TBL@DAL, Sp4: Shattenkirk trifft in Überzahl zum Sieg

Ab dem 1. November nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.
In dieser Ausgabe geht es um die Tampa Bay Lightning.

Die Tampa Bay Lightning haben in dieser Woche eine wichtige Personalfrage geklärt und damit zugleich eine wochenlange Hängepartie beendet. Der amtierende Stanley Cup Champion verständigte sich mit Verteidiger Mikhail Sergachev auf einen neuen Dreijahresvertrag, der pro Saison mit 4,8 Millionen Dollar dotiert ist. Der 22 Jahre alte Defensivmann ist ein wichtiges Puzzleteil bei den Zukunftsplanungen des Teams gewesen.
Zwei weitere Vertragsangelegenheiten befinden sich nach wie vor in der Schwebe. Sie betreffen Verteidiger Erik Cernak und Angreifer Anthony Cirelli. Die beiden Restricted Free Agents sollen dem Vernehmen nach gehalten werden, aber nicht zu jedem Preis. Das liegt am eingeschränkten Spielraum des Klubs beim Salary Cap. Dies ist auch der Grund für die Zurückhaltung der Lightning auf dem Transfermarkt. Bislang hat Tampa Bay bislang keine einzige Neuverpflichtung von außerhalb getätigt.
Um zusätzliches Geld für die Weiterbeschäftigung von Cernak und Cirelli zu bekommen, würden die Lightning gerne Tyler Johnson abgeben. Der Kontrakt des Angreifers läuft noch vier Jahre und schlägt pro Spielzeit mit fünf Millionen Dollar zu Buche. Ein Interessent für ihn hat sich jedoch noch nicht gefunden.

TBL@NYI, Sp6: Cirelli entscheidet Conference Finale

Bilanz 2019/20: 43-21-6, 2. Platz in der Eastern Conference
Postseason 2020:Stanley Cup Champion, 4:2 in der Finalserie gegen die Dallas Stars
Trainer: Jon Cooper, neunte Saison
Zugänge: keine
Abgänge:D Kevin Shattenkirk, D Zach Bogosian, D Jan Rutta, C Carter Verhaeghe
Die Abwehr ist der Mannschaftsteil mit den meisten Veränderungen zur neuen Saison 2020/21. Nicht mehr mit von der Partie sind die Routiniers Kevin Shattenkirk, Zach Bogosian und Jan Rutta. Ihre Verträge waren ausgelaufen. Sie mit neuen Arbeitspapieren auszustatten, war für die Verantwortlichen der Lightning keine Option.
Vor der Einigung mit Sergachev klaffte eine gewaltige Lücke in der Defensive, da mit Victor Hedman und Ryan McDonagh nur zwei nominelle Top-4-Verteidiger im Kader standen. Dieses Problem ist mit der Unterschrift des Russen bereinigt.
Sergachev hat sich in den vergangenen Jahren bei den Lightning kontinuierlich zu einem Leistungsträger entwickelt. In der regulären Saison 2019/20 stand er in allen 70 Begegnungen auf dem Eis. Dabei brachte er es auf 34 Scorerpunkte (10 Tore, 24 Assists). Mit seiner Trefferzahl stellte er eine persönliche NHL-Bestleistung auf. Zugleich war er damit teamintern der zweitbeste Torschütze unter den Verteidigern hinter Hedman (11). Seine fünf Powerplay-Tore waren die größte Ausbeute aller Lightning-Defensivspieler. In den Stanley Cup Playoffs mischte er allen 25 Spielen mit und steuerte zehn Punkte (drei Tore, sieben Assists) zum Titelgewinn bei. In der Finalserie gegen die Dallas Stars gelangen ihm ein Tor und zwei Vorlagen.

TBL@DAL, Sp6: Hedman bekommt die Conn Smythe Trophy

Sein großes Talent deutete Sergachev bereits während seiner Rookie-Saison 2017/18 an, als er mit 31 Assists zweitbester NHL-Verteidiger in dieser Kategorie war. Bis dato sind für ihn 228 Hauptrunden-Einsätze, 106 Punkte (25 Tore, 81 Assists) und eine Plus-Minus-Bilanz von +39 in den Statistiken verzeichnet.
Mit Callan Foote soll in der kommenden Spielzeit ein weiterer hochveranlagter junger Spieler seine Bewährungschance bekommen. Sollte er ein gutes Trainingscamp hinlegen, ist für ihn sogar ein Stammplatz in der Defensive drin. "Er ist ein cleverer Bursche und hat physisch enorm zugelegt", lobte Tama Bays General Manager Julien BriseBois den 21-jährigen Verteidiger, den die Lightning beim NHL Draft 2017 in der ersten Runde an Gesamtposition 14 ausgewählt hatten.
Foote gehörte bereits im Sommer zum 33-köpfigen Aufgebot von Tampa Bay in Phase 3 vor dem Re-Start. Für einen Einsatz in der Platzierungsrunde und den Playoffs reichte es allerdings nicht. In der regulären Saison 2019/20 spielte er für Syracuse in der AHL und sammelte dort 28 Punkte (sechs Tore, 22 Assists) in 62 Spielen.
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Unumstrittener Anführer des Defensivcorps ist und bleibt Hedman, von dem Trainer Jon Cooper in den höchsten Tönen schwärmt. "Victor ist ein Mann für die großen Spiele. Er gibt uns immer dann einen Schub, wenn wir ihn am dringendsten brauchen. Er steht nicht nur sicher in der Abwehr, sondern macht auch wichtige Tore, vor allem in der Verlängerung", sagte er über den Schweden.
Mit 22 Punkten (zehn Tore, zwölf Assists) war Hedman in den Playoffs der drittbeste Scorer der Lightning. Für seine starken Darbietungen in der Endrunde erhielt er die Conn Smythe Trophy für den wertvollsten Spieler. In der regulären Saison hatte Hedman 55 Punkte (elf Tore, 44 Assists) sowie eine Plus-Minus-Bilanz von +27 aus 66 Spielen vorzuweisen.
Erhalten bleibt den Lightning Verteidiger Luke Schenn, der mit einigen guten Auftritten in den Playoffs sein Scherflein zum Titelgewinn beitrug. Er setzte sein Autogramm unter einen Einjahresvertrag, der ihm 800.000 Dollar einbringt. Wenn es nun noch gelingt, passende Anschlussverträge mit Cernak und Cirelli auszuhandeln, dürften die Personalplanungen bei Tampa Bay für die bevorstehende Saison abgeschlossen sein.