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Ottawa betreibt zurückhaltende Transferpolitik

Analyse der Senators: Kader besitzt Potenzial für bessere Saison als zuletzt, doch es mangelt an der Tiefe

von Peter Sibner @petersibner / Redaktör NHL.com/sv

Nachdem die Washington Capitals zum Stanley-Cup-Champion 2017/18 gekrönt wurden, der NHL Draft 2018 und die geschäftige Phase der Free Agency hinter uns liegen, wird NHL.com/de alle 31 Teams zu diesem Zeitpunkt der Offseason bewerten. Von den wichtigsten Ergänzungen bis hin zu den neuen Perspektivspielern und vielem mehr, werden wir den Zustand jeder Organisation analysieren.

Heute: Ottawa Senators

Wer nach der schwächsten Saisonleistung seit 22 Jahren tiefgreifende Veränderungen bei den Ottawa Senators erwartet hatte, ist in den vergangenen Wochen eines Besseren belehrt worden. Die Verantwortlichen nahmen lediglich einen einzigen Trade vor und hielten sich auch bei der Free Agency extrem zurück. Ändern könnte sich das Ganze allerdings noch, wenn Verteidiger Erik Karlsson den Klub verlässt. Über einen vorzeitigen Wechsel des Kapitäns, dessen Vertrag nächstes Jahr ausläuft, gibt es seit längerem Spekulationen.

 

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Der Leistungsabfall der Senators in der abgelaufenen Spielzeit kam überraschend. In den Stanley Cup Playoffs 2017 hatten sie noch das Finale der Eastern Conference erreicht und unterlagen dort erst nach heftiger Gegenwehr dem späteren Champion Pittsburgh Penguins nach sieben Spielen. In der ersten Phase der Saison 2017/18 lag das Team aus der Provinz Ontario erneut in Schlagdistanz zu den Plätzen für die Postseason. Nach den beiden Spielen im Rahmen der NHL Global Series in Stockholm im November folgte jedoch der Einbruch. Am Ende belegten die Senators nach der Hauptrunde mit 67 Punkten den vorletzten Platz im Osten. Nur die Buffalo Sabres waren schlechter.

Dennoch traut die sportliche Leitung um General Manager Pierre Dorion und Coach Guy Boucher der vorhandenen Belegschaft zu, diese Scharte in der neuen Serie auszuwetzen. Darauf lässt zumindest die bisherige Transferpolitik schließen.

Einen nennenswerten Umbau gibt es allerdings in der Offensive. Nicht mehr mit dabei ist künftig Mike Hoffman, der in den zurückliegenden fünf Spielzeiten 107 Tore für Ottawa erzielte. Die Senators tradeten den 28-jährigen Goalgetter am 19. Juni zu den San Jose Sharks, die ihn postwendend an die Florida Panthers weiterreichten. Im Gegenzug sicherten sich die Kanadier die Dienste von Sharks-Angreifer Mikkel Boedker.

Der ebenfalls 28 Jahre alte Däne ist wie Hoffman vornehmlich auf dem linken Flügel zu Hause und soll den so dringend benötigten Speed in die Top 6 der Abteilung Attacke bei Ottawa bringen. In den vergangenen sieben Spielzeiten traf er jeweils mindestens zehn Mal ins Schwarze, einschließlich 2017/18, als er 37 Punkte (15 Tore, 22 Vorlagen) bei seinen 74 Einsätzen verbuchte. In seiner Laufbahn sammelte Boedker bislang 288 Zähler (109 Tore, 179 Assists) in 618 Partien für die Phoenix/Arizona Coyotes, die Colorado Avalanche und die Sharks.

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Neu in der Mannschaft sind zudem Center Paul Carey (zuletzt New York Rangers) und Torhüter Mike McKenna (Dallas Stars). Beide unterzeichneten jeweils einen Zwei-Wege-Vertrag mit einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Seine NHL-Karriere beendet hat Ottawas Stürmer Alexandre Burrows. Der Verein kaufte ihn aus seinem noch zwölf Monate gültigen Zweijahresvertrag heraus. Der 37-Jährige hatte seit seinem Wechsel von den Vancouver Canucks am 27. Februar 2017 insgesamt 91 Partien für die Senators bestritten und dabei 25 Punkte (12 Tore, 13 Vorlagen) verzeichnet.

Große Erwartungen im Klub und dem gesamten Umfeld weckt Brady Tkachuk, Ottawas Top-Pick beim NHL Draft 2018. Die Senators wählten ihn an Gesamtposition vier aus. Der Stürmer besitzt mit seinen 18 Jahren schon eine starke Physis und glänzte in der letzten Saison als Neuling im Team der Boston University. Nach 40 Spielen hatte er 31 Punkte (acht Tore, 23 Vorlagen) auf dem Konto. Tkachuk, dessen Bruder Matthew für die Calgary Flames aufläuft, ist sich allerdings noch unschlüssig, was seine nahe Zukunft angeht. Bisher hat er noch keinen Entry-Level-Vertrag unterzeichnet. Denkbar ist daher, dass er ein weiteres Jahr in Boston bleibt.

Zu den Nachwuchsleuten, die sich berechtigte Hoffnungen auf NHL-Einsätze für Ottawa in der neuen Saison machen dürfen, gehören Verteidiger Christian Wolanin und Center Colin White. Wolanin lief 2017/18 bereits in zehn Begegnungen für die Senators auf, in denen er ein Tor schoss und zwei weitere Treffer vorbereitete.

Die große Frage ist, ob die sparsam vorgenommenen Neujustierungen ausreichen, um bei der Vergabe der Playoff-Plätze im kommenden Jahr ein ernsthaftes Wort mitreden zu können. Qualität im Kader ist zweifellos vorhanden. Dennoch stünde den Senators mehr Tiefe im Angriff und vor allem in der Defensive gut zu Gesicht. Mit Dion Phaneuf, Marc Methot und Fredrik Claesson haben sie in den vergangenen 13 Monaten drei starke Verteidiger verloren. Selbst wenn Karlsson dem Verein treu bleibt, fehlt es im Abwehrbereich an weiteren Akteuren, die in einem Spiel den Unterschied ausmachen.

 

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