Nieddereiter and Greiss Split

Am 13. Juli wird die NHL Free Agency eröffnet. NHL.com/de informiert im Vorfeld und nach Beginn des Spielermarktes über die wichtigsten Transfers, Vertragsunterzeichnungen und weitere interessante Geschehnisse.
In dieser Ausgabe widmen wir uns den deutschsprachigen Unrestricted Free Agents.

Nico Sturm würde "gerne nach Colorado zurückkehren"
Für Nico Sturm glich die Saison 2021/22 einem Märchen. Erst im März wurde der Center von Minnesota Wild zur Colorado Avalanche getradet. Drei Monate später hob der Deutsche den Stanley Cup in die Höhe. Am 23. Juli wird er die Trophäe in seiner Heimatstadt Augsburg präsentieren. Ob seine Zukunft bis dahin geklärt ist?
Der Vertrag des 27-Jährigen, dem in den zurückliegenden Playoffs zwei Assists gelangen, ist ausgelaufen. Sein Fokus galt zunächst der Gesundheit. Vergangene Woche Mittwoch unterzog er sich einer Operation an der Leiste. "Ich hatte einen Leistenbruch und wollte das so schnell wie möglich machen, damit ich mich auf die neue Saison vorbereiten kann", erklärte er am Freitag in einer Medienrunde.

Sturm613

Sturm würde grundsätzlich gerne bei der Avalanche bleiben. "Ich weiß noch nicht, wo meine Reise hingeht. Ich würde aber gerne nach Colorado zurückkehren. Mit dieser Leadership-Gruppe kann ich mir vorstellen, dass es wieder einen Push gibt. Der Hunger ist unglaublich groß, so etwas noch einmal zu erleben. Auch ich bin jemand, der immer noch besser werden und sich eine größere Rolle erarbeiten kann."
Gespräche mit den Verantwortlichen in Colorado wurden laut Sturm bereits geführt. "Ich weiß aber auch, dass ich dort nicht die Nummer-1-Priorität bin, da müssen vorher noch andere unterschreiben. Die Cap-Situation ist eng, aber es ist auch Interesse seitens des Teams da", erklärt er. Gleichwohl dürften auch andere NHL-Teams ihre Fühler nach Sturm ausstrecken. Ein amtierender Stanley-Cup-Champion macht sich schließlich in jeder Mannschaft gut.
Thomas Greiss nannte bereits seine Wunschziele
Nach zwei Jahren bei den Detroit Red Wings ist auch die Zukunft von Thomas Greiss ungeklärt. Der deutsche Goalie kam vergangene Saison auf 31 Einsätze und eine Save-Quote von 89,1 Prozent. Eine Rückkehr nach Detroit dürfte keine Option sein, weil die Red Wings bereits Ville Husso von den St. Louis Blues verpflichtet haben und Alex Nedeljkovic ebenfalls noch ein Jahr unter Vertrag steht.

PHI@DET: Greiss rettet den Red Wings den Sieg

Greiss scheint bislang noch keine Entscheidung getroffen zu haben, ob er seine Karriere fortsetzt oder noch ein weiteres Jahr dranhängt. Der 36-Jährige blickt auf die Erfahrung aus 346 Spielen zurück und war bereits für die San Jose Sharks, die Arizona Coyotes, die Pittsburgh Penguins, die New York Islanders und seit 2020 für die Red Wings aktiv. Im Februar nannte er in einem Interview mit der "Eishockey News" seine möglichen Wunschziele: "Dallas, Florida oder North Carolina würden mich schon noch reizen."
Nino Niederreiter wünscht sich einen längeren Vertrag
24 Tore, 20 Assists: Der 29-jährige Schweizer hat vergangene Saison einmal mehr seine Effektivität unter Beweis gestellt. Der Vertrag von Niederreiter bei den Carolina Hurricanes endet nun. Der rechte Flügelstürmer signalisierte Bereitschaft, weiterhin für diese Franchise zu spielen. "Ich würde gerne weiter hierbleiben und das Team genießen. Ich liebe es, hier zu leben. Die Fans sind großartig. Aber es liegt nicht nur an mir."

CAR@NYR, Sp3: Niederreiter trifft zum Anschluss

Grundsätzlich würde er sich einen Vertrag über mehrere Jahre wünschen: "Am Ende des Tages denke ich, dass jeder Spieler lieber einen längeren als einen kürzeren Vertrag unterzeichnet. Das gibt einem noch mehr eine Art von Sicherheit." Bereits zu Beginn des Jahres gab es Gespräche zwischen ihm und dem Team. "Es ist das Team von Don (Waddell, General Manager, Anm.d.Red.) und Tom (Dundon, Mehrheitseigner, Anm.d.Red.). Und sie entscheiden, wer ein Teil davon sein soll und wer nicht", sagt Niederreiter.
Waddell geht davon aus, dass Niederreiter und die übrigen UFA der Hurricanes ohnehin erst einmal ihren Marktwert austesten möchten: "Ich denke, sie werden alle auf den freien Markt gehen und sich umschauen. Sie haben natürlich das Recht dazu."
Michael Raffl lässt offen, ob seine Zukunft in der NHL oder Europa liegt
Michael Raffl hatte zuletzt andere Dinge als Eishockey im Kopf. Als es in der Region rund um seine Heimatstadt Villach zu einem schweren Unwetter mit Überschwemmungen kam, half er persönlich bei den Aufräumarbeiten mit. "Wir haben Keller freigeschaufelt, den Schlamm mit Kübeln aus den Häusern getragen und Schrott auf die Bagger geladen. Solche Tragödien sind schon schlimm, wenn man davon in der Zeitung liest, aber wenn man das mit eigenen Augen sieht, ist das extrem", sagte der Österreicher gegenüber der "Kleinen Zeitung".

CGY@DAL, Sp6: Raffl haut den freien Puck rein

Wie es mit ihm sportlich weitergeht, ist noch völlig offen. Als der Flügelstürmer auf eine mögliche Rückkehr nach Europa angesprochen wurde, sagte er: "Ich bin 33 Jahre alt und habe eine Familie mit zwei Kindern. Solche Überlegungen sind natürlich ein Thema." Im Nachsatz fügte er hinzu: "Aber ich bin mir gleichzeitig sicher, dass ich auch in der NHL noch spielen könnte." Raffl, der in der vergangenen Saison sieben Tore und neun Assists verbuchte, dürfte zunächst die Angebote in der Free Agency abwarten, ehe er eine Entscheidung trifft.