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Bei den Flames brennt es lichterloh

Nach vier Niederlagen in Folge, fragen sich Calgary Flames wer Feuerwehr spielen kann

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Nach nur einem Sieg aus letzten sieben Auftritten und vier Niederlagen in Folge sind die Calgary Flames darauf und dran eine bisher für sie recht ordentlich verlaufene Saison zu verspielen. Lange bewahrte man in Calgary die Ruhe und hatte Geduld mit der Mannschaft, von der nicht zwingend eine Playoffteilnahme erwartet wurde. Noch immer haben sie den zweiten Wildcard Platz in der Western Conference inne, doch die Konkurrenz schläft nicht und liegt in Lauerstellung. Die Los Angeles Kings und Vancouver Canucks haben nur einen Zähler weniger auf dem Konto, aber noch drei Spiele mehr in der Hinterhand als die Flames.

Viele Ausrutscher darf sich das Team von Headcoach Glen Gulutzan nicht mehr leisten. Gulutzan nahm nach der bitteren 1-5 Schlappe bei den Montreal Canadiens gegenüber NHL.com kein Blatt vor dem Mund: "Das war eine armselige Vorstellung. Kein zurückbeißen, kein zurückkämpfen, einfach nur [die Niederlage] akzeptiert. Unsere Topspieler haben nichts gemacht. Wir brauchen jemanden, der einen Zahn zulegen kann."

Ob durch diese Ansage ihres Übungsleiters ein Ruck durch die Mannschaft geht, bleibt abzuwarten. Richtig erschreckend war durch die Bank ihr Defensivverhalten. 20 Gegentreffer kassierten die Flames in den letzten sechs Tagen. Es wäre müßig erneut die Schuld bei den Schlussleuten der Westkanadier zu suchen wie im Vorjahr, als man das Verfehlen der Stanley Cup Playoffs an den Leistungen eines Karri Ramo oder Jonas Hiller festmachte.

Selbstverständlich machte Chad Johnson keine gute Figur gegen die Edmonton Oilers (drei Gegentreffer bei vier Schüssen in knapp sechs Minuten), auch nicht gegen die Nashville Predators (21-17). Und gegen die Canadiens kassierte er fünf Tore bei 20 Torschüssen, was summa summarum eine Fangquote von 73,3 Prozent und einen Gegentrefferschnitt von 5,88 bedeutet. Aber kann Johnson etwas dafür, wenn Johnny Gaudreau, wie vor dem 2-0 der Canadiens geschehen, bei Überzahl an der blauen Linie nicht seinen Mitspieler findet, sondern die Scheibe direkt Tomas Plekanec auf den Schläger legt und der sich seelenruhig alleine auf den Weg zu einem Shorthander machen kann? Lag es an einem Brian Elliott, der in Toronto den Vorzug gegenüber Johnson bekam, dass die Flames kurz vor dem Ende des ersten Durchgangs ein Bully gewannen und dann einen Unerlaubten Weitschuss verursachten, so dass der Puck wieder in ihrem Drittel landete?

Es ist bezeichnend, dass mit Linksaußen Gaudreau und Verteidiger TJ Brodie während der Niederlagenserie zwei Leistungsträger der Flames aus den letzten Jahren mit -7 und -6 die schlechtesten +/-Werte im Kader vorweisen.

Dass die Flames auch anders können zeigten sie bei ihrer 3-4 Heimniederlage am vergangenen Donnerstag gegen die Predators, wo sie in den letzten vier Spielminuten drei Treffer erzielten. Sie konnten zwar damit ihre Fans etwas versöhnen, jedoch nicht ihren Trainer: "Wir springen ein bisschen herum. So etwas ist nur schwer zu erklären. Man könnte meinen, wir befänden uns nicht im Rennen um einen Playoffplatz und so spielen wir auch. Wir müssen endlich realisieren, wo wir stehen."

Sieben Tage und drei Niederlagen nach dieser Aussage sind die Flames noch keinen Schritt vorangekommen. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag können sie im Canadien Tire Center der kanadischen Hauptstadt gegen die Ottawa Senators, Spielbeginn 19:30 Uhr, den nächsten Versuch unternehmen.

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