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In Nashville wird Eishockey gelebt

Die Euphorie auf dem und Abseits des Eises war in Nashville in Spiel 3 des Finales riesig

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Die Spieler der Pittsburgh Penguins dürften sich wie vom Blitz getroffen gefühlt haben, als der Großteil der 17283 Zuschauer in der Bridgestone Arena von Nashville das 4-1 Führungstor ihrer Nashville Predators in Spiel 3 des Stanley Cup Finales bejubelten.

Knapp 15 Minuten standen noch auf der Uhr als sich Rechtsaußen Craig Smith zu einem Alleingang auf den Weg machte, von Pittsburgh Verteidiger Ron Hainsey nicht eingeholt werden konnte, und dann die schwarze Hartgummischeibe hinter Matt Murray im Kasten der Penguins versenkte.

In einer ohrenbetäubenden Lautstärke, die 'Thunderstruck', dem Einlaufsong der Predators aller Ehre machte, feierten die Fans den ersten Stanley Cup Finalsieg in der Franchisegeschichte der Predators. Mit 5-1 Toren, an drei davon war der Schweizer Roman Josi beteiligt, überrollte das Team von Peter Laviolette den amtierenden Stanley Cup Champion und konnte damit seinen Rückstand in der Finalserie auf 1-2 verkürzen.

Video: PIT@NSH, Sp3: Josi hämmert ihn in Überzahl rein

Nashvilles Verteidiger P.K. Subban war sich schon vor dem gestrigen Auftritt ganz sicher gewesen, dass sie gewinnen werden. Für Teamkollege James Neal ist das kein gespieltes Selbstbewusstsein: "Bei uns glaubt jeder daran, dass wir gewinnen können. Vor allem vor heimischer Kulisse fühlen wir uns wohl. Wir haben nun den Job erledigt. Es war ein enorm wichtiger Sieg für uns. Darauf können wir aufbauen."

Auf die Unterstützung ihrer Anhänger, nicht nur von jenen, die einen der raren Plätze in der Arena ergattern konnten, können sich die Predators verlassen. Von weit her sind am Samstagmorgen und -nachmittag Fans in die 'Music City' angereist. Jedoch nicht, um eines der zahlreichen Konzerte in den Music Clubs am Broadway zu besuchen, sondern um ihren Predators bei diesem geschichtsträchtigen Ereignis näher zu sein. Der Lower Broadway im Zentrum von Nashville musste sogar, aufgrund der Menschenmassen, die sich dort aufhielten, zeitweise gesperrt werden. Auf dem Gehweg gab es kein Durchkommen mehr.

Die Preds Plaza Party auf dem Bridgestone Arena Plaza war dem Besucherandrang nicht gewachsen und wurde zwischenzeitlich geräumt. In die Music Clubs und Honky-Tonk Bars am Broadway strömten die Fans der Predators, um dort auf den Bildschirmen einen Blick auf ihre Helden zu erhaschen. Country Musiker wetteiferten mit den Kufenkünstlern der schnellsten Mannschaftssportart der Welt, unterbrachen teilweise ihre Auftritte, um sie dann in den Drittelpausen fortzusetzen.

Solche Aktionen und Szenen wären vielleicht in Calgary, Montreal oder Toronto vorstellbar gewesen, doch in Nashville, Tennessee, in jener Stadt, in der die Country Music Hall of Fame seit 50 Jahren ihr Zuhause hat, und in der erst seit 19 Jahren eine NHL-Franchise beheimatet ist?

"Das war ziemlich cool. Das war unglaublich. Als wir uns vor dem Spiel in der Kabine trafen, sprach jeder von uns davon, dass er so etwas noch nie erlebt und gesehen hatte", sagte Nashvilles finnischer Schlussmann Pekka Rinne. Die Menschen skandierten ihre Namen. "Als Spieler sind wir richtig stolz, dass wir ein Teil dieser Geschichte sind. Unsere Anhänger bekommen nun die Aufmerksamkeit, die sie verdient haben. Sie sind jetzt auf der großen Bühne. Für unsere Fans und die Stadt Nashville ist es eine großartige Sache", fügte Rinne hinzu.

Tweet from @RyanJohansen19: Wow pic.twitter.com/hz6BcxCO0N

"Wir haben mitbekommen, wie verrückt es außen zuging. Man spürt regelrecht die Begeisterung, die in der Luft liegt. Die Fans haben uns das ganze Jahr über unterstützt und waren großartig. Nun bekommt das auch die Eishockeywelt mit. Ich bin mir sicher, dass jeder Familie und Freunde in der Stadt hat", freute sich Neal über die Euphorie und die Showbühne, die sie ihren Anhängern bereiten.

Laut Polizeiangaben befanden sich am Samstag 50.000 Fans der Predators in der Stadt am Cumberland River und würden damit auch einen Gig der Hard Rocker von AC/DC alle Ehre machen, auf dem Brian Johnson intoniert:

'Thunderstruck, Thunderstruck, Thunderstruck, Thunderstruck
It's alright, we're doin' fine'

Das vierte Aufeinandertreffen zwischen den Nashville Predators und Pittsburgh Penguins findet am Montag erneut in der Bridgestone Arena von Nashville statt (2 p.m. ET)

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