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NHL.com/de präsentiert in der Rubrik Rookie Watch aktuelle Themen rund um die diesjährigen Rookies. In dieser Ausgabe: Die Saison im Überblick.

Die Rookies sorgten in der Saison 2021/22 für viel Aufsehen und standen immer wieder im Rampenlicht. Ganze 277 Liganeulinge kamen in der NHL zum Einsatz, davon 159 Stürmer, 85 Verteidiger und 33 Torhüter. Eine ganze Reihe von ihnen eroberte Stammplätze in ihren Teams und nahmen teilweise zentrale Rollen ein. Neben Verteidiger Moritz Seider kamen mit Lukas Reichel und JJ Peterka zwei deutsche Stürmer zum Einsatz, der Österreicher Marco Rossi bestritt seine ersten beiden Spiele und aus der Schweiz waren Verteidiger J.J. Moser und Torwart Akira Schmid zu sehen.
Das Rennen um die Calder Trophy
Im Kampf um die begehrte Calder Trophy für den besten Rookie der Saison steht Seider von den Detroit Red Wings ganz vorne. Das Ausnahmetalent führte alle Abwehr-Rookies mit 50 Punkten (7 Tore, 43 Assists) an, vereinte diese Offensivgefahr mit verantwortungsbewusster Abwehrarbeit und hartem Körpereinsatz und begeisterte so Mitspieler, Trainer und Fans. Er stellte den Rekord für die meisten Punkte eines deutschen Verteidigers ein, den zuvor Christian Ehrhoff aus der Saison 2010/11 hielt.
Zu Seiders härtesten Konkurrenten um die Trophäe gehören Michael Bunting von den Toronto Maple Leafs, der alle Rookies mit 63 Punkten (23 Tore, 40 Assists) anführte und Trevor Zegras von den Anaheim Ducks, der mit 61 Punkten (23 Tore, 38 Assists) der zweitbeste Scorer war. Seiders Teamkollege Lucas Raymond überzeugte im Angriff ebenfalls mit 57 Punkten (23 Tore, 34 Assists) und Torwart Jeremy Swayman bewies seine Fähigkeiten bei den Boston Bruins mit 23 Siegen in 39 Starts.

DET@NJD: Seider trifft am Innenpfosten

Rookies verdienen sich mit Punkten viel Eiszeit
Nicht nur die Favoriten für die Calder Trophy bewiesen Durchschlagskraft, auch zahlreiche weitere junge Talente zeigten einen Torinstinkt, der sich sehen lassen kann. Neben den bereits genannten Spielern konnten auch die Stürmer Anton Lundell (Florida Panthers), Cole Caufield (Montreal Canadiens), Dawson Mercer (New Jersey Devils), Tanner Jeannot (Nashville Predators) und Seth Jarvis (Carolina Hurricanes) die Marke von 40 Punkten knacken.
Weitere sieben Spieler brachten es immerhin auf mindestens 30 Punkte, darunter die Verteidiger Jamie Drysdale von den Anaheim Ducks und Alexandre Carrier von den Nashville Predators. Besonders beeindruckend waren die 39 Punkte (15 Tore, 24 Assists) von Matt Boldy. Der Außenstürmer kam bei den Minnesota Wild erst am 6. Januar zu seinem ersten Einsatz und bestritt nur 47 Spiele an der Seite des Schweizers Kevin Fiala. Kein Rookie, der mehr als zehn Spiele bestritt, konnte seinen Durchschnitt von 0,83 Punkten pro Spiel überbieten. Weitere Erwähnung verdient Matty Beniers. Als erster Spieler, der jemals von den Seattle Kraken gedraftet wurde, bestritt er die letzten zehn Spiele der Saison und erzielte dabei neun Punkte (3 Tore, 6 Assists).

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Seider und Moser führen deutschsprachige Rookies an
Unter den Debütanten aus Deutschland. Österreich und der Schweiz durften sich besonders die Verteidiger über eine erfolgreiche Saison freuen. Neben Seider war der Bieler Moser der einzige andere Spieler aus dem deutschsprachigen Raum, der sich einen Stammplatz erspielen konnte. Das gelang ihm bei den Arizona Coyotes zwar erst Ende Dezember, seitdem konnten sich seine Leistungen aber sehen lassen.
Für den Tabellenletzten der Western Conference erzielte Moser in 43 Spielen 15 Punkte (4 Tore, 11 Assists) und kam damit bis auf einen Punkt an den Rekord für die meisten Punkte eines Schweizer Rookie-Verteidigers heran. Den stellte kein Geringerer als Roman Josi auf, der dafür aber neun Spiele mehr brauchte.
Die deutschen Stürmer Peterka und Reichel kamen nur vereinzelt zum Einsatz. Peterka bestritt bei den Buffalo Sabres zwei Spiele und wartet noch auf seinen ersten Punkt. Reichel nahm für die Chicago Blackhawks an elf Partien teil und verzeichnete einen Assist. Der österreichische Center Rossi erlebte bei den Wild wie Peterka zwei punktlose Spiele.
Der Schweizer Torwart Schmid startete in vier Spielen für die Devils und wartet noch auf seinen ersten Sieg. Diese vier Spieler lieferten aber alle hervorragende Saisons in der American Hockey League, was darauf hindeutet, dass sie nächste Saison voraussichtlich deutlich mehr Eiszeit auf der großen Bühne sehen dürften.

STL@ARI: Moser trifft im dritten Drittel

Rookie-Torhüter in großen Rollen
Sechs Rookie-Torhüter standen in mindestens 20 Spielen auf dem Eis, acht holten mindestens zehn Siege. Die beeindruckendste Saison lieferte Swayman bei den Bruins mit einer Bilanz von 23-14-3, 91,4 Prozent Fangquote, 2,41 Gegentoren pro Spiel und drei Shutouts. Er ist aber nicht der einzige Neuling, der eine zentrale Rolle zwischen den Pfosten einnahm.
Alex Nedljkovic verdrängte bei den Red Wings Thomas Greiss als Nummer eins im Tor, in Arizona war Karel Vejmelka mit 52 Spielen der Stammtorwart. Außerdem kam Kaapo Kahkonen auf 33 Spiele für die Minnesota Wild sowie San Jose Sharks und Spencer Knight verhalf den Florida Panthers in 32 Spielen mit einer Bilanz von 19-9-3 zur Presidents' Trophy als punktbestes Team der regulären Saison. Weitere Torhüter wie der in München geborene Nico Daws und Erik Kallgren kamen erst relativ spät zu ihren ersten Spielen, zeigten dann aber durchaus gute Leistungen. Wie auf den anderen Positionen präsentierten sich auch im Tor zahlreiche Rookies von ihrer besten Seite und legten den Grundstein für eine aussichtsreiche NHL-Karriere.