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In der NHL geht es ab 24. September mit dem Start der Preseason in die heiße Phase der Vorbereitung auf die Saison 2022/23. Viele Teams müssen in dieser Zeit noch offene Fragen klären. Folgende Aspekte stehen während der Saisonvorbereitung besonders im Fokus.

Wer wird in Columbus neben Gaudreau auflaufen?
Es war der spektakulärste Wechsel der Sommerpause. Johnny Gaudreau verlängerte seinen ausgelaufenen Vertrag mit den Calgary Flames nicht und schloss sich stattdessen den Columbus Blue Jackets an. Der Linksaußen soll dort die offensive Durchschlagskraft erhöhen. Dabei trifft er auf Patrik Laine, der in sein drittes Jahr für die Blue Jackets geht.
Sollte die Chemie zwischen den Angreifern stimmen, dürfte sich das Top-Duo für die erste Formation gefunden haben. Offen bliebe die Frage nach dem geeigneten Center, der mit den beiden hochveranlagten Spielern mithalten kann. Zum abschlussstarken Laine und dem kreativen Vorbereiter Gaudreau könnten der Allrounder Jack Roslovic oder Boone Jenner als offensivere Variante gut passen.

Gaudreaus Top 5 Tore in 2021/22

Bekannte Namen unter den Tryout-Spielern
Die Tryout-Verträge erfreuen sich in der NHL wieder großer Beliebtheit. Sie geben den Teams die Option, potenzielle Zugänge unter Wettkampfbedingungen zu beobachten und gleichzeitig zu prüfen, ob der Akteur in das Mannschaftsgefüge passt.
In der Vorbereitung auf die Saison 2022/23 findet man unter den Tryout-Spielern einige prominente Namen, allen voran Eric Staal, der sich bei den Florida Panthers für eine Rückkehr in die NHL beweisen will. Nach 1293 NHL-Spielen hatte er vor der zurückliegenden Spielzeit keinen neuen Vertrag erhalten und absolvierte vier AHL-Partien für die Iowa Wild sowie fünf Matches bei Olympia für Kanada.
Mit Artem Anisimov (Philadelphia Flyers), Cody Eakin (Calgary Flames), Calvin de Haan (Carolina Hurricanes) und Michael Stone (Flames) stehen weitere namhafte Akteure auf der 41 Spieler umfassenden Liste, die zuletzt 2017 größer war (60).
Welche Talente aus dem NHL Draft 2022 schaffen den direkten Sprung?
Eine Frage, die sich bereits nach dem Draft gestellt hat und die auch nach der Preseason noch nicht abschließend beantwortete sein muss, ist die, welche der 2022 ausgewählten Talente den direkten Sprung in die NHL schaffen. Bei den meisten kommt der Schritt zum Profi auf NHL-Level noch zu früh, so dass sie erst in den Juniorenligen oder anderen Profi-Ligen auflaufen werden. Besonders im Blickpunkt stehen jedoch traditionell die Top-Picks eines Draft-Jahrgangs, da die Erwartungshaltung an sie eine deutlich höhere ist.
Bei Juraj Slafkovsky sollte klar sein, dass etwas Außergewöhnliches passieren müsste, damit er nicht zum Kader der Montreal Canadiens gehört. Der Angreifer zeigte bereits bei den Olympischen Spielen mit der Slowakei, dass er bereit ist, sich mit den besten Spielern der Welt zu messen.
Ein weiterer Akteur, der als gesetzt gelten dürfte, ist Shane Wright. Der Center wurde als Vierter beim diesjährigen Draft gezogen. Die Seattle Kraken sicherten sich die Rechte am Allrounder und dürften ihn bereits 2022/23 NHL-Luft schnuppern lassen, besonders wenn er in der Vorbereitung gute Vorstellungen bietet.

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Schmerzhafte Abgänge bei den Avalanche
Erfolg weckt Begehrlichkeiten von anderen Mannschaften. Das mussten die Colorado Avalanche nach dem Titelgewinn erkennen. Die Spieler aus den hinteren Reihen schlossen sich anderen Teams an, bei denen sie prominentere Rollen einnehmen.
Besonders die Abgänge von Nazem Kadri (Calgary Flames) und Andre Burakovsky (Seattle Kraken) dürfte in der Offensive größere Lücken reisen, die es zu stopfen gilt. Mit Darcy Kuemper verabschiedete sich auch der Goalie, der Colorado zum Titel führte.
In der Vorbereitung wird sich zeigen, wie sich die neuen Reihen des Titelverteidigers formieren und ob Alexandar Georgiev die künftige Nummer 1 sein wird.
Kampf um die Nummer 1 in Toronto und Vegas
Sowohl bei den Toronto Maple Leafs als auch bei den Vegas Golden Knights ist eine der wichtigsten Positionen noch vakant. Beide Mannschaften müssen noch entscheiden, welcher Torhüter in der kommenden Saison die Hauptarbeit verrichten wird. Während in Toronto ein Zweikampf um diesen Job zu erwarten und einkalkuliert war, stehen die Verantwortlichen der Golden Knights, nach dem Saison-Aus für Robin Lehner, vor größeren Herausforderungen.
In Toronto duellieren sich Ilya Samsonov und Matt Murray um den Platz des Starttorhüters. Beide Schlussmänner wechselten in der Offseason zu den Maple Leafs und dürften vor der Vorbereitung auf Augenhöhe sein. Es wird daher einen spannenden Kampf um die Pole Position im Tor geben.

Ilya Samsonov free agent capsule

Die Golden Knights hatten fest mit Lehner als Stammtorhüter geplant und müssen sich nun zwischen Logan Thompson, Adin Hill und Laurent Brossoit entscheiden. Keiner der drei kann 100 NHL-Partien vorweisen. Brossoit ist mit 86 Starts noch der erfahrenste. Bereits in der Preseason wird es erste Fingerzeige geben, ob der Konkurrenzkampf das Trio zu stärkeren Leistungen animiert.