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Am Dienstag (8 p.m. ET; NHL.tv; Mi. 2 Uhr MESZ) könnte es im Western Conference Finale der Stanley Cup Playoffs 2023 bereits zu einer Vorentscheidung kommen. Die Vegas Golden Knights führen nach zwei Aufeinandertreffen mit 2:0. Sie holten beide Siege in der Verlängerung. In Spiel 3 dürfen die Dallas Stars nun erstmals in der Serie vor heimischem Publikum im American Airlines Center antreten. Ein Heimsieg ist Pflicht, um Vegas keinen Matchball zu servieren.

Die heutigen fünf Schlagschüsse vom Playoff-Geschehen:

Golden Knights haben bei der Effizienz die Nase vorne

Wenn es um alles oder nichts geht, kann den Golden Knights kaum jemand das Wasser reichen. Es gelang ihnen, in den entscheidenden Momenten das Maximum herauszuholen, egal wie der Spielverlauf war. Die ersten beiden Spiele der Serie gewannen sie jeweils nach Verlängerung. In Spiel 2 mussten sie zuvor weniger als drei Minuten vor Ende des dritten Drittels den Ausgleich erzielen, um überhaupt die Overtime zu erzwingen. In der ersten Runde gelang ihnen gegen die Winnipeg Jets ebenfalls ein Sieg nach Verlängerung, womit sie eine perfekte Bilanz in der Overtime haben. Überhaupt liegen Vegas enge Spiele. Wenn eine ihrer Partien in den diesjährigen Playoffs mit einem oder zwei Toren Unterschied endete, holten die Golden Knights immer den Sieg.

Stephenson, Vegas gewinnen Spiel 2 mit 3:2 nach OT

"Jack Eichel hat es in der zweiten Drittelpause gesagt: Nur weil wir ein schlechtes Spiel haben, heißt das nicht, dass wir nicht gewinnen können", erklärte Stürmer Jonathan Marchessault nach Spiel 2. "Wir haben nicht grandios gespielt, aber guten Teams ist das in dieser Phase der Saison egal, man findet einen Weg zu gewinnen. Wir sind Sieger."

Für die Stars sieht es anders aus. Sie gingen in den Playoffs vier Mal in die Verlängerung und verloren alle vier Begegnungen. Sie gewannen nur zwei Mal mit einem Tor Unterschied und zogen bei dieser Konstellation vier Mal den Kürzeren.

Steigende Formkurve sorgt für Optimismus in Dallas

Allerdings betonten die Stars am Sonntag, dass man aus dem zweiten Duell mit Vegas auch positive Dinge mitnehmen könne. Sowohl Trainer Peter DeBoer als auch Topscorer Roope Hintz lobten die verbesserte Leistung des Teams.

"Sie haben den Heimvorteil genutzt und das müssen wir jetzt ebenfalls tun. Das Gute ist, dass wir heute viel besser gespielt haben. Wenn wir so weitermachen, haben wir eine Chance zu gewinnen", meinte DeBoer.

DAL@VGK, Sp2: Heiskanens Schuss wird abgefälscht

Die Stars waren am Sonntag tatsächlich beinahe das gesamte Spiel über die bessere Mannschaft. Können sie im ersten Heimspiel auf diese Leistung aufbauen, stehen die Erfolgsaussichten nicht schlecht.

Zu Hause ist es am schönsten

Der Faktor Heimvorteil ist nicht zu unterschätzen, denn in dieser Serie stehen sich die beiden heimstärksten Mannschaften der Playoffs gegenüber. Vegas gewann sechs von acht Spielen in der T-Mobile Arena, die Stars liegen mit fünf Erfolgen in sieben Partien im American Airlines Center nur knapp dahinter.

Darüber hinaus legen die Stars vor eigenem Publikum auch in einzelnen Bereichen meist eine Schippe drauf. Die überragende Bullyquote von 56 Prozent oder die starke Erfolgsquote von 30,4 Prozent im Powerplay, werden daheim in Dallas noch übertroffen. Kombiniert man das mit der steigenden Formkurve der Stars, könnte vor den Golden Knights die bislang größte Herausforderung in den Playoffs liegen.

Von Spitzenspielern und Teamgeist

Geht es danach, wer den besten Spieler auf jeder Position hat, müsste die Serie klar an Dallas gehen. Im Angriff ist Jason Robertson wohl der talentierteste Akteur, in der Abwehr kann kein anderer Verteidiger Miro Heiskanen das Wasser reichen, zwischen den Pfosten genießt Jake Oettinger das deutlich höhere Ansehen als sein Gegenüber Adin Hill. Dazu kommt mit Roope Hintz der Topscorer der Playoffs sowie mit Joe Pavelski der erfahrenste Spieler, der im Alter von 39 Jahren zur Form seines Lebens aufläuft.

DAL@VGK, Sp2: Robertson bringt Stars im PP in Führung

Bei Vegas sind die Leistungen und die Verantwortung deutlich gleichmäßiger verteilt. Das dürfte wenigstens einem der sechs Spieler im Team, die mindestens zehn Punkte auf dem Konto haben, nur allzu bekannt vorkommen. Ivan Barbashev gewann bereits 2019 mit den St. Louis Blues den Stanley Cup. Eine der großen Stärken des damaligen Teams der Blues war, dass sie eine hervorragende dritte und vierte Reihe hatten, die immer wieder entscheidende Beiträge lieferten. Barbashev stand seinerzeit selbst in der vierten Angriffsformation.

"Ich sehe da viele Gemeinsamkeiten. Unser Team will jedes Spiel gewinnen, wir geben jeden Abend alles und es ist immer ein anderer Spieler da, der Verantwortung übernimmt. Außerdem machen wir dem Gegner in unserer Arena das Leben schwer. Das war 2019 mit bei den Blues alles genauso", erläuterte Barbashev.

Die Statistik spricht für Vegas

Die Geschichte der Playoffs spricht eine klare Sprache. Weniger als zehn Prozent aller Teams, die in der vorletzten Runde der Playoffs mit zwei Spielen zurücklagen, konnten die Serie noch drehen. Nur acht von 86 Mannschaften schafften diese Wende. Allerdings hatten die Stars auch noch kein Heimspiel und ein Sieg in Spiel 3 würde die Perspektiven deutlich verbessern. Sollten die Golden Knights am Dienstag jedoch einen Sieg einfahren, wäre die Serie, zumindest historisch betrachtet, praktisch gelaufen. In der gesamten Historie der Stanley Cup Playoffs gelang nur vier von 204 Mannschaften ein Comeback nach einem 0:3-Rückstand. In einem Conference Finale war das noch nie der Fall. Ein Sieg ist für Dallas also Pflicht.