Skip to main content

Colorado entwickelte sich zum Mitfavoriten

Die Avalanche ziehen als das zweitbeste Team der Western Conference in die Stanley Cup Playoffs ein

von Stefan Herget / NHL.com/de Freier Chefautor

Top 10: Spielzüge der Avalanche

Top-10-Spielzüge der Avalanche … bis jetzt

Ein Rückblick auf die Top-10-Spielzüge der Colorado Avalanche 2019/20 … bis jetzt

  • 05:31 •

Seit dem 12. März pausiert die NHL wegen der Coronavirus-Pandemie. Die Liga verkündete am 26. Mai den Neustart mit 24 Mannschaften, die in einem neuen Format den Stanley-Cup-Sieger 2020 bestimmen werden. Die vier besten Teams der beiden Conferences sind für die Stanley Cup Playoffs qualifiziert und spielen in einer Vorrunde ihre Platzierungen aus, während die jeweils weiteren acht in einer Qualifikationsrunde im Best-of-5-Modus die restlichen vier Teilnehmer an den Playoffs pro Conference ermitteln. In der heutigen Ausgabe: Der Weg der Colorado Avalanche in die Playoffs.

Als Achter der Western Conference und Fünfter der Central Division mit erkämpften 90 Punkten (38-30-14) starteten die Colorado Avalanche in der Saison 2018/19 in die Stanley Cup Playoffs. In der ersten Runde trafen sie somit auf die im Westen topgesetzten Calgary Flames und gaben diesen in fünf Spielen das Nachsehen. Zum ersten Mal seit 2008 konnte Colorado wieder eine Playoff-Serie gewinnen. In der zweiten Runde scheiterten die Avalanche nur knapp nach sieben Spielen gegen die San Jose Sharks am Einzug in das Western Conference Finale.

Die trotz des Erfolges zu Tage getretenen Probleme wurden von Trainer Jared Bednar und General Manager Joe Sakic erkannt und versucht am Free-Agent-Markt im folgenden Sommer zu beheben. Letztendlich war Colorado zwar knapp, aber an der fehlenden Tiefe in den Sturmreihen gescheitert. Zu viel hing im Sturm von der Top-Reihe Nathan MacKinnon, Gabriel Landeskog und Mikko Rantanen ab. Nur Colin Wilson, Matt Nieto, J.T. Compher und Tyson Jost konnten etwas mithelfen, doch aus der dritten und insbesondere der vierten Reihe kam zu wenig Unterstützung, um in den Playoffs noch tiefer vorzustoßen.

Video: COL@BUF: Burakovsky trifft im Konter

So wurden im Sommer einige Verpflichtungen getätigt, die sich schon bald in der neuen Saison auszahlten. Zunächst holten die Avalanche die Stürmer Andre Burakovsky von den Washington Capitals und Nazem Kadri von den Toronto Maple Leafs. Als Free Agents nahmen sie die Stürmer Pierre-Edouard Bellemare für zwei Jahre und Joonas Donskoi für vier Jahre unter Vertrag und schließlich im August noch Valeri Nichushkin.

Letzterer erwies sich als Volltreffer, denn der Russe wurde als Zug der ersten Runde im NHL Draft 2013 (Nr. 10; Dallas Stars) nach nur zehn Assists für die Stars in 2018/19 für verhältnismäßig günstige US$ 850.000 Jahresgehalt gebunden und verbuchte in 65 Spielen 13 Tore und 14 Assists zu 27 Punkten. Darüber hinaus erreichte er eine Plus 26, den besten Wert der Mannschaft in der Plus-/Minus-Statistik.

Aber auch die anderen Transfers fügten sich hervorragend in den Kader der Avalanche ein. Burakovsky und Kadri sind zum Beispiel durchaus talentierte Spieler, die jedoch in der Vergangenheit bei ihren vorherigen Teams mit ihrem Verhalten aneckten. In Colorado unter Trainer Bednar funktionierte das jedoch soweit hervorragend.

Überhaupt ist es ein Wunder und zeugt von der Qualität der Spieler im Kader, denn die gute Platzierung bis zur Saison-Pause am 12. März wurde trotz vielem Verletzungspech erreicht. Lediglich Verteidiger Samuel Girard und Stürmer Nieto kamen auf die volle Anzahl von Einsätzen. Alle anderen verpassten mindestens eine Partie, Rantanen durch zwei längere Pausen sogar 28.

Video: Grubauers Top-Saves in dieser Saison

Auch zum Zeitpunkt der Unterbrechung gingen die Avalanche gelinde gesagt am Zahnfleisch. Burakovsky, Calvert, Philipp Grubauer, Kadri, MacKinnon, Wilson (alle untere Körperhälfte) sowie Rantanen (obere Körperhälfte) waren außer Gefecht.

"Für uns kam die Pause nicht ungelegen", sagte deswegen Grubauer kürzlich. "Ich war zwar schon wieder fast spielbereit, doch nach dem Stand der Dinge hätten wir mit einer halben AHL-Mannschaft in die Playoffs gehen müssen. Jetzt werden alle wieder fit sein."

Trotz der ganzen Widrigkeiten spielte Colorado eine erfolgreiche reguläre Saison und holte in zwölf Spielen weniger als im Vorjahr zwei Punkte mehr zu 92 Zählern (70 Spiele; 42-20-8). Sie lagen dem Titelverteidiger St. Louis Blues (71 Spiele, 94 Punkte; 42-19-10) auf den Fersen, den ersten Platz in der Western Conference streitig zu machen. Mit 237 erzielten Toren waren sie das offensivstärkste Team im Westen und viertbeste der gesamten NHL, obwohl das Powerplay mit 19,09 Prozent Erfolgsquote (Liga-Durchschnitt 20,03 %) ein Schwachpunkt war. Die Defensive war mit 191 Gegentoren die drittbeste im Westen und fünftbeste der Liga.

Hervorzuheben ist Rookie-Verteidiger Cale Makar, der ebenfalls teilweise verletzt nur 57 Spiele absolvieren konnte, aber 50 Punkte (12 Tore, 38 Assists) zum zweitbesten Scorer hinter MacKinnon mit 93 Punkten (35 Tore, 58 Assists) sammelte und deswegen im Rennen um die Calder Trophy für den besten Rookie der NHL-Saison zu den Favoriten gehört.

Zur Verdeutlichung, wie gut die Neuzugänge eingeschlagen haben hier noch deren Zahlen. Bellemare, Burakovsky, Donskoi und der zur NHL Trade Deadline am 24. Februar von den Ottawa Senators verpflichtete Vladislav Namestnikov haben einige Bestmarken in ihrer Karriere aufgestellt. Bellemare kam noch nie auf so viele Tore (9), Assists (13) und Punkte (23). Burakovsky erreichte Höchstmarken mit 45 Punkten, 20 Tore und 25 Assists. Donskoi erzielte mehr Tore (16) als jemals zuvor. Namestnikov verbuchte fünf Punkte (vier Tore, einen Assist) in seinen acht Spielen für Colorado.

Bedingt durch Verletzungen mussten zum ersten Mal in ihrer Geschichte gleich fünf Torhüter eingesetzt werden. Neben Grubauer (18-12-4; 2,63 GAA; 91,6 %) waren das noch der eigentliche Backup Pavel Francouz (21-7-4; 2,41, 92,3 %) sowie Adam Werner, Antoine Bibeau und Michael Hutchinson.

Die Avalanche markierten 24 Auswärtssiege und damit die zweitmeisten ihrer Historie nach den 26 aus der Saison 2013/14. Vom 4. Februar bis 2. März stellten sie mit neun Erfolgen in der Fremde hintereinander einen neuen Franchiserekord auf. Besonders erfolgreiche Phasen, die das Team trugen, waren zum Saisonauftakt eine 7-0-1-Bilanz mit fünf Siegen zu Beginn, 8-0-1 vom 27. November bis 13. Dezember mit sechs Siegen in Serie sowie fünf Siege in Folge und 8-1-2 vom 10. Januar bis 11. Februar. Colorado gewann vom 19. Februar bis 2. März sieben Spiele in einer Reihe und war zum Zeitpunkt der Pause trotz des Verletzungspechs mit 9-2-2 in den letzten 13 Auftritten eine der heißesten Mannschaften.

In den letzten zwei Monaten der Saison vom 10. Januar bis 11. März holten die Avalanche mit 38 Punkten in 26 Spielen (17-5-4) so viele wie kein anderes Team in der NHL. Nun gilt es diese Form über die Pause zu retten und mit der vollen Besetzung neu anzugreifen. Dann könnte in diesem Sommer für Colorado vieles möglich sein, auch der dritte Stanley-Cup-Sieg nach 1996 und 2001.

Mehr anzeigen

Die NHL hat ihre Datenschutzrichtlinien mit Wirkung zum 27. Februar 2020 aktualisiert. Wir bitten Sie, diese sorgfältig durchzulesen. Die NHL verwendet Cookies, Web Beacons und andere ähnliche Technologien. Durch die Nutzung von NHL-Websites oder anderen Online-Diensten stimmen Sie den in unserer Datenschutzrichtlinien und unseren Nutzungsbedingungen beschriebenen Praktiken zu, einschließlich unserer Cookie-Richtlinie.