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Die Tampa Bay Lightning haben am Donnerstag ein Ausrufezeichen gegen einen direkten Konkurrenten und ihren wahrscheinlichen Gegner in der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs gesetzt. Die Lightning, die den dritten Platz der Pacific Division belegen, gewannen zu Hause in der Amalie Arena gegen die zweitplatzierten Toronto Maple Leafs mit 8:1. Es war der höchste Sieg gegen die Maple Leafs in der Franchise-Geschichte.

"Mir hat heute vieles an unserem Spiel gefallen, aber ich werde nicht zu viel hineininterpretieren", erklärte Lightning-Trainer Jon Cooper. "Vieles ist für uns gut gelaufen, wir haben uns das in vielerlei Hinsicht auch erarbeitet, aber es ist nur ein Spiel gewesen."
Das Rekordergebnis war nicht der einzige Bestwert oder Meilenstein, den die Lightning an diesem Abend feiern durften. Kapitän Steven Stamkos erzielte mit einem Tor und zwei Assists seine Punkte 954 bis 956 (473 Tore, 483 Assists) und verdrängte Martin St. Louis als erfolgreichsten Scorer der Franchise-Historie. St. Louis gelangen in seiner Karriere 953 Punkte (365 Tore, 588 Assists) für Tampa. Stürmer Nikita Kucherov erreichte mit der Vorlage zu Stamkos' Tor die Marke von 600 Punkten und legte noch einen Assist zu seinem 601. Zähler (241 Tore, 340 Assists) nach.

TOR@TBL: Stamkos überholt St. Louis zum Teamrekord

"Ich kann es nicht erwarten ihn (St. Louis - d. Red.) anzurufen", sagte Stamkos. "Natürlich weiß jeder hier, was er mit bedeutet. In den Geschichtsbüchern neben ihm zu stehen ist surreal. Diesen Moment werde ich auf jeden Fall lange genießen."
Das Rekord-Ergebnis gelang den Lightning trotz eines torlosen ersten Drittels. Erst Anfang des zweiten Spielabschnitts eröffnete Alex Killorn den Torreigen (24.). Ross Colton erhöhte auf 2:0 (32.) und Stamkos traf im Powerplay auf Vorlage von Kucherov und Abwehrchef Viktor Hedman per Direktschuss. Die drei sind langjährige Leistungsträger der Mannschaft und waren entscheidend daran beteiligt, dass Tampa in den vergangenen beiden Jahren den Stanley Cup gewann.
"Es ist verrückt, wie sich die Dinge manchmal ergeben", freute sich Stamkos. "Alleine, dass mir das zu Hause gegen das Team gelang, das ich als Kind so bewundert habe, und dass Kuch und Heddy die Assists geliefert haben. Meine Eltern waren hier, meine Frau war hier... Ich würde mich nicht als einen emotionalen Typ bezeichnen, aber das hat mich berührt. Es war eine unglaubliche Erfahrung für mich."

WPG@TBL: Kucherov lenkt Hedmans Schuss rein

Kucherov erzielte mit seinem 20. Saisontor ebenfalls im Powerplay das 4:0 (36.). Den Schlussabschnitt eröffnete Ondrej Palat (42.), danach gab es drei Powerplaytore von Killorn (45.), Ilya Mikheyev (48.) und Colton (49.). Ex-Lightning Patrick Maroon sorgte ebenfalls in Überzahl für den Ehrentreffer für Toronto (55.).
"Für mich war klar, dass das Spiel ihnen heute mehr bedeutet hat als uns, das hat man daran gesehen, wie sie agiert und gekämpft haben", gab Torontos Trainer Sheldon Keefe zu. "So etwas kommt dabei heraus, wenn das der Fall ist. Das war eine Kostprobe, wie hart man arbeiten muss und wie gut man spielen muss, um ein Team von diesem Niveau zu bezwingen."
Kucherov erreichte den Meilenstein von 600 Punkten in nur 557 Spielen. Die einzigen fünf aktiven Spieler, die dafür weniger Spiele brauchten, sind Connor McDavid (421), Sidney Crosby (430), Alex Ovechkin (464) Evgeni Malkin (490) und Leon Draisaitl (544).

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Der Sieg kam für die Lightning zu einem günstigen Zeitpunkt. Sie belegen mit ihren 102 Punkten (47-22-8) zwar den dritten Platz der Atlantic Division, direkt hinter den Maple Leafs mit 103 Punkten (51-21-6), strauchelten in jüngster Zeit aber. Den letzten Sieg gegen ein Team auf einem Playoff-Platz hatten sie am 26. Februar mit einem 3:2 bei den Nashville Predators eingefahren. Die Lightning haben noch fünf Spiele vor sich, die Maple Leafs vier. Hinter Tampa lauern die Boston Bruins mit ebenfalls fünf verbleibenden Partien und 99 Zählern (47-25-5).
Tampa wird allerdings nicht viel Zeit bleiben, um das historisches Spiel zu genießen, denn ausgerechnet die Predators kommen bereits am Samstag in die Amalie Arena, um sich für die vorherige Niederlage zu revanchieren (7 p.m. ET; NHL.tv; So. 1 Uhr MESZ).