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Der nächste Schritt für die Dallas Stars auf dem Weg zum ultimativen Ziel ist gemacht. Sie gewannen am Sonntag im Rogers Place in Edmonton Spiel 1 des Western Conference Finales gegen die Vegas Golden Knights mit 1:0.

Verteidiger John Klingberg sorgte mit dem ersten Torschuss von Dallas für die frühe Führung in der dritten Minute. Das gab den Stars die Möglichkeit, dem Spiel in der Folge ihren Stempel aufzudrücken. In einer fairen, aber körperbetont geführten Partie ließen sie die Golden Knights nicht zur Entfaltung kommen. Zwei Drittel lang verzeichnete Vegas kaum Torschüsse. Jeder Puck, der doch seinen Weg zum Tor der Stars fand, landete bei Torwart Anton Khudobin, der sich mit 25 Saves seinen ersten Shutout in einem Playoff-Spiel verdiente. Besonders die erste Reihe um Kapitän Jamie Benn setzte sich im Kampf gegen die torgefährlichen Golden Knights immer wieder in Szene.
"Diese Reihe hat eine klasse Leistung abgeliefert", lobte Klingberg. "Sie hat mit dem ersten Wechsel einen starken Eindruck hinterlassen, da kann man leicht darauf aufbauen. Und dann haben wir, glaube ich, gleich im zweiten oder dritten Wechsel getroffen."

DAL@VGK, Sp1: Klingberg trifft zur frühen Führung

Die Stars gewannen das Spiel dank ihrer Rückkehr zu alter Stärke, der konsequenten und disziplinierten Abwehrarbeit. Ihren Weg ins Conference Finale hatten sie eher durch eine dominante Offensive gefunden. In den ersten beiden Playoff-Runden erzielten sie im Schnitt 3,77 Tore pro Spiel. Mehr gelangen nur den Colorado Avalanche, die in der zweiten Runde in sieben Spielen gegen die Stars ausschieden.
Gleichzeitig kassierte in der Postseason aber auch kein Team mehr Tore als die Stars. In 16 Spielen landete der Puck 56 Mal in ihrem Tor. Das ist absolut untypisch für die Mannschaft aus Dallas. Mit einem Schnitt von 2,48 Gegentoren führte sie in den vergangenen beiden Jahren die gesamte NHL an. Allerdings schossen auch nur drei Teams weniger als die 2,56 Tore der Stars pro Spiel. Mit dem 1:0 am Sonntag fanden sie mit ihrem gewohnten System umgehend wieder zum Erfolg.
"Das lag einfach daran, wie Vegas spielt", erklärte Benn. "Sie sind ein großartiges Team. Sie haben viel Tiefe, eine tolle Abwehr und einen starken Torwart. Da mussten wir heute bereit sein und aufpassen. Wir haben einen Weg gefunden, ein schnelles Tor zu schießen. Dann hat Khudobin viele gute Saves gehabt, vor allem im dritten Drittel und wir haben einen Weg gefunden, den Sieg nach Hause zu bringen."
Besonders im zweiten Drittel hatte Khudobin jedoch nicht viel zu tun, was an der disziplinierten Spielweise und dem Einsatz seiner Teamkollegen lag. In den ersten 40 Minuten kamen die Golden Knights nur auf zwölf Torschüsse. Dallas riegelte die eigene Zone konsequent ab. Wenn die Golden Knights doch einmal durchkamen, drängten die Stars-Verteidiger sie gekonnt nach außen ab, blockten die Schüsse, verwickelten sie in Zweikämpfe an der Bande und eroberten schnell wieder den Puck.

DAL@VGK, Sp1: Khudobins Shutout gegen Golden Knights

"Das war Wahnsinn", schwärmte Khudobin von der Arbeit und dem Einsatz seiner Mitspieler. "Wenn die Jungs vor dir kämpfen, die Schüsse blocken, sich blaue Flecken holen, sich in den Weg legen, Checks fahren und niemals aufgeben, ist das unglaublich."
Im dritten Drittel kamen die Golden Knights etwas besser in Fahrt und fanden doch noch den Weg durch die neutrale Zone und ins Drittel der Stars. Im Schlussabschnitt gelang ihnen ein Torschuss mehr als in den beiden vorherigen Dritteln zusammen. Khudobin zeigte sich aber von seiner besten Seite und verhalf den Stars zum Auftaktsieg in der Finalserie.
"Wir sind nicht wirklich glücklich damit, wie wir in der dritten Periode gespielt haben", gab Klingberg zu. "Khudobin war aber für uns da und hat ein großartiges Spiel geliefert und das Match für uns gewonnen. Wir haben den Golden Knights im dritten Drittel zu viel Raum gegeben. Aber den Sieg nehmen wir mit und schauen ab jetzt nur noch nach vorne."
Trainer Rick Bowness hatte offensichtlich den richtigen Riecher, indem er wieder auf das bewährte defensive System umstellte. Allerdings können sich die Stars nicht in jedem Spiel darauf verlassen, dass einer ihrer Verteidiger mit dem ersten Torschuss die Führung erzielt und so die Weichen auf Sieg stellt.
Unzufriedenheit herrschte nach der Niederlage verständlicherweise bei den Golden Knights. "Wir haben viel zu lange gebraucht, um in den Rhythmus zu kommen. Uns hat über weite Strecken schlicht und ergreifend das Feuer gefehlt, das man in so einem Duell benötigt. Im letzten Abschnitt haben wir besser gespielt. Aber am Ende war das heute zu wenig", sagte Verteidiger Nate Schmidt. "In den nächsten Spielen müssen wir wieder entschlossener und aggressiver ans Werk gehen."