der regulären Saison kam Eichel in zwei Aufeinandertreffen mit Dallas auf ein Tor (1-0-1). Hintz brachte es in zwei Begegnungen ebenfalls auf ein Tor (1-0-1).

Verteidigung: Eine Frage der Physis?

Um die gegnerischen Offensivwellen zu brechen, setzen beide Mannschaften auf Physis, die in den Playoffs immer eine größere Rolle spielt als in der regulären Saison. Vegas etwa fährt sechs Spieler auf, die im Schnitt rund 1,90 Meter groß und 94 Kilogramm schwer sind. Alec Martinez (1,85 Meter; 94 Kilogramm) ist der kleinste Spieler, Nicolas Hague (1,97 Meter; 97 Kilogramm) der größte, dazwischen befinden sich mit Brayden McNabb (1,93; 94), Alex Pietrangelo (1,91; 95), Shea Theodore (1,88; 88) und Zach Whitecloud (1,88; 95) weitere checkfreudige, aber gleichzeitig mobile Spieler.

"Alle sechs sind große Verteidiger. Wir wollen das zu unserem Vorteil nutzen", so Golden-Knights-Trainer Bruce Cassidy, der mit dieser Physis insbesondere Stars-Stürmer Joe Pavelski, den wohl besten Abfälscher der Liga, aus dem Torkreis drängen möchte.

Dallas' Defensivcorps können trotz einer Abwehrwumme wie Esa Lindell (1,91 Meter; 100 Kilogramm) da nicht ganz mithalten. Im Schnitt kommen die sechs Stars-Verteidiger auf rund 1,86 Meter und 92 Kilogramm, werden also einen anderen Ansatz wählen als Vegas. Dieser könnte über Mobilität und Tempo gehen, allesamt Attribute, die etwa Miro Heiskanen (1,85; 88) vereint.

Jake Oettinger

Zwei Goalies, zwei Geschichten

Schon in Spiel 1 werden die beiden Torhüter im Fokus stehen: Vegas' Adin Hill und Dallas' Jake Oettinger - beide Goalies bringen eine eigene Geschichte mit, die darauf wartet, das nächste Kapitel zu schreiben.

Hill wurde im Sommer 2021 von den Arizona Coyotes zu den San Jose Sharks getradet, um dort die neue Nummer 1 zu sein. Diesen Ansprüchen konnte er in der Saison 2021/22 aber nicht gerecht werden. Als sich bei den Golden Knights durch die Verletzungen von Robin Lehner und Laurent Brossoit ein Torwart-Engpass auftat, fädelte Vegas einen Deal ein und holte den 27-Jährigen kurz vor dem Beginn der Saison 2022/23 aus der Bay Area. Hill absolvierte 27 Spiele in der regulären Saison (2,5 Gegentore/Spiel, 91,5 Prozent Fangquote), war am Ende aber hinter Talent Logan Thompson und dem später wieder fitten Brossoit nur die Nummer 3. Da beide nun verletzt sind, schlägt plötzlich wieder Hills Stunde: In der Serie gegen die Edmonton Oilers war er in fünf Spielen ein sicherer Rückhalt (2,19 Gegentore/Spiel, 93,4 Prozent Fangquote) und könnte jetzt zum wertvollen Schlüsselspieler für die Golden Knights werden.

Auf der anderen Seite fängt mit Jake Oettinger eines der größten Goalie-Talente in der NHL. Der Stern des heute 24-Jährigen ging in den Playoffs 2022 auf, als er mit 95,4 Prozent Fangquote, 1,81 Gegentoren/Spiel und einem Shutout verzückte. Seitdem ist Oettinger die unangefochtene Nummer 1 bei den Stars, glänzt mit Ruhe und tollen Paraden. In der regulären Saison kam er in 62 Spielen auf 2,37 Gegentore/Spiel, 91,9 Prozent Fangquote und fünf Shutouts. In den Playoffs 2023 in 13 Spielen auf 2,75 Gegentore/Spiel, 90,3 Prozent Fangquote und einen Shutout.

Es könnte ein langer Abend werden…

Am Donnerstag zeigten die Carolina Hurricanes und Florida Panthers in Spiel 1 des Eastern Conference Finales, wie eng es auf diesem Level zugeht und lieferten sich ein Marathon-Spiel über 139:47 Minuten (Endstand: 3:2 n.4.V. für die Panthers). Ein ähnliches Szenario könnte auch zwischen Golden Knights und Stars drohen. Eishockey-Fans sollten sich am Samstagmorgen also lieber ein wenig mehr Zeit einplanen.