Avalanche gewinnen Spiel 2 mit Bravour

Die Tampa Bay Lightning sind in Spiel 2 des Stanley Cup Finals 2022 am Samstagabend in der Ball Arena in Denver mit 0:7 gegen die Colorado Avalanche unter die Räder gekommen. Doch statt die Wunden zu lecken richteten die Lightning den Blick schon wieder nach vorne. Für Spiel 3 will sich Tampa Bay in vielen Bereichen verbessern und muss gleichzeitig einen Weg finden, die umtriebigen Avalanche auszubremsen.

Eine Niederlage ist eine Niederlage
"Es ist egal, ob du mit 0:1, 0:7 oder 0:10 verlierst - in den Playoffs ist eine Niederlage eine Niederlage", sagte Lightning-Kapitän Steven Stamkos. "Ist es eine schmerzhafte Niederlage? Absolut! Aber in der Playoff-Serie heißt es trotzdem nur 0:2. Das ist keine berauschende Ausgangslage, das wissen wir, aber wir haben das schon einmal geschafft."
Tampas Nummer-1-Center spricht auf die Eastern-Conference-Final-Serie gegen die New York Rangers an, in der die Lightning auch mit 0:2 in Rückstand geraten waren, am Ende aber vier Siege in Serie nachlegten und sich fürs Stanley Cup Finale qualifizierten.
"Wir suchen nicht nach Ausreden, so ein Team sind wir nicht", unterstrich Tampas Trainer Jon Cooper. "Wir waren schon einmal mit 0:2 in der Serie hinten und haben schon einmal eine gute Geschichte daraus gemacht. Das müssen wir jetzt wieder tun. Für mich ist es egal, ob du 0:7 oder 3:4 nach Verlängerung verlierst, du verlierst am Ende und musst einen Weg finden, zu gewinnen. Jetzt haben wir eine neue Chance. Hoffentlich können wir daraus lernen und einen Schritt nach vorne machen."

Kein Rezept gegen Colorados Forechecking
Dieser dürfte für Tampa Bay erneut beim Thema Aufbau beginnen. Gegen das aggressive Forechecking der Avalanche fanden die Lightning bislang kein Mittel. Immer wieder provozierte Colorado Scheibenverluste und bestrafte diese eiskalt.
"Ihre Geschwindigkeit ist sicher ein Faktor", glaubt Stamkos. "Aber es liegt an uns, einen Weg zu finden, sie auszubremsen. Keine Frage. Wir müssen den Puck in die Bereiche spielen, in denen wir ihr Tempo rausnehmen können und dürfen uns weniger Scheibenverluste erlauben und keine Geschenke mehr verteilen. Es ist kein Geheimnis, dass sie ein schnelles Team haben, also müssen wir einen Weg finden, besser zu werden."
Auch Abwehrchef Victor Hedman stimmte mit ein: "Sie sind ein großartiges Team, haben viel Geschwindigkeit und jagen uns überall auf dem Eis. Wir haben zu viele 2-auf-1-Situationen und Alleingänge zugelassen. Wir müssen das jetzt einfach hinter uns lassen, das als Chance betrachten und bereinigen, wenn wir wieder zu Hause sind."

Viele Baustellen
Ein Selbstläufer aber wird das nicht, denn die Lightning hatten nicht nur im Aufbau große Probleme, sondern auch bei der Chancenerarbeitung und bei den Special Teams: In den 60 Minuten in Spiel 2 verbuchte Tampa Bay gerade einmal 16 Torschüsse. Das Powerplay blieb zum zehnten Mal in Folge ohne Torerfolg (0/3 in Spiel 2), kassierte nun sogar einen Shorthander, und auch das Penalty Killing präsentierte sich anfällig (2/4).
"Sie hatten einen Spielplan und haben sich daran gehalten, das haben wir nicht geschafft. Ihr habt alle gesehen, was heute passiert ist und das ist nicht akzeptabel. Insbesondere zu diesem Zeitpunkt der Saison. Wir müssen uns das jetzt anschauen und begreifen, was schiefgelaufen ist", fand Stamkos deutliche Worte. "Wir haben genug Erfahrung, um zu wissen, dass ein Sieg ein Sieg und eine Niederlage eine Niederlage ist. Es waren heute so viele Dinge dabei, die untypisch für unser Spiel sind. Man muss den Gegner loben und den Hut davor ziehen, wie sie heute gespielt haben. Gleichzeitig ist es nur eine feine Grenze zwischen Respekt und zu viel Respekt vor deinem Gegner zu haben. Wir müssen als Team begreifen, dass wir nicht ohne Grund hier sind und zu unserem Spiel zurückfinden müssen."
Auch Cooper hat erkannt, dass seine Mannschaft "in allen drei Zonen besser spielen" muss, denn "genau das gelingt uns im Moment nicht." Sein Fazit lautete: "Jetzt sind wir in einer Art Loch und müssen zu unserem Spiel zurückfinden. Es gibt vieles, was wir verbessern können. Wir müssen dieses Spiel vergessen und bereiten uns jetzt für das nächste vor."

Hedman: "Wir müssen uns den ersten Sieg verdienen"
Nach dem 0:2-Rückstand in der Serie und der heftigen 0:7-Niederlage im Gepäck, könnte den Lightning nun in die Karten spielen, dass sich Colorado bereits in Sicherheit wiegt.
"Leute, die dieses Spiel gesehen haben, werden denken, dass die Serie jetzt vorbei ist. Aber wir haben eine sehr widerstandsfähige Mannschaft und waren schon in der vorherigen Runde in einer ähnlichen Situation. Wir müssen weitermachen und uns als Team und als Spieler steigern. Unsere Mannschaft wird das zu Hause und vor unseren Fans schaffen und zeigen, aus was wir gemacht sind", betont Stamkos. "Lasst uns nach Hause gehen und sehen, was im nächsten Spiel passiert."
Spiel 3 findet am Montagabend (8 p.m. ET; NHL.tv, Sky Sport, Puls24, MySports; Di. 2 Uhr MESZ) in der Amalie Arena in Tampa statt.
"Wir können jetzt nicht einfach erwarten, dass wir nach Hause kommen und gewinnen", mahnt Hedman. "Wir müssen unser bestes Spiel liefern, um das Ergebnis zu bekommen, was wir haben wollen und dürfen uns nicht auf vergangene Erfahrungen verlassen. Wir müssen uns diesen ersten Sieg verdienen."