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Am Donnerstag stehen bei der IIHF Eishockey-Weltmeisterschaft 2022 in Finnland die Spiele des Viertelfinales an. Um 15.20 Uhr trifft Deutschland in Helsinki auf Tschechien, zeitgleich spielt Kanada in Tampere gegen Schweden. Am Abend, um 19.20 Uhr, kommt es in Helsinki zum Duell zwischen der Schweiz und den USA, während in Tampere Gastgeber Finnland auf die Slowakei trifft.

Deutschland - Tschechien
Die deutsche Nationalmannschaft spielte eine erstklassige Vorrunde und ging nur beim 3:5 gegen Kanada ohne Punkte vom Eis. Gegen die Schweiz gab es eine 3:4-Niederlage nach Penaltyschießen, die übrigen Spiele wurden gewonnen, wodurch am Ende der zweite Platz in Gruppe A stand. Die 26 erzielten Tore sind die viertmeisten des Turniers und Deutschland hat mit 15,38 Prozent die beste Chancenverwertung. Allerdings kassierte auch kein Viertelfinal-Teilnehmer mehr Gegentreffer (20). Die Qualität im Tor ist mit Philipp Grubauer, Matthias Niederberger und Dustin Strahlmeier dennoch beachtlich. Die Tatsache, dass trotz der starken Offensive Kai Wissmann und Marc Michaelis mit sieben Punkten (je zwei Tore, fünf Assists) die beiden punktbesten Deutschen in der Scorerliste nur auf Platz 19 liegen, zeigt das ausgeglichene Niveau der Mannschaft. Besonderes Augenmerk liegt auf den jungen Talenten Lukas Reichel, Leon Gawanke und vor allem Moritz Seider.
Tschechien kann auf einige absolute Starspieler zählen. Roman Cervenka ist mit elf Punkten (drei Tore, acht Assists) der zweitbeste Scorer, Außenstürmer Matej Blumel folgt mit vier Toren und vier Assists auf Rang acht. Hinzu kommen Veteran David Krejci und David Pastrnak, der Starstürmer der Boston Bruins, der 2020 die Maurice Richard Trophy als bester Torschütze der NHL gewann. Dennoch erzielte Tschechien in der Vorrunde nur 19 Tore und musste 13 Treffer hinnehmen. Das Team stellt damit die schwächste Abwehr der vier Mannschaften, die sich in Gruppe B für das Viertelfinale qualifizierten.

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Schweiz - USA
Mit der Schweiz steht den USA ein harter Kontrahent gegenüber. Die Eidgenossen ließen lediglich im Spiel gegen Deutschland einen Punkt liegen und hatten sonst eine perfekte Ausbeute, inklusive eines 6:3-Siegs gegen Kanada. Mit 34 Toren und 15 Gegentreffern hatten sie den besten Angriff in der Gruppenphase und die beste Abwehr in Gruppe A. Die Mannschaft ist gespickt mit NHL-Stars, angeführt von Kapitän Timo Meier. Hinzu kommen die Stürmer Timo Meier, Philipp Kurashev, Pius Suter und die Verteidiger Jonas Siegenthaler, Dean Kukan und J.J. Moser. Der ehemalige NHL-Spieler Denis Malgin ist mit zwölf Punkten (fünf Tore, sieben Assists) der Topscorer des Turniers. Schwächen sind in diesem Schweizer Team kaum auszumachen.
Die USA holten in der Vorrunde immerhin einen 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen Schweden, unterlagen aber Tschechien und Finnland. Mit 18 Toren ist bisher die Offensive das Sorgenkind von Trainer David Quinn. Unter den 30 besten Scorern des Turniers befindet sich kein US-Amerikaner. Trotzdem ist Qualität im Kader vorhanden. Mit Jeremy Swayman von den Boston Bruins haben die USA einen erstklassigen Torhüter, Seth Jones agiert als erfahrener Abwehrchef und die nachgerückten Stürmer Matt Boldy und Ryan Hartman von den Minnesota Wild können für Torgefahr sorgen. Hartman erzielte diese Saison immerhin 34 Treffer, Boldy in seiner Rookie-Saison 15, obwohl er nur 47 Spiele bestritt.

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Schweden - Kanada
Die Begegnung zwischen Kanada und Schweden hat das Zeug zum Offensivfeuerwerk. Kanada hat gemeinsam mit der Schweiz den bisher besten Angriff, Schweden erzielte die meisten Tore in Gruppe B (27). Der Schwede Rasmus Asplund und der Kanadier Pierre-Luc Dubois sind die einzigen Spieler des Turniers, die bereits sechs Tore erzielten. Dennoch ist gerade Schweden auch in der Abwehr gut besetzt. Fünf der acht Verteidiger stehen in der NHL unter Vertrag, darunter Oliver Ekman-Larsson und Rasmus Dahlin. Mit Linus Ullmark und Magnus Hellberg haben die Skandinavier außerdem zwei NHL-Torhüter zur Verfügung. Im Angriff sorgt neben Asplund der nachgereiste William Nylander von den Toronto Maple Leafs für Furore. Er erzielte in zwei Spielen bereits zwei Tore und zwei Assists.
Die Qualität im kanadischen Kader ist, wie zu erwarten war, beachtlich. Nur zwei Spieler stehen nicht in der NHL unter Vertrag. Neben Stars wie Dubois und Mathew Barzal steht eine Reihe talentierter junger Spieler im Aufgebot, darunter die Stürmer Dawson Mercer, Drake Batherson, Cole Sillinger und Dylan Cozens. Die Abwehr ist äußerst robust zusammengestellt, keiner der Verteidiger ist kleiner als 1,88 Meter und leichter als 88 Kilogramm. Die Defensive zeigte sich trotzdem anfällig. Neben der 3:6-Niederlage gegen die Schweiz, kassierte Kanada drei Mal drei Tore, unter anderem bei der überraschenden 2:3-Niederlage gegen Dänemark. Die Special Teams haben ebenfalls Luft nach oben, das Powerplay (27,27 Prozent) rangiert auf dem sechsten Platz, die Penalty Killing (76,67) belegt Rang acht.

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Finnland - Slowakei
Die Slowakei geht als Außenseiter in ihr Viertelfinale gegen Finnland, das in Gruppe B den Spitzenplatz belegte. Die Finnen mussten in sieben Spielen nur fünf Gegentore hinnehmen, drei davon bei der einzigen Niederlage gegen Schweden. Torwart Jussi Olkinuora liefert eine sensationelle Statistik von 99,03 Prozent Fangquote, 0,2 Gegentoren pro Match und vier Shutouts in fünf Spielen. In der Offensive ist Mikael Granlund in überragender Form. Er verbuchte in sechs Partien drei Tore und fünf Assists, aber auch die acht Punkte von Mikko Lehtonen (zwei Tore, sechs Assists) und die sieben Zähler von Sakari Manninen (drei Tore, vier Assists) können sich sehen lassen. Die Abwehr bekam in der Vorrunde namhafte Verstärkung durch Esa Lindell und Miro Heiskanen von den Dallas Stars.
Bei der Slowakei stehen vor allem einige junge Spieler im Rampenlicht. Rookie-Verteidiger Martin Fehervary von den Washington Capital, ist neben Stürmer Tomas Tatar (New Jersey Devils) der einzige NHL-Spieler im Kader. Besonders auffällig waren drei Kandidaten für den NHL Draft 2022. Spitzentalent Juraj Slafkovsky ist mit neun Punkten (drei Tore, sechs Assists) der Topscorer der Mannschaft, Verteidiger Simon Nemec erzielte schon sechs Punkte (ein Tor, fünf Assists) und dem erst 17-jährige Stürmer Adam Sykora gelangen ebenfalls sein erstes Tor und sein erster Assist.

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