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Die Auswahl der Schweiz bleibt bei der IIHF Eishockeyweltmeisterschaft 2022 in Finnland auch gegen Kanada mit einem starken 6:3 am Samstag weiter bei einer perfekten Ausbeute. Österreich braucht für den Klassenerhalt nach einer 0:3-Niederlage gegen den Gastgeber mindestens einen Punkt im letzten Gruppenspiel gegen Großbritannien (am Montag, 19.20 Uhr).

Kanada - Schweiz 3:6
Die Schweiz darf weiter jubeln. Gegen Kanada gab es im Spitzenspiel der Gruppe A einen 6:3-Sieg. Damit stehen die Eidgenossen nach fünf Spielen und einer perfekten Ausbeute von 15 Punkten auf dem ersten Platz. Leonardo Genoni hielt 22 Schüsse für die Schweizer. Sein Gegenüber Logan Thompson stoppte 21 Schüsse.
Bereits vor der Partie wurde auf Schweizer Seite gefeiert. Andres Ambühl wurde mit 120 WM-Spielen als alleiniger Rekordhalter mit den meisten Einsätzen bei Weltmeisterschaften geehrt. Er vertritt die Schweiz bereits bei seiner 17. Weltmeisterschaft.
Die Schweizer starteten nicht ideal in die Partie. Timo Meier kassierte in der vierten Minute eine fünfminütige Strafe wegen Bandenchecks. Sein Team überstand die Unterzahl aber nicht nur schadlos, sondern kam sogar selbst zu guten Konterchancen durch Michael Fora und Pius Suter.
Kurz nach Ablauf der Strafe schienen die Eidgenossen durch Nico Hischier in Führung zu gehen. Nach der Coaches Challenge der Kanadier stellten die Schiedsrichter jedoch im Videobeweis fest, dass Hischier Thompson im Tor behindert hatte.
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Der nicht gegebene Treffer öffnete aber die Schleusen. Kent Johnson kam mit viel Geschwindigkeit ins Schweizer Drittel und sah von der Ecke hinter dem Tor aus, dass Genoni den kurzen Pfosten nicht dicht machte. Er ließ den Puck vom Oberschenkel des Torhüters zum 1:0 ins Tor prallen (12.).
Nur 59 Sekunden später landete der Rebound nach einem Schuss von Meier im hohen Slot bei Fora, dessen Schuss von Thomas Chabot ins Tor abgefälscht wurde (13.). Während Drake Batherson dann wegen Beinstellens auf der Strafbank saß, fingen die Kanadier einen Querpass von Meier an der kanadischen blauen Linie ab und Lowry verwandelte den Alleingang in Unterzahl (15.). Noch im gleichen Powerplay marschierte aber Dean Kukan von der blauen Linie durch und glich aus spitzem Winkel aus (16.).
Weniger als eine Minute vor der Drittelpause brachte Batherson die Kanadier mit einem Handgelenksschuss aus dem Slot zum dritten Mal in Führung (20.). Denis Malgin gewann aber kurz vor der Pause ein Bully vor dem gegnerischen Tor zu Suter, der quer zu Jonas Siegenthaler passte. Der Verteidiger der New Jersey Devils tunnelte Thompson mit neun Sekunden auf der Uhr zum 3:3.
Im zweiten Drittel ging es deutlich ruhiger zu. Hischier jagte den Puck im Powerplay aus dem Bullykreis ins Kreuzeck (27.) und sorgte mit dem einzigen Tor des Spielabschnitts für die erste Führung der Eidgenossen. Bitter war jedoch der zweite Ausfall eines Schweizer Spielers. Andrea Glausser verließ das Spiel nach einem Zusammenstoß mit Batherson. Im ersten Drittel war bereits Philipp Kurashev nach einem hohen Stock ausgefallen. Beide kehrten jedoch im dritten Drittel zurück.
Im Schlussabschnitt sorgte Suter früh für das 5:3 (44.). Bei einem Konter setzte er einen starken Schuss vom Bullypunkt neben den langen Pfosten. Malgin erhöhte sein Punktekonto mit seinem zweiten Assist auf zehn Zähler (4 Tore, 6 Assists) und führt die Scorerliste des Turniers damit an. Meier sorgte mit einem Empty-Netter für das Endergebnis (59.). Meier, Hischier, Suter und Kukan verbuchten jeweils ein Tor und einen Assist.
Österreich - Finnland 0:3
Österreich konnte am Samstag nicht für einen weiteren Überraschungssieg sorgen. Das Team verlor gegen Gastgeber Finnland mit 0:3. David Kickert zeigte mit 36 Saves einen starken Auftritt zwischen den Pfosten. Jussi Olkinuora blieb im finnischen Tor mit 19 gehaltenen Schüssen perfekt.
Valtteri Filppula brauchte nur 105 Sekunden, um die Finnen in Führung zu bringen (2.). Kickert hielt sein Team aber trotz eines dominanten Auftritts der Finnen mit 15:3 Torschüssen im Spiel. Im zweiten Drittel erhöhte Mikael Granlund auf 2:0 (25.), als er Kickert im Nachschuss keine Chance ließ.
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Ende des zweiten Drittels gab es beinahe den Anschlusstreffer. In Unterzahl startete Paul Huber zum Konter, nach seinem Schuss, den Olkinuora abwehrte, kam Ali Wukovits zwei Mal zum Nachschuss, allerdings ohne Erfolg. Toni Rajala setzte im dritten Drittel mit einem Schuss aus spitzem Winkel unter die Latte den Schlusspunkt (48.).Granlund und Filppula erzielten zusätzlich je einen Assist. Teemu Hartikainen bereitete zwei Tore vor.
Durch die Niederlage braucht Österreich im letzten Spiel der Vorrunde gegen Großbritannien mindestens einen Punkt, um den Klassenerhalt zu schaffen. Sollten die Briten am Sonntag gegen Lettland gewinnen, müsste sogar ein Sieg her.
Die übrigen Spiele am Samstag:
Gruppe A
Dänemark - Frankreich 3:0
Dänemark lieferte Deutschland mit einem 3:0-Sieg gegen Frankreich Schützenhilfe. Durch den Erfolg der Dänen hat Deutschland einen Platz im Viertelfinale sicher. Sebastian Dahm feierte im Tor mit 19 Saves seinen ersten Shutout des Turniers. Bei den Franzosen stoppte Henri Corentin Buysse 27 Schüsse. Peter Regin erzielte gegen Ende des ersten Drittels das 1:0 (17.). Joachim Blichfeld legte im zweiten Spielabschnitt in Überzahl das 2:0 nach und Julian Jakobsen sorgte mit einem Empty-Netter für den Endstand (59.). Frederik Storm und Markus Lauridsen verbuchten je zwei Assists.
Italien - Slowakei 1:3
Außenseiter Italien machte der Slowakei ihren 3:1-Sieg nicht einfach. Allen voran war wieder Torwart Andreas Bernard dem Gegner mit 31 Saves ein Dorn im Auge. Adam Huska kam für die Slowaken auf 16 Paraden. Michal Kristof (11.) und der 17-jährige NHL Draft-Kandidat Adam Sykora (20.) sorgten für die 2:0-Führung im ersten Drittel. Beide Tore wurden von Tomas Tatar und Prospect Juraj Slafkovsky vorbereitet. Alex Trivellato brachte Italien im Powerplay auf 1:2 heran (45.). Alex Tamasi sorgte ebenfalls in Überzahl für den Endstand (50.).
Gruppe B
USA - Schweden 3:2 n. V.
Die USA machten im Rennen um die Spitzenplätze in Gruppe B gegen die direkten Konkurrenten aus Schweden mit einem 3:2-Sieg nach Verlängerung Boden gut. Linus Ullmark konnte die Niederlage mit 21 Saves nicht verhindern. Jeremy Swayman hielt für die Amerikaner 20 Schüsse. Rasmus Dahlin brachte die Schweden früh in Führung (3.), doch Adam Gaudette sorgte für den Ausgleich (8.). Nate Schmidt eroberte die Führung auf Vorlage von Gaudette im Powerplay zurück (39.). Im Schlussabschnitt erzwang Carl Grundstrom die Verlängerung (47.). Gaudette entschied die Partie, dabei sammelte T.J. Tynan seinen zweiten Assist des Spiels und auch Swayman verzeichnete eine Vorlage.
Norwegen - Tschechien 1:4
Tschechien wurde seiner Favoritenrolle gegen Norwegen mit einem 4:1-Sieg gerecht. Karel Vejmelka steuerte 21 Saves zum Sieg bei. Jonas Artzen hielt 28 Mal. David Pastrnak traf im Powerplay (7.), verwandelte einen Penalty (41.) und bereitete ein Tor vor. Veteran David Krejci verbuchte zwei Assists. Jakub Vrana erzielte ein Powerplaytor (23.) und Roman Cervenka übernahm mit einem Assist und dem Empty-Netter zum 4:1 (59.) mit elf Punkten (3 Tore, 8 Assists) wieder die Führung als Topscorer des Turniers.