DET@TBL: Lightning mit drei schnellen Toren im 1.

Es ist eine große Bürde, als Stanley Cup Champion in eine Saison zu gehen. Jeder Gegner ist im Duell mit dem amtierenden Meister besonders motiviert. Und jeder noch so kleine Ausrutscher, der anderen Mannschaften in der Öffentlichkeit zugestanden wird, wird beim Titelverteidiger groß in den Medien thematisiert. Kein Wunder also, dass es in den Pittsburgh Penguins erst ein Team in diesem Jahrhundert gab, welches zwei Mal in Folge NHL-Champion (2016 und 2017) wurde. Der Weg zu der erhofften Titelverteidigung mag bei Tampa Bay Lightning noch lang und steinig sein. Der Saisonstart allerdings lässt sich mit 13 Punkten aus acht Spielen als herausragend bezeichnen.

Das 5:1 am Mittwoch gegen die Detroit Red Wings war bereits der dritte Sieg in Folge. Die Mannschaft von Trainer Jon Cooper legte, passend zum Namen dieser Franchise, einen Blitzstart hin. Thomas Greiss, der deutsche Torwart der Red Wings, musste innerhalb der ersten knapp fünf Minuten bereits drei Gegentore hinnehmen. "Es ist schön, so einen perfekten Start zu haben, wie wir heute" sagte Anthony Cirelli, der das zweite Tor für Lightning erzielte.
Tampa Bay scheint vor allem in der heimischen Amalie Arena kaum zu stoppen zu sein. Alle fünf Spiele, die daheim in Florida stattfanden, wurden gewonnen. Sollte auch das erneute Aufeinandertreffen mit Detroit am Freitag (7 p.m. ET, NHL.tv, Sa. 1 Uhr MEZ) siegreich enden, hätte Tampa Bay einen Franchise-Rekord eingestellt. Bislang wurden nur in der Saison 2017/18 die ersten sechs Heimspiele gewonnen.

NSH@TBL: Point baut Führung noch rechtzeitig aus

Die Statistik unterstreicht die Qualität von den Lightning. Ein Schnitt von 3,63 erzielten Toren pro Spiel ist der viertbeste Wert der Liga. Nur die Washington Capitals (3,7 Tore), die Dallas Stars (4,14 Tore) und die Montreal Canadiens (4,4 Tore) treffen noch häufiger. Der Unterschied ist allerdings: Keines der genannten Teams verfügt gleichzeitig über eine solch starke Defensive wie der Titelverteidiger. 2,13 Gegentore pro Spiel sind der zweitbeste Wert der Liga. Lediglich die Carolina Hurricanes (1,86 Tore) lassen noch weniger Gegentore zu. Beeindruckend: Beim Sieg gegen die Red Wings bekam der Gegner gerade einmal 16 Torschüsse zustande.
Laut Cooper hängt dies mit der mannschaftlichen Geschlossenheit zusammen: "Wenn wir den Puck haben, gibt es keinen Angriff und Verteidigung. Alle fünf agieren dann offensiv. Und wenn wir den Puck nicht haben, dann verteidigen wir alle gemeinsam."
Zu der These passt, dass Victor Hedman mit bislang zehn Scorer-Punkten ligaweit zu den sechs besten Scorern unter den Verteidigern zählt. Laut Alex Killorn spielt es praktisch keine Rolle, welche Reihe sich gerade auf dem Eis befindet: "Ich finde es immer toll, wenn man jede Reihe ins Spiel werfen kann. Es ist sogar noch besser, weil es so scheint, als könnte wirklich jede Reihe gegen jede Reihe des Gegners spielen. Es ist nicht so, dass wir uns Sorgen machen müssen, wenn eine unserer Reihe auf die beste Reihe des Gegners trifft."
Der Trainer lebt die richtige Mentalität vor und akzeptiert keinerlei Nachlässigkeiten. Das Spiel gegen Detroit war das beste Beispiel: Nachdem Tampa Bay früh mit drei Toren vorne lag, ging die Konzentration etwas verloren. Cooper fand daher in der ersten Pause deutliche Worte: "Wir hatten früh eine Vielzahl an Torchancen und haben drei Tore gemacht. Danach weiß ich gar nicht, ob wir in der restlichen Zeit überhaupt noch Chancen hatten. Das haben wir angesprochen." Die Botschaft kam offenbar an. Im zweiten Drittel erhöhte Tampa Bay auf 5:1. "Danach haben wir nichts mehr zugelassen", sagt der zufriedene Trainer.
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Dass Tampa Bay trotz der Abwesenheit ihres Langzeitverletzten Superstars Nikita Kucherov auf Platz 1 der Discover Central Division steht, hängt nicht zuletzt mit der Tiefe des Kaders zusammen. Beim Sieg über Detroit verbuchten zwölf verschiedene Spieler jeweils mindestens einen Scorer-Punkt. "Ich bin ziemlich glücklich darüber, wie das Team spielt", sagt Killorn, der das Tor zum 5:1 erzielt hatte. Insgesamt neun Spieler haben in der laufenden Saison fünf Scorer-Punkte oder mehr verbucht.
Kurzum: Es gibt bislang keinerlei Anzeichen dafür, dass Tampa Bay die Bürde als Stanley Cup Champion in irgendeiner Form zu groß ist.