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Beim All-Star Weekend 2024 in Toronto hatte Leon Draisaitl in seinem exklusiven Blog auf NHL.com/de noch betont, wie groß sein Wunsch und der der Edmonton Oilers sei, die historische Siegesserie von 16 Erfolgen hintereinander beim Auswärtsspiel gegen die Vegas Golden Knights fortzusetzen. Trotz des Bewusstseins der Schwere der Aufgabe wurde es in der T-Mobile Arena am Ende nichts mit weiteren zwei Punkten. Die Oilers unterlagen dem Stanley Cup Champion 2023 nach hartem Kampf am Dienstag mit 1:3. 

Die Golden Knights wurden durch diesen Erfolg vor den eigenen Fans zum erst vierten amtierenden Stanley Cup Champion, dem es gelang, die Siegesserie von mindestens zehn Erfolgen eines Kontrahenten zu beenden. Zuvor schaffte dies nur einmal die Tampa Bay Lightning (2021/22), sowie zweimal die Montreal Canadiens (1978/79 und 1993/94).

McDavid trotz starker Leistung enttäuscht

 „Ihr Torwart hat gut gespielt und einige starke Paraden gezeigt", lautete das erste kurze Fazit von Oilers-Kapitän Connor McDavid, der 22:26 Minuten spielte und acht Schüsse abgab, vier mehr als jeder andere Spieler der beiden Teams. „Es ist immer ein schweres Spiel, wenn du hier antreten musst. Wir haben damit gerechnet. Es ist enttäuschend, aber wir machen weiter.“

Trotz eines frühen Unterzahltreffers von McDavid (5.), wurde es nichts mit dem angestrebten 17. Erfolg in Serie für die Gäste aus Kanada. Vegas glich durch Nicolas Roy (19.) noch im ersten Spielabschnitt aus und ging seinerseits zu Beginn des dritten Drittels durch Chandler Stephenson (42.) vorentscheidend mit 2:1 in Führung. Den Schlusspunkt zum Endstand markierte William Karlsson 33 Sekunden vor der Schlusssirene mit einem Treffer in das verwaiste Tor Edmontons.

EDM@VGK: McDavid und Draisaitl gehen in Unterzahl in einer 2-auf-0-Situation aufs Tor

Die Siegesserie der Oilers, die am 20. Dezember 2023 in New Jersey begann, fand damit in der Spielerstadt ein unsanftes Ende. Der seitdem 17. Sieg hintereinander hätte die längste Erfolgsserie der NHL-Geschichte, die die Pittsburgh Penguins in der Saison 1992/93 aufstellten, egalisiert.

Nurse sieht im fehlenden Glück eine Ursache für die Niederlage

„Sie haben eben sehr gut verteidigt. Das muss man anerkennen. Vielleicht hatten wir auf der anderen Seite unser Glück, das wir zuletzt häufiger mal hatten, heute auch einfach ein Stück weit aufgebraucht“, sagte Darnell Nurse, nicht ohne wieder einen Blick in die Zukunft zu richten: „Morgen werden wir gemeinsam in die Analyse gehen und uns danach auf die kommende Aufgabe konzentrieren.“

„Ein wichtiger Wendepunkt im Spiel war aus meiner Sicht das späte Tor, das sie im ersten Drittel erzielt haben", gab Trainer Kris Knoblauch zu Protokoll. „Danach haben wir einfach Chancen ausgelassen, sei es durch Pfostentreffer oder durch den Torwart, der großartig gehalten hat. Ich denke, die Chancen waren da, und es war wahrscheinlich eines unserer besseren Spiele in den letzten zwei oder drei Wochen."

„Wir konnten unsere Chancen heute nicht konsequent genug verwerten. Das habe ich gespürt", erklärte Mattias Ekholm den Rückschlag in erster Linie mit der mangelhaften Chancenverwertung seines Teams. „Es war ein enges Spiel. Es hätte so oder so ausgehen können. Wir haben ziemlich gut gespielt. Unser Spiel hat inzwischen ein anderes Niveau. Jeder hat alles gegeben und hart gearbeitet. Leider haben wir es heute Abend am Ende einfach nicht geschafft."

„Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir heute Abend verloren haben", ergänzte McDavid. „Es ist schon eine Weile her, dass wir das getan haben, und man vergisst manchmal, wie sehr man es hasst zu verlieren. Das ist eine gute Erinnerung daran.“

Viele Gründe für Edmonton für Stolz

Dennoch können Draisaitl und seine Mitstreiter stolz sein auf das, was das Team in den letzten Wochen vollbracht hat. Dies macht ein Blick auf die Statistiken klar, die sich für Edmonton durch den jüngsten Lauf in vielen Bereichen vollständig gedreht haben.

Am 20. Dezember lag Edmonton bei einer Saisonbilanz von 13-15-1 noch auf Platz 25 in der Liga und ließ die sechstmeisten Tore pro Spiel zu (3,45). Seit Dienstag hat sich das Team auf 29-16-1 gesteigert und liegt mit 59 Punkten auf Platz zehn.

In der heimischen Pacific Division sind die Oilers wieder voll im Geschäft, rangieren inzwischen auf Rang drei, der zur Teilnahme an den Stanley Cup Playoffs berechtigen würde. Zugleich hat sich die Mannschaft drei Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger, die Los Angeles Kings, die zudem zwei Spiele mehr absolviert haben, herausgearbeitet.

Mit 127 Gegentoren kann, die zu Saisonbeginn noch häufig kritisierte Defensivabteilung der Oilers, inzwischen den viertniedrigsten Wert an Gegentoren aller 32 Mannschaften in der Liga vorweisen.

Der geschichtsträchtige Lauf zwischen Ende Dezember und Anfang Februar sollte im Saisonrückblick, die entscheidende Phase für die Wende zum Guten in einer anfangs problematischen Spielzeit für Edmonton gewesen sein.

Mit Zuversicht in die kommenden Aufgaben

Das Bestreben wird es in jedem Falle sein, schon am Freitag (10 p.m. ET; NHL.tv; Sa, 4 Uhr MEZ) eine neue Siegesserie zu starten, wenn es auswärts gegen die Anaheim Ducks gehen wird. Coach Knoblauch gibt diesbezüglich schon die Richtung vor: „Wir haben hervorragende Arbeit geleistet, um in der Position zu sein, in der wir jetzt sind", sagte er. „Wir haben noch etwas Luft nach oben, aber wir sind nicht glücklich und nicht zufrieden, wollen in der Tabelle noch weiter nach oben klettern, sei es der zweite Platz in der Pacific Division oder vielleicht sogar der erste. Wer weiß, was passiert, wenn es uns gelingt noch einmal eine ähnliche Serie zu starten?“

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