OTT 3, CAR 2

Zum Saisonende hin drehen die Ottawa Senators noch einmal richtig auf. Nach dem 7:4 am Samstag gegen den letztjährigen Stanley-Cup-Finalisten Tampa Bay Lightning, folgte nun am Montag ein 3:2 gegen die Carolina Hurricanes. Während die Senators sich bereits aus dem Playoff-Rennen verabschiedet haben, stand für die Hurricanes noch einiges auf dem Spiel. Mit einem Sieg hätten sie sich das Heimrecht für die erste Runde der Stanley Cup Playoffs sichern können.

Doch die Senators stellten bereits im ersten Spielabschnitt klar, dass sie das letzte Saisonspiel vor heimischem Publikum unbedingt gewinnen wollten. Claude Giroux gelang in der 6. Minute nach Vorarbeit von Tim Stutzle und Brady Tkachuk das 1:0. In der 18. Minute legte Stützle mit einem eigenen Treffer nach. Die Hurricanes fanden zwar zurück ins Spiel, indem Brett Pesce in der 16. Minute der Anschlusstreffer gelang und Brent Burns in der 43. Minute im Powerplay mit dem Ausgleich zum 2:2 nachlegte. Die Senators ließen sich davon allerdings nicht beirren. In der 50. Minute erzielte Giroux den Siegtreffer zum 3:2.
Bemerkenswert: Giroux war an allen drei Treffern der Senators beteiligt und erreichte dadurch in seiner Karriere die Marke von insgesamt 1.001 Scorer-Punkten. Er ist der zehnte aktive Spieler, der dies nun erreicht hat. "Ich denke nicht gerne darüber nach", sagte Giroux über den Meilenstein. "Das hält dich irgendwie davon ab, auf die richtige Art und Weise zu spielen. Anfang des Jahres habe ich kurz darüber nachgedacht. Ich dachte zwar nicht, dass ich dazu in der Lage sein würde. Ich bin aber froh, dass ich es hinbekommen habe."

Der Trainer freute sich sowohl über den Meilenstein als auch über den Sieg. "Giroux im ersten Drittel auf 1.000 Punkte zu bringen, ist super. Aber die Tatsache, dass Carolina die Punkte eigentlich gebraucht hätte und wir das Spiel trotzdem gewonnen haben, macht das Spiel so viel besser", sagte D.J. Smith und lobte den Stürmer: "Er hatte ein verdammt gutes Jahr und ist einfach ein intelligenter Spieler. Er weiß, wo er hingehen muss, um Pucks zu bekommen, und er weiß, wie man die richtigen Spielzüge macht. Um ehrlich zu sein, hätte er heute sechs, sieben Punkte erzielen können, wenn die Jungs zum richtigen Zeitpunkt die Pässe gespielt hätten."
Stützle freute sich ebenfalls mit seinem Mannschaftskameraden, sagte aber: "Jeder, der Giroux kennt, weiß, dass ihm die Punkte nicht so wichtig sind. Aber wir haben schon kurz vor dem Spiel gesagt, dass wir versuchen würden, ihn auf 1.000 Punkte zu bringen. Der Sommer wird jetzt einfacher für ihn. Er hat bereits eine verdammt gute Karriere hinter sich und noch viele Dinge vor sich. Ihn als Teamkollegen zu haben, ist wirklich etwas Besonderes und wir lieben ihn."
Nicht nur für Giroux hatte der Triumph gegen die Hurricanes eine besondere Bedeutung, sondern auch für Stützle selbst. Durch seine Vorlage zum 1:0 erreichte er die Marke von 50 Assists. Stützle ist nun der jüngste Spieler (21 Jahre, 85 Tage) in der Geschichte der
Senators, der 50 Assists in einer Saison verbuchte. Zudem ist er der zweite deutsche Spieler, der dies vollbracht hat. Dies gelang ansonsten nur Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers, der seit der Saison 2018/19 bereits fünfmal mehr als 50 Assists verbuchte.

Überhaupt ist Stützle in dieser Saison der überragende Spieler von Ottawa. Mit 38 Toren ist er der beste Torjäger seiner Mannschaft, mit 50 Assists zudem auch noch der effektivste Vorlagengeber. Experten wie der ehemalige NHL-Spieler Dennis Seidenberg trauen ihm eine ähnliche Karriere wie Draisaitl zu. In seinem Blog auf NHL.com/de schrieb Seidenberg kürzlich: "Interessant, dass Tim in seinen ersten 200 NHL-Spielen 20 Punkte mehr als Leon sammeln konnte. Beide haben in einem jungen Team angefangen, aber Tim ist definitiv in den ersten beiden Jahren erfolgreicher als Leon. Das muss natürlich nicht zwangsläufig heißen, dass er in ein paar Jahren auch regelmäßig über hundert Punkte pro Saison macht. Das hängt von mehreren Faktoren und besonders von der Mannschaft um ihn herum ab, doch zuzutrauen ist es ihm allemal."
Mit seinem Tor und seinem Assist gegen die Hurricanes hat er dies einmal mehr unter Beweis gestellt. Das letzte Saisonspiel der Senators findet am Donnerstag bei den Buffalo Sabres statt.