Stanley Cup Final: Carolina Hurricanes v Vegas Golden Knights - Game Four

Vor dem Start der NHL Preseason 2026/27 am 19. September bietet NHL.com/de einen detaillierten Einblick in jedes Team.

In dieser Ausgabe: Vegas Golden Knights

Im Prinzip ist die Entwicklung der Vegas Golden Knights logisch. Nur im Spielerparadies Las Vegas, wo wirklich alles passieren kann, war so etwas möglich. Die Golden Knights feiern in der Saison 2026/27 ihren zehnten Geburtstag. Und es gibt viele Franchise in der NHL, die froh darum gewesen wären, nach gerade mal zehn Jahren Existenz eine solche Bilanz wie die Golden Knights vorzuweisen. Seit sie zur Spielzeit 2017/18 den Spielbetrieb in der NHL aufgenommen haben, hat sich die Mannschaft in neun Saisons achtmal für die Playoffs qualifiziert. In dieser Zeit haben sie 401 Spiele in der regulären Saison gewonnen - Platz fünf in der Liga. Dazu kamen noch 76 Siege in Playoff-Spielen und 15 gewonnene Playoff-Serien, mehr als jedes andere Team in diesen beiden Kategorien. 2018 und 2026 stießen die Golden Knights bis in die Finalserie vor, 2023 gewannen sie den Stanley Cup, fünf Banner für den Gewinn der Pacific Division hängen bereits unter dem Hallendach.

Top-5-Tore der Vegas Golden Knights in der Saison 2025/2026

Entsprechend groß sind die Erwartungen im Spielerparadies. Und das, obwohl mit Ryan Craig schon der dritte Trainer innerhalb weniger Monate in Verantwortung ist. Mit noch acht Spielen in der regulären Saison zu absolvieren, wurde Coach Bruce Cassidy vergangene Saison gefeuert. John Tortorella übernahm das Ruder. Seine Bilanz konnte sich durchaus sehen lassen: 7-0-1 lautete sie in der regulären Saison, 14-8 in den Playoffs. Nur zwei Siege fehlten zum erneuten Stanley Cup-Triumph.

Craig für Tortorella 

Doch drei Tage nach der Finalniederlage gegen die Carolina Hurricanes stand fest, dass Tortorella nicht weitermachen würde. Und Craig, zuvor Übungsleiter der Henderson Silver Knights, dem AHL-Team der Golden Knights, übernahm. Für Craig ist es die erste Station in der NHL als hauptverantwortlicher Coach. 209 Partien in der besten Eishockeyliga der Welt hat er bestritten. Danach heuerte er als Assistenztrainer in Vegas an, übernahm das Team in Henderson und wurde nun befördert. „Von Tag eins an ist das Team auf gewissen Standards aufgebaut worden. Und diese Standards haben sich nicht geändert“, sagte Craig gegenüber NHL.com. Es gehe darum, den Stanley Cup zu gewinnen oder zumindest darum zu kämpfen. „Das ist der Standard in dieser Organisation.“

Mit dieser klaren Ansage gehen Craig und die Golden Knights in die Preseason. In dieser muss er erstmal herausfinden, wie der Abgang von Toptorjäger Pavel Dorofeyev kompensiert werden kann. Er war in der vergangenen Saison mit 37 Treffern der beste Torschütze des Teams. 27 Vorbereitungen und 64 Scorerpunkten bedeuteten jeweils Karrierebestwerte. Schon in der Spielzeit 25/26 war er mit 35 Toren treffsicherster Spieler bei den Golden Knights. Dorofeyev ging im Tausch für zwei Draftpicks zu den New York Rangers. 

Ruhe auf dem Transfermarkt

Wer jetzt aber glaubt, die Golden Knights hätten sofort reagiert und auf dem Transfermarkt zugeschlagen, der irrt. General Manager Kelly McCrimmon und das Coachingteam vertrauen in weiten Zügen der Mannschaft, die es in der vergangenen Saison bis ins Finale geschafft hat. Das Kollektiv soll den Abgang von Dorofeyev abfangen. Helfen würde es schon mal, wenn Kapitän Mark Stone und William Karlsson die Saison gesund bestreiten können. Stone verpasste vergangene Spielzeit 22, Karlsson 68 Partien. Bei Karlsson kommt als kleine Motivationshilfe dazu, dass sein Vertrag nach dieser Saison endet. Er wird sich für weitere Aufgaben in der NHL empfehlen wollen. 

Dass das Vertrauen in Stone noch da ist, zeigt die vorzeitige Vertragsverlängerung mit dem Stürmer vor wenigen Tagen. Er unterschrieb ein neues Arbeitspapier für zwei weitere Spielzeiten in Nevada, beginnend mit der Saison 2027/28. 18 Millionen US-Dollar verdient er in diesen zwei Jahren. In 60 Spielen kam er vergangene Saison immerhin auf 73 Punkte (28-45-73).

Große Erwartungen hegen die Golden Knights bei der Personalie Braeden Bowman. Auch er hat einen neuen Vertrag unterschrieben, der in der Saison 27/28 beginnt, über sechs Jahre läuft und dem Spieler 20,4 Millionen US-Dollar garantiert. Bowman hatte in der vergangenen Saison 26 Scorerpunkte (8-18-26) und durchschnittlich 14:08 Minuten Eiszeit in 54 Spielen als Rookie. Hier darf man gespannt sein, welche Rolle Craig für den Stürmer vorgesehen hat. 

Chance für den Nachwuchs

Der Abgang von Dorofeyev bietet aber auch einer Reihe von Nachwuchskräften die Chance, sich einen Platz im NHL-Kader zu sichern. Aussichtsreichster Kandidat dafür ist Trevor Connelly. Andere Kandidaten sind Kai Uchacz, der in der vergangenen Saison schon dreimal NHL-Luft schnuppern durfte, und Matyas Sapovaliv. Einen Vorteil hat das Trio: Craig kennt die Spieler noch sehr gut aus der Zeit in der AHL. Er weiß folglich sehr gut, was er erwarten darf und wo er die Akteure entsprechend ihren Fähigkeiten einsetzen kann. 

Einen prominenten Zugang gab’s nicht bei Vegas. Ergo ruht die Last weiterhin auf den Stars wie Jack Eichel und Mitchell Marner. Für die Tiefe im Sturm verpflichtete man Victor Olofsson und Marc Gatcomb.

CAR@VGK: Marner baut im zweiten Drittel mit einem „Natural Hattrick“ die Führung aus

Wer wird Nummer eins?

Die wohl wichtigste Frage, die in der Preseason gelöst werden muss, ist, wer zwischen den Pfosten als Nummer eins in die Saison geht. Carter Hart hatte unter Tortorella in den Playoffs den Zuschlag bekommen. Die beiden kannten sich schon aus der gemeinsamen Zeit in Philadelphia. Auch bei ihm läuft nach dieser Saison der Vertrag aus. 

Kandidat Nummer zwei ist Adin Hill. Er kann für sich verbuchen, dass er 14 Spiele in den Playoffs begann, als die Golden Knights 2023 den Stanley Cup gewannen. In der vergangenen Saison allerdings verlor er den Status der Nummer eins, nach einer Bilanz von 10-9-6 mit einem Gegentorschnitt von 3,04 und einer Fangquote von 87,1 Prozent in der regulären Saison. Craig und Goalie-Trainer Sean Burke werden hier eine Lösung finden. 

Wenn einer der beiden Arrivierten schwächelt, könnte diese Lösung auch Carl Lindbom heißen. Der Schwede hat in der vergangenen Saison schon achtmal seine Fähigkeiten auf NHL-Level unter Beweis gestellt. Mit 23 Jahren ist er im geeigneten Alter für eine Vollzeitstelle oder den Job als Nummer zwei im NHL-Team. 

Klar ist, dass Craig die Golden Knights in der Preseason wieder auf Erfolg trimmen muss. Stand jetzt hat Vegas 2027 keinen Draftpick in der ersten Runde, 2028 und 2029 keinen Pick in der zweiten Runde. Ein Titel würde vieles erleichtern, etwa bei der Verpflichtung von Spielern. McCrimmon sieht die Golden Knights gerüstet für den Erfolg in der Gegenwart: „Ich mag unser Team. Es wird anders aussehen. Aber das tut es jedes Jahr. Das ist unser Geschäft. Aber mit der Zeit haben wir es immer gut verstanden, was die Mannschaft braucht, um eine Chance zu haben, zu gewinnen.“

Die DACH-Spieler der Golden Knights

Nachdem der Schweizer Keeper Akira Schmid zu den Florida Panthers getradet worden ist, befindet sich kein deutschsprachiger Spieler mehr im Kader.

Voraussichtliche Aufstellung

Ivan Barbashev - Jack Eichel - Mark Stone
Brett Howden - William Karlsson - Mitchell Marner
Victor Olofsson - Tomas Hertl - Braeden Bowman
Alexander Holt - Nic Dowd - Marc Gatcomb
Brayden McNabb - Shea Theodore
Noah Hanifin - Rasmus Andersson
Parker Wotherspoon - Jeremy Lauzon
Adin Hill
Carter Hart

Extras: Carl Lindbom, Ville Heinola, Trevor Connelly, Tanner Laczynski, Kai Uchacz, Matyas Spovaliv

Top-Talent, auf das es zu achten gilt

Trevor Connelly hat in der vergangenen Saison in Henderson in der AHL überzeugt und jetzt das Zeug und nach dem Abgang von Dorofeyev die Chance, den Sprung in die NHL zu schaffen. Sein Vorteil: Er kennt den neuen Coach aus der AHL, weiß, wie dieser tickt und auf was er Wert legt. Connelly hat in der vergangenen Spielzeit bei den Silver Knights in 46 Spielen 49 Punkte (14-35-49) gesammelt. 

Was eine erfolgreiche Saison ausmacht

Die Pacific Division ist in der NHL nicht gerade als die schwierigste bekannt. Von daher ist es keine Frage, dass die Vegas Golden Knights erneut einen Anlauf auf den Divisionstitel nehmen wollen und werden. Die Chancen dafür stehen gut - wenn die Leistungsträger gesund bleiben. Und dann darf’s gerne auch mehr sein, nachdem im Sommer nur zwei Siege zum Titel gefehlt haben. Um das große Ziel zu erreichen, muss die Mannschaft das System des neuen Coachs von Tag eins an verinnerlichen und umsetzen. Läuft alles glatt, ist der Titel drin. Das wäre ein tolles Geschenk in der zehnten Saison.

Verwandte Inhalte