053123 DE conn symthe split

Wer gewinnt die Conn Symthe Trophy für den wertvollsten Spieler der Stanley Cup Playoffs 2023? Diese Auszeichnung geht fast immer an einen Akteur des Teams, der das Stanley Cup Finale auch gewonnen hat. In den letzten 34 Jahren machte hier nur Torwart Jean-Sebastian Giguere (Mighty Ducks of Anaheim in den Playoffs 2003) die Ausnahme. In den 19 Jahren seit Giguere räumten übrigens gleich fünf Torhüter diese Auszeichnung ab - 2023 könnte ein weiterer hinzukommen.

NHL.com/de stellt je zwei Top-Kandidaten der Vegas Golden Knights und Florida Panthers für den Titel des Playoff-MVPs vor…

Vegas Golden Knights
Top-Favorit: Jack Eichel1. Alternative: Jonathan Marchessault

Jack Eichel ist bei Vegas in der Pole Position für die Conn Smythe Trophy. Warum? Der 26-jährige US-Amerikaner ist als Nummer-1-Center mit 18 Punkten (6-12-18) aus 17 Spielen der Top-Scorer der Golden Knights. Im Western Conference Finale gegen die Dallas Stars (4:2) punktete er in vier von sechs Spielen und lieferte insgesamt schon drei Drei-Punkte-Spiele ab. Mit durchschnittlich 19:20 Minuten Eiszeit pro Spiel wird kein anderer Stürmer bei Vegas häufiger eingesetzt als Eichel, der auch der erfolgreichste Powerplay-Spieler seiner Mannschaft ist (3-2-5 in Überzahl).

VGK@EDM, Sp3: Eichel zu Golden Knights 3-Tore-Führung

Der Mittelstürmer ist schnell, aber trotzdem robust, ist ein exzellenter Techniker mit guter Übersicht und einem ausgeprägten Torriecher. Der 1,88 Meter große und 97 Kilogramm schwere Rechtsschütze spielt erstmals überhaupt in seiner Karriere in den Stanley Cup Playoffs und könnte sein Debüt direkt als Stanley Cup Sieger und Playoff-MVP krönen. Für Eichel wäre das ein Happy End nach den Unstimmigkeiten mit den Buffalo Sabres, dem daraus folgenden Trade zu den Golden Knights und einer Halswirbel-OP.

Je nach dem Verlauf im Stanley Cup Finale könnte auch Jonathan Marchessault gute Chancen haben. Der Flügelstürmer war bereits in der regulären Saison der Top-Scorer bei Vegas (28-29-57) und bestätigte seinen Torriecher in den Playoffs als zweitbester Scorer der Golden Knights (9-8-17) mit nur einem Punkt hinter Eichel und dem besten Plus-Minus-Wert (+13) seines Teams. Erstaunlich, dass er erst im achten Playoff-Spiel in diesem Jahr erstmals traf und zuvor in sieben Spielen nur auf zwei Assists kam.

VGK@DAL, Sp6: Marchessault mit der Rückhand

Aber: Der 32-jährige Kanadier erzielte bereits drei Siegtreffer (Top-Wert zusammen mit Chandler Stephenson) und ragte in den wichtigen Spielen heraus: In der 2. Runde gegen die Edmonton Oilers markierte er in den letzten beiden Partien jeweils drei Scorerpunkte (0-3-3 in Spiel 5; 3-0-3 in Spiel 6) und ließ im Conference Finale eine Scoring-Serie von fünf Spielen folgen (4-3-7 von Spiel 2 bis Spiel 6). Der 1,75 Meter große und 79 Kilogramm schwere Rechtsschütze ist ein schneller und spielstarker Angreifer, der ein extrem wichtiger Führungsspieler in der Kabine ist. Marchessault ist sozusagen "Vegas Born", war also bereits seit der Debüt-Saison der Golden Knights in der Top-Sturmreihe gesetzt und drang damals sensationell bis ins Stanley Cup Finale vor (1:4 gegen die Washington Capitals). Fünf Jahre später ist eine Identifikationsfigur in Vegas zurück auf der größten Eishockey-Bühne der Welt und möchte auch das letzte Spiel der Saison gegen sein früheres Team aus Florida gewinnen.

Florida Panthers
Top-Favorit: Matthew Tkachuk1. Alternative: Sergei Bobrovsky

Bei den Florida Panthers wurde in den letzten Wochen ein Playoff-Monster geboren. Name: Matthew Tkachuk. Position: Sturm. Spezialität: Spiele entscheiden. Der 25-jährige Power Forward beherrscht das Drama besser als alle anderen, was vier Game Winning Goals, drei davon in der Overtime, eindrucksvoll belegen. Tkachuk ist mit neun Treffern und 21 Punkten (9-12-21 in 16 Spielen) der Top-Torjäger und Top-Scorer bei den Panthers. Er erhielt mit durchschnittlich 22:43 Minuten die meiste Eiszeit unter Floridas Stürmern und glänzte als bester Powerplayer mit vier Toren und neun Assists (4-5-9 in Überzahl).

Das 1,88 Meter große und 91 Kilogramm schwere Kraftpaket ist sowohl offensiv als auch defensiv eine Waffe: 52 zumeist knackige Checks bedeutet den drittbesten Wert seiner Mannschaft, nicht in Zahlen zu messen ist der psychologische Einfluss des Linksschützen, der gerne als Provokateur und unangenehmer Gegenspieler auftritt. Tkachuk zeichnet in den Playoffs 2023 eine unfassbare Konstanz aus: Er punktete in 13 von 16 Partien, lieferte sechs Multi-Punkte-Spiele und spielte die Hauptrolle beim Sweep im Eastern Conference Finale gegen die Carolina Hurricanes mit einer Scoring-Serie von vier Spielen (4-1-5, drei Siegtreffer, zwei davon in der Verlängerung). Bleibt Tkachuk dieser Unterscheid ausmachende Ausnahmespieler, führt wohl kein Weg an der Conn Symthe Trophy vorbei.

Die Panthers aber haben durchaus noch einen zweiten heißen Kandidaten für diese begehrte und prestigeträchtige Trophäe: Torwart Sergei Bobrovsky. Der 34-jährige Russe spielte sich in den Playoffs 2023 in einen Rausch: Florida startete mit Alex Lyon zwischen den Pfosten in die Postseason, erst in Spiel 3 gegen die Boston Bruins hatte Bobrovsky nach einer Einwechslung seinen ersten Einsatz. Ab Spiel 4 aber war er gesetzt und war mit zahlreichen Glanzparaden schier unüberwindbar. Nach 14 Playoff-Spielen und 13 Starts kann er elf Siege, einen Gegentorschnitt von 2,21, eine Fangquote von 93,5 Prozent und einen Shutout vorweisen. Bobrovsky hielt den Angriffswellen der offensivstarken Boston Bruins (1. Runde; 4:3) und Toronto Maple Leafs (2. Runde; 4:1) stand und war im Conference Finale gegen die Hurricanes ein stets sicherer Rückhalt. Alleine in dieser Serie entschärfte der Goalie 168 von 174 Torschüsse (96,6 Prozent Fangquote, 1,12 Gegentore/Spiel, ein Shutout) und war einer der Schlüsselfiguren für den Einzug ins Stanley Cup Finale.

Der 1,88 Meter große und 83 Kilogramm schwere Linksfänger ist enorm athletisch und mobil. Nachdem Florida den zweimaligen Vezina-Trophy-Gewinner (bester Torwart der Saison in 2012/13 und 2016/17 bei den Columbus Blue Jackets) im Jahr 2019 für eine durchschnittliche Jahresgage von 10 Millionen US-Dollar unter Vertrag nahm, wurde dieser von Kritikern schon als Fehleinkauf abgestempelt. Hält Bobrovsky nun den Stanley Cup fest, wäre er jeden Penny wert und alle Kritik vergessen.