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"This team never quits" - Dieser Leitspruch fasst die Situation bei den Florida Panthers treffend zusammen. "Dieses Team gibt niemals auf" fiel mit dem Brustton der Überzeugung in der Ramp-up-Show vor Spiel 3 und 4 des Stanley Cup Finals in der FLA Live Arena und ließ den Lautstärkepegel in der eigenen Arena schlagartig nach oben schnellen. Dass diese Mannschaft niemals aufgibt, führte sie überhaupt erst in die Stanley Cup Playoffs, dort in der 1. Runde vorbei am Top-Favoriten Boston Bruins und bis ins große Finale. Es ist auch die Einstellung, die in Spiel 5 gegen die Vegas Golden Knights zum Erfolg führen soll, immerhin müssen die sogenannten "Comeback Cats" zwangsläufig gewinnen.

Panthers bleiben locker und sehen den Druck beim Gegner

Die Rechnung ist denkbar einfach, die Aufgabe dagegen umso schwerer: Florida muss Spiel 5 gegen die Golden Knights am Dienstag (Mittwoch, 2 Uhr MESZ) in der T-Mobile Arena gewinnen, sonst ist die Jagd nach dem Stanley Cup gescheitert, nachdem sie mit 1:3 in der Best-of-Seven-Serie zurückliegen.

"Ich selbst war schon in einer solchen Situation, nur auf der anderen Seite", sagte Center Eric Staal. "Ich weiß, dass es nicht einfach ist, denn der Druck ist da, wenn Familie und Freunde in der Arena sind. Für uns wird es nur darum gehen, zu gewinnen. Wir wollen den Druck, der auf ihnen liegt, zu unserem Vorteil nutzen."

Im Kreis der Panthers geht es deshalb überhaupt nicht verbissen zu. "Wir lachen verdammt oft, haben Spaß und erzählen uns viele Witze", gab Trainer Paul Maurice einen Einblick in die Gemütslage am Tag vor dem Elimination Game. "Humor ist wichtig bei allem, was wir tun. Wir sind total bescheuert, verbringen viel Zeit zusammen und bleiben auch nach dem Training lange im selben Raum. Ich selbst habe die Wände in meinem Büro einreißen lassen, damit die Türen immer offen sind. Es ist die Freude, Zeit miteinander zu verbringen, die uns in der jetzigen Situation beruhigt."

"Viele Jungs in der Kabine halten es locker, unsere Energy-Spieler freuen sich auf genau solche Situationen", berichtet Staal. "Wir sind gerne zusammen und gehen gerne miteinander aufs Eis. Wir haben viel miteinander geredet und ein energiegeladenes Training gehabt."

Tkachuk fehlt im Training - Maurice lässt Einsatz offen

In genanntem Training war am Montag in der T-Mobile Arena eine gewisse Lockerheit zu verspüren. Maurice ließ schnelle Angriffe in 2-auf-1- sowie in 3-auf-2-Situationen sowie Abläufe im Powerplay einstudieren. Dabei gab es viele Abschlüsse zu sehen.

"Wir müssen mehr angreifen und mehr Zeit in ihrer Zone verbringen, damit wir bessere Chancen haben, zu treffen", so Staal. "Wir müssen mehr Möglichkeiten und Überzahlsituationen generieren. Es wird ein schnelles Spiel werden, wir müssen den Puck schnell und präzise bewegen."

"Unsere Beine sind auf Betriebstemperatur, wir freuen uns aufs Spiel", sagt auch Verteidiger und Geburtstagskind Gustav Forsling (wurde am Montag 27 Jahre alt). "Wir haben viel aus den zwei Spielen in Las Vegas gelernt, das konnte man schon in Spiel 3 sehen."

Nicht zu sehen war auf dem Eis allerdings Matthew Tkachuk. Der Power Forward leidet an einer unbekannten Verletzung, wurde in Spiel 4 nur sehr dosiert eingesetzt und ist für Spiel 5 fraglich.

"Ich habe ihn gestern im Flugzeug gesehen", ließ Maurice die Frage nach dem Zustand seines Top-Scorers offen. "Wenn ein wichtiger Spieler fehlt, dann ist das natürlich unschön", so der Trainer weiter, "das haben wir aber schon die ganze Saison lang erlebt. Wichtige Spieler haben gefehlt, wir waren aber trotzdem erfolgreich. Morgen werden wir mehr wissen."

"Es wäre eine Chance für andere Spieler, in eine wichtigere Rolle zu schlüpfen", so Center Sam Bennett. "Jeder muss sich zeigen", fordert auch Stürmer Carter Verhaeghe, "es ist für viele Spiele eine Chance, sich auf der ganz großen Bühne zu zeigen."

"Wir fühlen uns mit jedem Spieler in unserer Aufstellung wohl", stimmte auch Verteidiger Josh Mahura mit ein. "Matthew ist ein wichtiger Führungsspieler für uns, hoffentlich wird er spielen können."

Lundell vor dem Sprung in die Top-Reihe

Auch der angeschlagene Verteidiger Radko Gudas fehlte wie schon in den letzten Wochen im Training. Gute Nachrichten gab es dagegen von Flügelflitzer Anthony Duclair, der die Einheit am Montag komplett absolvieren konnte. Er absolvierte viele Spielformen an der Seite von Kapitän Aleksander Barkov und Anton Lundell. Letzterer könnte in Floridas Top-Reihe rücken.

"Seine Checks, seine Stärke und seine Positionierung haben sich enorm verbessert, insbesondere in den Playoffs. Es macht Spaß ihm zuzuschauen. Er hat so viel Talent und Tempo", sagt Staal über Lundell. "Letztes Jahr war er in den Playoffs noch ein Healthy Scratch. Er ist sehr kämpferisch, er lernt sehr schnell, spielt physisch und ist für uns ein Führungsspieler geworden", bestätigt Maurice. "Er wird immer besser und spielt trotz seines jungen Alters schon sehr reif", findet auch Forsling.

Nur Musik? Florida will in Vegas bestehen und die Serie nach Hause holen

Mit ihrer Einstellung wollen die Panthers in Las Vegas wieder zu den "Comeback Cats" werden und in einer ausverkauften und lauten T-Mobile Arena den Spielverderber spielen.

"Es war eine tolle Atmosphäre in beiden Arenen, hier ist die Musik allerdings lauter als anderswo. Aber es ist auch nur Musik", sagt Staal. "Wir spielen einfach unser Spiel, fühlen uns gut und freuen uns auf die Herausforderung."

Oder einfacher gesagt: "This team never quits" - diese Mannschaft gibt niemals auf.