Greiss

Lange hat es gedauert, ehe Thomas Greiss mit seinem neuen Team, den Detroit Red Wings, einen Sieg einfahren konnte. Seit der ersten Partie am 14. Januar war fast ein Monat vergangen, in dem er keines seiner neun Spiele gewann, in denen er startete. Erst in der zehnten Begegnung gelang dem deutschen Schlussmann der ersehnte Erfolg. Am Sonntag gewann er mit seinem Team mit 4:1 bei den Florida Panthers.

Neue Stadt und neue Ziele
Greiss wechselte vor der Saison von den New York Islanders zu den Red Wings. Mit seiner Erfahrung aus 292 NHL-Spielen, in denen er in 259 Fällen der Starttorhüter war, verließ er 138-mal das Eis als Sieger. In New York war die Playoff-Teilnahme praktisch Pflicht und ein Erfolg in der einen oder anderen Runde der Stanley Cup Playoffs sehr erwünscht. Gleichzeitig war die Konkurrenz für den 35-jährigen Füssener groß. Semyon Varlamov war der präferierte Torhüter von Trainer Barry Trotz. Greiss kam zwar auf einige Einsätze, doch in den entscheidenden Momenten hatte er das Nachsehen gegenüber Varlamov.
Folgerichtig trennten sich nach der Spielzeit 2019/20 die Wege von Greiss und den Islanders. Während Varlamov mit Ilya Sorokin einen Schlussmann an die Seite gestellt bekam, gegen den er die klare Nummer eins sein würde, zog es Greiss nach Detroit.
In der Autostadt erwartete ihn eine andere Ausgangslage. Die im Neuaufbau befindlichen Red Wings kamen aus einer historisch schwachen Saison, in der ihnen lediglich 17 Siege gelungen waren. 267 Gegentreffer bedeuteten den schlechtesten Wert in der Liga. Aus all dem resultierte folgerichtig der letzte Rang.

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Greiss sollte dem Team die Chance geben, häufiger als in der Vorsaison zu gewinnen. Eine Teilnahme an den Playoffs wäre ein schöner, aber nicht zwingend erwarteter Bonus. Sein Hauptkonkurrent um den Startplatz zwischen den Pfosten ist Jonathan Bernier.
Der erste Sieg als Knotenlöser
Torhüter werden neben der Fangquote und dem Gegentorschnitt auch an den Siegen gemessen. Für Greiss las sich diese Statistik vor dem Duell mit den Panthers am Sonntag niederschmetternd. Während Bernier in vier Partien zwei Siege einfahren konnte, blieb Greiss neunmal erfolglos. Besonders bitter für den Deutschen: Mit einer Fangquote von 90,3 Prozent und einem Gegentorschnitt von 3,00 hat er bessere Statistiken aufzuweisen als Bernier (88,1 Prozent, 3,54).
Am Sonntag parierte Greiss 36 von 37 Schüssen und führte die Red Wings damit zum Sieg. Jeff Blashill, der Trainer der Red Wings, lobte seinen Schlussmann nach der Partie. "Greiss war großartig." Genügend Gelegenheiten, sich auszuzeichnen, gaben die Vorderleute ihrem Torwart. "Wir waren nicht perfekt, wir haben Chancen hergegeben", legte Blashill erneut den Fokus auf seinen Schlussmann.

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Für Blashill ist gutes Torhüterspiel in der NHL die zwingende Voraussetzung für Erfolge. "In dieser Liga braucht man eine sehr gute Leistung des Schlussmanns, wenn man gewinnen will. Man muss auf die richtige Art und Weise spielen und das haben wir gegen die Panthers getan."
Auch in den Partien zuvor war Greiss mit seinen Auftritten weitgehend zufrieden. Bereits nach seinem Debüt im Dress der Red Wings, am 14. Januar gegen die Carolina Hurricanes, hatte er betont, dass er gerne viele Schüsse auf sein Tor bekomme. Das helfe ihm dabei, in einem Spiel konzentriert zu bleiben.
Die Startschwierigkeiten sagte Greiss schon im Trainingscamp indirekt voraus, als er erklärte, dass es ihm nach der Pause noch schwerfalle, mit dem Verkehr vor dem Tor umzugehen. Ebenso dauere die Anpassung an eine neue Mannschaft. "Das braucht einfach seine Zeit. Die Systeme sind anders, die Kommandos und der Spielstil ebenfalls", gab er einen Einblick in die Einflussfaktoren für Torhüter.
Keine Unruhe nach Niederlagen
Selbst nach seiner neunten Niederlage in der Saison, dem 1:3 am Freitag gegen die Tampa Bay Lightning, blieb Greiss gelassen. "Nein, ich habe kein ungutes Gefühl", erklärte er nach der Begegnung. "Wir haben ein wirklich gutes Spiel, besaßen aber einfach kein Glück. Insgesamt geht der Trend bei uns aber in die richtige Richtung." Auch in dieser Partie hatte Greiss noch Schwierigkeiten mit dem Verkehr vor dem Tor. Beim ersten Treffer der Lightning war ihm die Sicht verdeckt und beim zweiten Gegentor verlor er nach eigenen Angaben den Puck aus den Augen.
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"So etwas muss man einfach wegstecken", beschrieb er seinen Umgang mit solchen Widrigkeiten und Niederlagen. "Am nächsten Tag ein gutes Training und sich gut vorbereiten und im Spiel wieder alles geben, das ist das ganze Geheimnis." Gegen die Panthers zeigte Greiss, dass er mit seiner entspannten Einstellung richtig liegt.