CHI Connor Bedard 102123

Ihm gelang der Start, den er sich wohl vorher so ähnlich erträumt hatte. Der große Hoffnungsträger der Chicago Blackhawks, Connor Bedard, traf nach zuvor fünf Auswärtsbegegnungen seines Klubs in Folge, in seinem ersten Heimspiel gegen die Vegas Golden Knights zum frühen 1:0 für seine Farben. Am Ende aber waren es die Titelverteidiger aus der Spielerstadt, die im United Center mit 5:3 die Oberhand behielten und Bedards Debüt vor den eigenen Fans in Chicago doch noch vermiesten. Der Deutsche Lukas Reichel stand auf der Seite der Blackhawks 16:14 Minuten auf dem Eis, blieb aber ohne Scorerpunkt. 

Vegas mit historisch gutem Start eines Titelverteidigers

Die Golden Knights ihrerseits durften sich nach der Schlusssirene nicht nur über weitere zwei Punkte freuen, die Mannschaft von Trainer Bruce Cassidy wurde durch diesen Erfolg zum ersten Stanley Cup Champion, der mit einer Bilanz von sechs Siegen am Stück in die neue Saison starten konnte. Ausschlaggebend für den Sieg der Gäste war ein starkes drittes Drittels, in dem Vegas drei Treffer in Serie gelang, wodurch die Gäste den Spielstand von 2:2 auf 5:2 schraubten und den Siegeswillen von Bedard und seinen Mitstreitern brachen.

VGK@CHI: Roy trifft nach 13 Sekunden

„Wir wollten einfach ein besseres drittes Drittel spielen", erklärte Vegas' Trainer Cassidy hinterher. „Wir wussten, dass wir in den ersten beiden Dritteln nicht in Bestform waren. Wir hatten Phasen mit gutem Eishockey, aber auch Phasen, in denen wir mit dem Puck gekämpft haben und manchmal unsere Struktur verloren haben. Also wollten wir einfach ein gutes Drittel haben. Das hat uns geholfen."

Bedard zunächst mit Traumdebüt 

Bedard, der Nummer-1-Pick im NHL Draft 2023, erzielte 90 Sekunden nach Spielbeginn in seinem ersten Heimspiel für die Blackhawks sein zweites NHL-Tor. Mit 18 Jahre, 96 Tage ist er damit, nach Eddie Olczyk (18 Jahre, 56 Tage (am 11. Oktober 1984)), der zweitjüngste Spieler in der Geschichte der Blackhawks, dem direkt ein Tor beim Heimauftakt des Teams gelang. Die einzigen anderen Teenager, denen dies für Chicago glückte, waren Stan Mikita (19 Jahre, 140 Tage am 7. Oktober 1959) und John Harms (19 Jahre, 187 Tage am 29. Oktober 1944).

VGK@CHI: Bedard nutzt ein Überzahlspiel

Torhüter Arvid Soderblom gelangen 19 Paraden für Chicago. Paul Cotter erzielte ein Tor und einen Assist für die Golden Knights, die durch diesen Sieg die Ottawa Senators (1920/21) und die Edmonton Oilers (1985/86) überholten und den besten Start eines Stanley Cup Champions in die folgende Spielzeit aller Zeiten hinlegten. Gäste-Goalie Adin Hill konnte sich 21 Mal auszeichnen.

Hill sieht Vorhaben des Stanley Cup Champions bestätigt

„Das ist cool", freute sich Hill hinterher über den guten Start seiner Mannschaft. „Wir sind mit der Zielsetzung angetreten, zu versuchen, das zu wiederholen, was wir letztes Jahr geschafft haben. Ich denke, das ist uns bisher gelungen. In den letzten paar Spielen der Vorsaison haben wir angefangen, ein bisschen flüssiger und entschlossener zu spielen, um unser System umzusetzen. Ich denke, das haben wir in die Saison mitgenommen, und es war ziemlich nahtlos. Es war ein guter Start, und darauf sollten wir weiter aufbauen." 

Freude der Heim-Fans währte nur kurz

Zunächst jedoch lag der Blick der Mehrheit der Fans eindeutig auf Rookie Bedard, dessen erstes Heimspiel mit vielen Erwartungen verknüpft war. Diesen wurde er auch direkt gerecht, indem er das 1:0 für die Blackhawks nach 1:30 Minuten des ersten Drittels im Powerplay erzielen konnte. Bedard nahm in dieser Szene einen Pass von Taylor Hall im Slot auf und schoss aus dem Handgelenk an Hill vorbei. 

„Es ist immer schön, ein Tor zu erzielen", sagte er nach Spielende. „Egal, ob es das erste Tor der Karriere oder das erste Tor hier vor unseren Fans war, es ist immer etwas Besonderes, wenn man ein Tor erzielt, und es fühlt sich noch besser an, wenn es schnell fällt. Natürlich fühlt es sich jetzt nach der Begegnung nicht mehr so gut an, weil wir verloren haben, aber in dem Moment war es natürlich phantastisch. Man kann sich sicher ein Leben lang daran erinnern, wenn man irgendwann einmal zurückblickt. Aber jetzt konzentriert man sich als Spieler natürlich darauf, was wir in Zukunft besser machen können, um die Spiele dann am Ende auch zu gewinnen“, richtete Bedard den Blick sogleich wieder auf das Große und Ganze.

Chicagos Fans beeindrucken 

Ganz unbeeindruckt war er von der Situation und der Stimmung in der Halle jedoch nicht, wie er hinterher einräumte: „Es war ein elektrisierendes Gefühl. Es war echt cool für mich und die anderen Jungs da draußen. Daraus schöpft man Energie. Dass wir so früh einen Treffer landen konnten und durch die Fans so angefeuert wurden, war großartig. Sie sind fantastisch, und es hat viel Spaß gemacht, vor ihnen zu spielen."

Blackhawks entgleitet Spiel im dritten Drittel 

Die Hoffnung auf den dritten Saisonsieg hielt bei Chicago über weite Phasen des Spiels an. William Karlsson erzielte zwar den 1:1-Ausgleich nach 4:05 Minuten mit einem Rückhandschuss im Powerplay, und Jonathan Marchessault brachte Vegas in der 28. Minute sogar mit 2:1 in Führung, doch gaben sich die Blackhawks auch danach kämpferisch. Der Lohn war der Ausgleich für die Hausherren in der 29. Minute. Reese Johnson konnte einen Schuss von Connor Murphy an Hill vorbei ins Tor lenken.

Der Schlussabschnitt begann für die Gastgeber unglücklich. Nicolas Roy brachte die Golden Knights bereits 13 Sekunden nach Beginn des dritten Drittels mit 3:2 in Führung, als er einen Rückhandpass von Keegan Kolesar aufnahm und vor dem Tor erfolgreich abschloss. „Ich glaube, das war ein bisschen der Killer für sie", sagte Karlsson. "Wenn man gleich zu Beginn einen Treffer erzielen kann, dann gibt uns das natürlich Auftrieb."

Mark Stone erhöhte in der 54. Minute auf 4:2 für Vegas. Cotter traf im Powerplay gut zwei Minuten später sogar zum 5:2 (57.). Routinier Corey Perry war es vorbehalten vom rechten Kreis aus den Empty-Net-Treffer zum Endstand für Chicago (60.) zu erzielen. Zu mehr sollte es für Bedard und seine Mitstreiter an diesem Abend nicht mehr reichen.

Blackhawks-Coach Richardson gibt sich kämpferisch

"Ich denke, dass wir am Ende des zweiten Drittels einige wirklich gute Möglichkeiten hatten", gab Blackhawks-Trainer Luke Richardson zu Protokoll. "Leider sind sie nicht reingegangen. Ich würde grundsätzlich gerne noch mehr Bewegung bei unseren Jungs sehen, mehr Schussmentalität. Wir werden weiter daran arbeiten“, gab sich der Coach unverzagt.

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