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Mit dem Beginn der Stanley Cup Playoffs 2020 am 11. August stellt NHL.com/de täglich zehn Fakten vom jeweiligen Spieltag oder dem Trainingsbetrieb der Teams, die nicht aktiv waren, vor:

Stanley Cup Gewinn als Bürde

Die Washington Capitals schieden am Donnerstag durch eine 0:4-Niederlage in Spiel 5 der Erstrundenserie gegen die New York Islanders mit 1:4-Siegen aus den Stanley Cup Playoffs 2020 aus. Bereits zum zweiten Mal nach ihrem Stanley Cup Gewinn von 2018 ist für den Favoriten früh der Traum vom zweiten Titel der Klub-Geschichte geplatzt. Es darf ihnen nicht mangelndes Engagement vorgeworfen werden, letztendlich fehlte jedoch der letzte Funke Siegeswille gegen aufopferungsvoll verteidigende Islanders.

Islanders ziehen durch 4:0-Sieg in zweite Runde ein

Defensive gewinnt

Die Islanders bestritten vier Partien gegen die Florida Panthers in der Stanley Cup Qualifikation und deren fünf gegen die Capitals in der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs. In nur zwei der neun Spiele kassierten sie mehr als zwei Gegentore (Sp. 3 gg. Panthers 2:3; Sp 4. gg. Capitals 2:3). Dank starker Defensivvorstellungen stehen die Islanders jetzt in der zweiten Runde der Eastern Conference. Gewinnt nicht die Defensive Meisterschaften? Noch ist es ein langer Weg für die Verteidigungskünstler von Coach Barry Trotz.

Starker Schlussmann

Wer hinten einen Mann stehen hat, der in den entscheidenden Momenten dicht macht, hat einen großen Vorteil. Mit 21 Saves und seinem ersten Postseason-Shutout in Spiel 5 gegen die Capitals krönte Islanders-Schlussmann Semyon Varlamov seine starken Auftritte in der diesjährigen Postseason. Der 32-jährige Russe brachte es in seinen ersten Postseason-Partien seit 2013/14 (7 Einsätze für die Colorado Avalanche ) auf eine Bilanz von 7-2-0 mit einem Gegentrefferschnitt von 1,67 und einer Fangquote von 93,4 Prozent.

NYI@WSH, Sp5: Varlamov hilft Isles zum Sieg gg. Caps

Rückkehr reichte nicht

Die Capitals konnten wieder auf die Dienste ihres Centers Nicklas Backstrom zurückgreifen, der nach einem harten Check von Islanders-Stürmer Anders Lee in Spiel 1 drei Partien pausieren musste. Beim Stande von 0:2 hatte der 32-jährige Schwede in der zweiten Minute des dritten Drittels von Spiel 5 das Anschlusstor auf dem Schläger, fand bei seinem Schuss vom rechten Bullykreis jedoch in Varlamov seinen Meister. Mit drei Torschüssen zählte er zusammen mit den Stürmern Alex Ovechkin und Tom Wilson sowie Verteidiger John Carlson zu den Aktivposten der Capitals.

Disziplin zeichnet sich aus

Acht ihre 15 Gegentore kassierten die Islanders bei Unterzahl, mit einer Penalty-Killing-Quote von 73,3 Prozent belegten sie nach ihren ersten acht Postseason-Spielen den drittletzten Platz. Dementsprechend mahnte Trainer Trotz das Fernbleiben von der Strafbank an. Und seine Worte fanden Gehör. Am Donnerstagabend verteidigten seine Mannen zwar hart, aber im Rahmen des Erlaubten. Sie bekamen nur zwei Strafen aufgebrummt, eine aufgrund eines Wechselfehlers. Bei beiden saß zu diesem Zeitpunkt bereits ein Spieler von Washington auf der Strafbank, so dass die Islanders in der Summe nur 2:17 Minuten mit einem Mann weniger auf dem Eis zurechtkommen mussten.

Nicht unterkriegen lassen

So etwas kannst du dir nicht ausdenken! Unbeeindruckt von einem 0:3-Rückstand nach gut 6 1/2 Minuten in Spiel 6 ihrer Erstrundenserie gegen die Calgary Flames, meldeten sich die Dallas Stars zurück, gewannen die Partie mit 7:3 und ziehen mit 4:2-Siegen in die zweite Runde der Western Conference ein. Eine Partie, die zeigte, dass es im Eishockey nie einen Grund geben darf, früh den Kopf hängen zu lassen. Vor allem nicht, wenn es um die begehrteste Tropäe geht, die es im Eishockeysport zu gewinnen gibt.

Fragen über Fragen

Die Flames werden noch eine Zeitlang an dieser 3:7-Schlappe gegen die Stars knabbern müssen. Warum? Weshalb? Wie konnte uns das passieren? dürften nur drei von vielen Fragen sein, die durch die Köpfe von Calgarys Spielern gehen, wenn sie an Spiel 6 zurückdenken, welches das Aus in den Playoffs 2020 für sie bedeutete. Mit 3:1 lagen sie zur ersten Pause in Front, waren aber in den ersten Minuten des Mittelabschnitts alles andere als hellwach und lagen nach 7 1/2 Minuten mit 3:5 im Hintertreffen. Selbst das Torwartwechsel-Spiel von Cam Talbot zu David Rittich und zurück zu Talbot verfehlte seine Wirkung. Was übrig bleibt sind Fragen.

Gurianov schießt vier Tore beim Sieg in Spiel 6

Seinem Torwart vertrauen

Stars-Coach Rick Bowness hätte nach 6:34 Minuten im Spiel und drei Gegentoren Gründe finden können, seinen Torwart Anton Khudobin auszuwechseln, hielt jedoch an ihm fest und das zahlte sich letztendlich aus. Der kasachische Schlussmann mit der Nummer 35 auf dem Rücken, stand wie eine Eins, ließ keinen weiteren Treffer mehr zu und beendete die Partie mit 38 Saves und einer Rettungsquote von 92,7 Prozent.

Wenn's mal läuft, dann richtig

Zwei Tore gelangen Denis Gurianov in den ersten acht Postseason-Partien der Stars, in Spiel 6 gegen die Flames explodierte regelrecht der 23-jährige Rechtsaußen. Er darf sich fortan Playoff-Vierfachtorschütze nennen. Mit seinen vier Treffern und einem Assist zum 4:3-Führungstor von Radek Faksa war er der Mann des Spiels.

DAL@CGY, Sp6: Gurianov trifft gleich viermal im Spiel

Beste Playoffs seiner Karriere

Tobias Rieder hatte in seiner NHL-Karriere bisher wenige Gelegenheiten, sich in Stanley Cup Playoffs zu präsentieren. Vier Playoff-Auftritte für die Los Angeles Kings in der Saison 2017/18 standen in seiner NHL-Vita, die 2014/15 bei den Arizona Coyotes begann. In seinen zehn Postseason-Spielen für die Flames bewies er, welch wichtiger Spieler er für seinen Klub sein kann. Der Landshuter erzielte drei Shorthander und brachte es auf zwei Assists. Er bekam in vier Partien gegen die Winnipeg Jets in der Stanley Cup Qualifikation um die zehn Minuten Eiszeit pro Spiel. In Spiel 6 gegen die Stars stand er bereits 15:08 Minuten auf dem Eis. Seine gezeigten Leistungen waren eine Bewerbung für viele weitere Spiele in der besten Eishockeyliga der Welt.