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Capitals besiegten selbstbewusst ihr Trauma

Washington setzt überzeugend den Schlusspunkt der Serie und schaltet die Pittsburgh Penguins aus

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Eine Mannschaft, die durch einen Siegtreffer in der Verlängerung in das Conference Finale einzieht jubelt grundsätzlich sehr ausgelassen. Was allerdings nach 5:27 Minuten in der OT von Spiel 6 der Serie der zweiten Runde in der Eastern Conference der Stanley Cup Playoffs 2018 in der PPG Paints Arena der Pittsburgh Penguins gegen die Washington Capitals passierte war schon Besonders.

Evgeny Kuznetsov hatte gerade Penguins Torhüter Matt Murray zum 2:1-Siegtor getunnelt und die Capitals erstmals seit dem Jahr 1998 wieder in das Eastern Conference Finale befördert, als alle Dämme brachen und die Gäste-Spieler auf das Eis stürmten um einerseits die obligatorische Traube um den Torschützen zu bilden, aber andererseits auch alleine oder im Paar jubelnd über das Eis zu fahren. Andere konnten gar nicht so richtig realisieren, was gerade passiert war.

Video: WSH@PIT, Sp6: Kuznetsov beendet Serie in OT

"Sie waren das bessere Team", sagte Penguins Torhüter Murray anerkennend. "Ich denke sie haben heute ein großartiges Spiel abgeliefert. Ich meine nicht, dass wir besonders viele Chancen hatten. Sie sind eine großartige Mannschaft und sie haben es gezeigt. Sie haben den Sieg heute verdient."

Kurz noch einmal zur weitgehend bekannten Vorgeschichte: Washington startete in den beiden Vorjahren als Gewinner der Presidents' Trophy als haushoher Favorit in die Playoffs und wurde beide Male vom späteren Titelträger Pittsburgh in der zweiten Runde entzaubert. Im Sommer folgte ein Schnitt und einige Leistungsträger der Capitals mussten das Team verlassen. Zweifel kamen auf, ob es so zum ersehnten ersten Stanley Cup für sie reichen könnte.

Die Capitals spielten eine weniger starke reguläre Saison, aber wachsen seit ihren beiden Auftaktniederlagen in der ersten Runde gegen die Columbus Blue Jackets in den Playoffs über sich hinaus, gewannen die nächsten vier Partien und schalteten jetzt auch die Titelverteidiger aus. Das Trauma, was spätestens nach der 0:2-Niederlage in Spiel 7 zu Hause in der vergangenen Saison vorhanden war, ist besiegt und mit diesem Selbstvertrauen im Rücken ist Washington alles zuzutrauen, auch wenn mit den Tampa Bay Lightning bereits der nächste schwere Gegner wartet.

"Wir glauben an uns", verdeutlichte Ovechkin. "Es ist egal, was in der Vergangenheit passierte. Wir müssen zusammenhalten. Wir wussten, dass wir dran sind. Wir mussten es uns nur erkämpfen und uns durchsetzen. Noch einmal: Ein großartiges Gefühl gerade und wir sind weiter."

 

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Das Beeindruckende an der Tatsache ist, dass die Capitals eigentlich vom Papier her weniger gut besetzt sind als in den Vorjahren und selbst die Verletzungen und Ausfälle wichtiger Spieler wie Tom Wilson und Nicklas Backstrom wegstecken konnten.

"Diese Truppe ist äußerst belastbar". Merkte Trainer Barry Trotz über seine Jungs an. "Das großartige an der Geschichte ist, dass ich die ganze Zeit wusste, dass wir gewinnen würden. Ich weiß nicht warum, aber diese Gruppe hat sehr viel Flexibilität."

In der Tat und ohne Zweifel ist es ein Teamerfolg. Washington war zu häufig von einzelnen Spielern abhängig. Top-Torjäger Alex Ovechkin kann ein Lied hiervon singen und meist war er unter dem besonderen Fokus der gegnerischen Defensive nicht in der Lage diese Last zu tragen. Jetzt beweist sich der Russe nicht nur als Torschütze, sondern auch als Vorlagengeber und macht ihn besonders wertvoll und als Herzstück der Capitals-Offensive. Sieben seiner 15 Punkte in den Playoffs sind Assists. Eine eher ungewöhnliche Quote für ihn.

Doch die Reise ist nicht zu Ende und in wenigen Tagen wartet mit Tampa Bay die Mannschaft, die in der regulären Saison der Liga lange den Stempel aufgedrückt hatte. Die Capitals müssen auch hier als Team den richtigen Schlüssel finden.

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