Germany World Cup Of Hockey

Mitte Juni kündigte NHL Commissioner Gary Bettman an, dass der World Cup of Hockey, die von der NHL organisierte Weltmeisterschaft, im Februar 2024 zurückkehren wird. Zuletzt wurde das Turnier im Jahr 2016 in Toronto ausgetragen. Auch wenn es noch rein spekulativ ist, wie und mit welchen Mannschaften das Turnier ausgetragen wird, gibt NHL.com/de einen kleinen Vorgeschmack und zeigt auf wie ein mögliches Team Deutschland und ein Team Schweiz aussehen könnte. Der Austragungsmodus und die -orte sowie die teilnehmenden Mannschaften werden noch festgelegt und zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.
In dieser Ausgabe: Rückblick auf die bisherigen Turniere 1996, 2004 und 2016
Als Nachfolger des legendären Canada Cups der 70er und 80er Jahre wurde von der NHL und der Spielergewerkschaft NHLPA 1996 der World Cup of Hockey aus der Taufe gehoben, nachdem die NHL-Spieler wegen den gleichzeitig stattfindenden Stanley Cup Playoffs nicht komplett an den im Mai ausgetragenen IIHF Weltmeisterschaften teilnehmen konnten.

1996: Viel Überraschendes und ein Favorit als Sieger des erwarteten Finales
Bei der ersten Auflage waren acht Mannschaften in zwei Gruppen eingeteilt. In der europäischen Gruppe, deren Spiele alle in Europa stattfanden, waren die Tschechische Republik, Finnland, Deutschland und Schweden vertreten. Die nordamerikanische Gruppe spielte in nordamerikanischen Städten und umfasste Kanada, Russland, die Slowakei und die Vereinigten Staaten.
Die beste Mannschaft jeder Gruppe zog ins Halbfinale ein, während die zweit- und drittplatzierten Mannschaften überkreuzte Viertelfinale spielten. Das Finale wurde im Best-of-Three-Modus ausgetragen. Alle Playoff-Spiele wurden in Nordamerika ausgetragen.

Germany Beats Czech Republic World Cup of Hockey

Die größte Überraschung des Turniers war ein 7:1-Sieg von Deutschland gegen die favorisierte Tschechische Republik mit Stars wie Jaromir Jagr in Garmisch-Partenkirchen, wodurch die Tschechen ausschieden und die Deutschen ins Viertelfinale einzogen. In der nordamerikanischen Gruppe besiegten die USA Kanada mit 5:3 und sicherten sich damit den ersten Platz und das Ticket für das Halbfinale. Im Halbfinale besiegten sie Russland mit 5:2, während Kanada, das zuvor Deutschland ausgeschaltet hatte, Schweden durch ein Tor von Theoren Fleury bei 19:47 Minuten in der zweiten Verlängerung mit 3:2 besiegte.
Im Best-of-three-Finale gewann Kanada das erste Spiel in Philadelphia nach einem Tor von Steve Yzerman mit 4:3 nach Verlängerung. Anschließend beendeten die USA die Serie mit zwei denkwürdigen 5:2-Siegen in Montreal zu ihren Gunsten. Im dritten und entscheidenden Spiel holten die USA einen 1:2-Rückstand im dritten Drittel auf, indem sie in den letzten 3:18 Minuten des Spiels vier Tore erzielten. Torhüter Mike Richter (USA) von den New York Rangers wurde als wertvollster Spieler des Turniers ausgezeichnet.
Im All-Star Team fand sich kein Kanadier wieder, denn dieses komplettierten die US-Amerikaner Chris Chelios, Brett Hull und John LeClair, sowie die beiden Schweden Calle Johansson und Mats Sundin.
2004: Finnland schockt den Titelverteidiger und sprengt das Traumfinale
Bei der zweiten Auflage des Turniers acht Jahre später, wurde die gleiche Gruppenaufteilung wie beim vorherigen Mal gewählt. Allerdings wurde der Modus dahingehend verändert, dass die Viertelfinale noch gruppenintern in den jeweiligen Kontinenten und erst ab dem Halbfinale komplett in Nordamerika, St. Paul/Minneapolis und Toronto, gespielt wurden. Das Finale wurde nur in einer Partie ausgetragen.
Die Europa-Gruppe gewann Finnland vor Schweden, Tschechien und Deutschland. Im Viertelfinale in Helsinki machte das deutsche Nationalteam sein bestes Spiel und verlor gegen den Favoriten nur knapp mit 1:2. Tschechien zog nach einem unerwartet deutlichen 6:1 gegen Schweden ebenfalls ins Halbfinale ein.
In Nordamerika endete die Gruppe mit einem ersten Platz von Kanada vor Russland, den USA und der Slowakei. Im Viertelfinale gewann die USA gegen Russland mit 5:3 und Kanada mit 5:0 gegen die Slowakei.

Finland Wins IIHF Worlds

Es fehlte noch ein Schritt zum erneuten Traumfinale USA gegen Kanada, doch Finnland erwies sich als Spielverderber und schaltete die geschockten Amerikaner in St. Paul durch einen 2:1-Sieg aus. Nach zwei Dritteln hatte die USA noch mit 1:0 geführt, ehe die Skandinavier die Partie im Schlussabschnitt drehten.
Einen Tag später ging es im Air Canada Centre von Toronto ebenso knapp zu. In einem begeisternden Spiel bezwang Kanada Tschechien schließlich mit 4:3 nach Verlängerung. Die Kanadier hatten 2:0 und 3:2 geführt, doch die zweite Führung in der 54. Minute egalisierten die Tschechen nur sechs Sekunden später wieder. Der umjubelte Siegtorschütze nach 3:45 Minuten in der Overtime war Vincent Lecavalier.
Auch das Finale war für Kanada ein harter Kampf, ehe sie Finnland mit 3:2 besiegt hatten. Zwei Mal konnten die Finnen eine Führung der Kanadier egalisieren, doch auf das 3:2 von Shane Doan zu Beginn des dritten Drittels hatten sie keine Antwort mehr.
Der MVP des Turniers wurde Kanadas Lecavalier. Im All-Star-Team standen außerdem Kanadas Torhüter Martin Brodeur, sowie die Verteidiger Adam Foote (Kanada), Kimmo Timonen (Finnland) und die Stürmer Saku Koivu (Finnland) und Fredrik Modin (Schweden), der mit vier Toren und vier Assists zu acht Punkten der Topscorer wurde.
2016: Eine ungewöhnliche Mannschaft wird erst im Finale gestoppt
Am 17. September 2016 startete die dritte Auflage des World Cup of Hockey. Im Gegensatz zu den beiden Wettbewerben zuvor, die an mehreren Spielorten in Europa und Nordamerika ausgetragen wurden, ging das komplette Turnier im Jahr 2016 im Air Canada Centre der kanadischen Metropole Toronto über die Bühne.
Acht Mannschaften nahmen teil. Neben den großen sechs Eishockey-Nationen Kanada, USA, Russland, Finnland, Schweden und Tschechien gab es zwei besonders formierte Teams, nämlich Team Nordamerika und Team Europa.
Letztere Mannschaft war ein Zusammenschluss aus Spielern mit Nationalitäten, der nicht vertretenen europäischen Ländern, also auch aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Aus diesem Bereich wirkten die Torhüter Thomas Greiss und Philipp Grubauer, die Verteidiger Christian Ehrhoff, Dennis Seidenberg, Roman Josi, Mark Streit und Luca Sbisa, sowie die Stürmer Thomas Vanek, Leon Draisaitl, Tobias Rieder und Nino Niederreiter mit.
Team Europa, dem vor dem Turnier, auch aufgrund teilweise schlechter Ergebnisse in der Vorbereitung, wenig Chancen eingeräumt wurden, steigerte sich unter der Leitung des deutsch-kanadischen Cheftrainers Ralph Krueger von Spiel zu Spiel und ließ in der Vorrunde die höher eingeschätzten Tschechen und US-Amerikaner hinter sich.
Bereits im Auftaktspiel gegen die USA setzten sie mit einem 3:0 Erfolg durch Tore des Slowaken Marian Gaborik, des Deutschen Draisaitl und des Franzosen Pierre-Edouard Bellemare eine Duftmarke.

Team Europe Final

Durch den Sieg gegen Tschechien mit 3:2 nach Verlängerung nur zwei Tage später machten sie bereits vor dem abschließenden Gruppenspiel gegen Kanada, das mit 1:4 verloren ging, ihren sensationellen Einzug in das Halbfinale perfekt.
Kruegers klarer Tenor und der von seiner Mannschaft vor dem Turnier, dass man daran teilnehme, um zu gewinnen, war zu dem Zeitpunkt noch von vielen Seiten belächelt worden. Doch Trainer und Spieler straften diese Zweifler Lügen.
Im Halbfinale traf Team Europa als Zweitplatzierter der Gruppe A auf den Sieger der Gruppe B Schweden. Der Außenseiter gewann auch diese Partie in der Verlängerung mit 3:2 durch ein Tor von Tomas Tatar in der 64. Minute und die unerwartete Reise ging weiter in das Finale.
Dort wartete erneut Kanada und das von Kapitän Sidney Crosby angeführte Team ließ gegen den krassen Außenseiter nichts anbrennen, auch wenn die 3:1- und 2:1-Siege hart erkämpft werden mussten, weil das zusammengewürfelte Team Europa alles in die Waagschale warf. Als MVP wurde Crosby ausgezeichnet. Er erzielte insgesamt drei Tore und sieben Assists zu zehn Punkten, womit der die Scorerliste anführte.
Das Turnier im Jahr 2016 gehörte trotz einiger hartnäckiger Kritiker ohne Zweifel zu einem der Eishockey-Highlights im letzten Jahrzehnt. Auch das Format mit einer U23-Auswahl aus kanadischen und US-amerikanischen Spielern, sowie einem wie erwähnt zusammengesetzten Team Europa anzutreten, war letztendlich konsequent durchdacht. Beide Mannschaften machten auf ihre Art Furore. Team Nordamerika durch die unkonventionelle und stürmische, aber nicht immer ergebnisorientierte Spielweise, die vor allem die Fans ins Staunen versetzte und Team Europa durch den unerwarteten Finaleinzug.
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