Uwe Krupp

Der Name Uwe Krupp ist bis heute ein Begriff in Denver, nicht nur unter den älteren Fans der Colorado Avalanche. Durch sein Tor in der dritten Verlängerung in Spiel 4 vom Stanley Cup Finale 1996 gegen die Florida Panthers, mit dem er die Organisation zum ersten Mal in ihrer Geschichte zum Stanley Cup Sieger schoss, hat er sich unsterblich gemacht. NHL.com/de hatte nach Spiel 4 des Stanley Cup Finale 2022 in Denver zwischen den Tampa Bay Lightning und seinen Avalanche am Donnerstag erneut die Möglichkeit, den früheren NHL-Verteidiger und heutigen Trainer der Kölner Haie exklusiv über die Finalserie zu befragen.

Wie schätzt du das Spiel 4 ein?
"Ich denke, Colorado war abgesehen vom ersten Drittel die bessere Mannschaft und das 2:1 für Tampa war schon etwas schmeichelhaft. Colorado hat einfach mehr für das Spiel getan. Sie hatten mehr Tempo und Speed. Die Lightning hätten das 2:1 halten müssen, um zum Serienausgleich zu kommen. Ich glaube, gerade bei 5 gegen 5 war Colorado die bessere Mannschaft, weil Tampa gegen diesen Gegner nicht ihr Spiel umsetzen kann. Sie können kaum agieren und reagieren nur. Sie stehen normal gut in der Defensive und schalten dann schnell um, aber Colorado versteht es über weite Strecken druckvoll zu sein und kaum Gegenzüge zuzulassen. Insgesamt glaube ich, dass die bessere Mannschaft gestern gewonnen hat."
Welche Entwicklung hast du bei Tampa in den Heimspielen gesehen?
"Sie stehen eindeutig defensiv besser und geben Colorado weniger Räume. Das meine ich aber, denn sie haben sich an den Stil von Colorado angepasst, aber dadurch müssen sie ein komplett anderes System spielen."

Kadris Tor in der Overtime bringt Lightning an den Ra

Wie war deine Einschätzung während des Spiels?
"Colorado war, wie gesagt, die bessere Mannschaft, aber ich hatte das Gefühl, dass Tampa das Spiel gewinnen würde. Ich habe das auch im Fernsehen gesagt, weil ich dachte, dass Colorado vergeblich bei Vasilevskiy anrennen würde und Steven Stamkos oder Nikita Kucherov in einer Überzahl noch treffen würden. Der Ausgleich war für Colorado natürlich Gold wert."
Und mit Nico Sturm war auch ein Deutscher mit einem Assist daran beteiligt. Wie hast du seine vierte Reihe gesehen?

"Ich habe beide vierte Reihen sehr gut gesehen. Auch bei Tampa mit Nick Paul und Patrick Maroon, das waren diejenigen, die noch am meisten Gefahr in der offensiven Zone ausgestrahlt haben. Beide nominell vierten Reihen haben einen guten Job gemacht. Natürlich war es super für Nico, dass er am Ausgleich wesentlich beteiligt war."

Auf Sky Sport: Maroon bezwingt Kuemper aus der Nähe

Wie fandst du die Reaktion von Darcy Kuemper, der in Spiel 3 ausgewechselt wurde und in Spiel 4 stark gehalten hat?
"Das hat er definitiv. Es gab zwar eine Torhüterdiskussion, aber ich halte Trainer Jared Bednar für einen sehr sachlichen Menschen, der in solchen Situationen einen kühlen Kopf bewahrt und er wusste genau, was er tut, als er ihn für Spiel 4 wieder auf das Eis schickte. Kuemper hat in der Saison mehrfach bewiesen, dass auf ihn Verlass ist und er schlechte Leistungen vergessen machen kann und dann machst du in solchen Situationen als Trainer einfach keine Experimente. Ich kann seine Entscheidung Kuemper erneut zu bringen absolut nachvollziehen und er hat ja Recht behalten."
Was erwartest du für Spiel 5, wenn fast jeder jetzt an den Titel für die Avalanche glaubt?
"Ich glaube, dass ihnen das gestrige Spiel noch mehr Rückenwind gegeben hat. Ich glaube gar nicht, dass sie so viel Druck verspüren werden. Ich gehe fest davon aus, dass Colorado das Ding am Freitag nach Hause bringt."